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Rostock Weltpremiere für Bukowski-Stück
Mecklenburg Rostock Weltpremiere für Bukowski-Stück
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17:03 03.11.2018
Schauspieler Bernd Färber (li.) und Regisseur Kai Festersen stellen „Das Konzept romantischer Liebe“ von Oliver Bukowski vor. Die Uraufführung findet am Sonnabend in der Kleinen Komödie in Warnemünde statt. Quelle: Johanna Hegermann
Rostock

Das hat es in der Kleinen Komödie noch nie gegeben. Am Sonnabend findet hier eine Uraufführung statt. Dann wird „Das Konzept romantischer Liebe“ von Oliver Bukowski erstmals auf die Bühne gebracht. Ein Solo-Stück mit Witz und Tiefgang.

Doch worum geht es? „Es ist das ernsteste Thema überhaupt. Es geht um die Liebe“, sagt der Regisseur Kai Festersen mit einem Augenzwinkern. Denn mit der Liebe funktioniert es bei der Hauptfigur Max Jakubaschk überhaupt nicht. Er soll zu den typischen Bukowski-Figuren gehören. Er ist ein Experte im permanenten Scheitern. Doch so etwas bringe eine gewisse Komik mit sich – gerade für den Zuschauer.

„Es ist quasi eine praktische Lebenshilfe“, sagt Bernd Färber, der den Protagonisten spielt. Seit 2014 ist er Mitglied im Ensemble des Volkstheaters. Für ihn ist es die erste Solorolle in der Kleinen Komödie. „So viel Text habe ich mir auf einen Rutsch noch nie merken müssen“, erzählt er schmunzelnd. Es sei etwas ganz Besonderes, alleine auf der Bühne zu stehen. „Es gibt zwar keinen Referenzpunkt, aber es ist eine große Freiheit.“ Viel hänge vom Spiel mit den Zuschauern ab. Schließlich sei ein Monolog auch nur ein Dialog mit dem Publikum. Doch er gibt Entwarnung. „Es ist kein interaktiver Abend.“

Die Inszenierung interpretiere die Vorlage ganz neu. „Vom Autor gibt es eigentlich ein realistisches Setting. Er hat über jemanden geschrieben, der durch die Wohnung geht und vor sich hin brabbelt“, sagt Festersen. Doch in der Kleinen Komödie wird das Stück offen gespielt. Das Publikum wird durchgängig angesprochen. „Ich denke, Oliver wäre erstaunt“, sagt Festersen. Er kenne den Autor ganz gut. Bukowski ist eine feste Größe in Deutschland und einer der größten Förderer junger Autoren. „Er gehört nicht zu den gehypten Sternschnuppen, aber seine Stücke sind old School.“ Sein Schreibstil sei nicht mehr „trendy“. „Aber deswegen wird er sich auch lange halten.“ Für Bukowski spiele die Situation im Text noch eine Rolle.

Dass das Stück hier uraufgeführt wird, war den Verantwortlichen erst gar nicht klar. Denn eigentlich wurde es schon vor fast fünf Jahren geschrieben. „Wir hatten es schon ins Programm geschrieben, als wir darauf aufmerksam gemacht wurden“, sagt Festersen. Er ist sicher, wenn die Hürde der Uraufführung erst überwunden ist, werden andere Inszenierungen folgen. „Die Theater müssten schön blöde sein, wenn sie sich das entgehen lassen.“

Jeder habe mal eine schlechte Beziehung gehabt. „Durch das Stück kommt man mit seinem persönlichen Kompromiss besser klar“, sagt er mit einer Spur trockenem Humor. Doch das Stück sei natürlich auch etwas für Leute, die nicht an ihrer Beziehung zweifeln. „Es hat eine ganz große menschliche Wärme und zeigt, dass der Mensch dem eigenen Leben eigentlich nicht gewachsen ist.“ Und er sagt klar: „Ich finde den Text unglaublich witzig.“

Das „Konzept romantischer Liebe“ ist eines von zwei Premieren, die in diesem Jahr in Warnemünde vorgestellt werden. Im Dezember werde mit „Merci, Cherie“ ein Udo-Jürgens-Abend in den Spielplan aufgenommen. „Das wird unser Silvester-Programm“, sagt die Theatersprecherin Ute Fischer-Graf. Ansonsten hätte man viele Stücke wieder aufgenommen. So auch die „Kleinen Eheverbrechen“. Humor, Kabarett und Musik würden wunderbar nach Warnemünde passen. Das liege auch an der überschaubaren Größe. „Hier arbeitet man mit wenig Elementen. Der Schauspieler ist im Mittelpunkt.“ Warnemünde sei eine Spielstätte für den gehobenen Boulevard. „Das Publikum kann hier gemütlich mit einem Glas Wein sitzen. Das bringt eine lockere Atmosphäre.“

„Das Konzept romantischer Liebe“ in Warnemünde

„Das Konzept romantischer Liebe“von Oliver Bukowski wird in der Kleinen Komödie Warnemünde uraufgeführt

PREMIERE: Samstag, 3. November, 20 Uhr, Kleine Komödie

WEITERE TERMINE im November: 4. November, 18 Uhr, Kleine Komödie 8. November, 20 Uhr 15. November, 20 Uhr 24. November, 20 Uhr 25. November, 18 Uhr

Auch das Bukowski-Stück passe ideal ins Ostseebad. „In Warnemünde muss es um die Biografien der Leute gehen. Hier müssen die Beziehungskomödien her“, sagt Festersen. „Es ist eine würdige Eröffnung der Spielzeit“, betont auch die Theatersprecherin.

Johanna Hegermann

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