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Wende-Politiker und Stasi-Spitzel Wolfgang Schnur gestorben

Rostock/Binz Wende-Politiker und Stasi-Spitzel Wolfgang Schnur gestorben

In der Wendezeit galt der Anwalt als aufstrebender Politstar in der DDR. Doch kurz vor der Wahl im März 1990 kam heraus, dass er von 1965 bis 1989 Stasi-IM war. Jetzt starb Schnur, der lange in Rostock lebte, an Prostata-Krebs.

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Der frühere Rechtsanwalt und Wendepolitiker Wolfgang Schnur - hier in der Berliner Paul-Gerhardt-Kirche im Januar 1988 - ist tot. Schnur war Mitbegründer und einige Monate Vorsitzender der Partei Demokratischer Aufbruch. 1990 war seine politische Karriere abrupt beendet, nachdem er als Stasi-IM aufflog.

Quelle: Imago

Rostock. Wolfgang Schnur ist in der Nacht auf Samstag in Wien im Alter von 71 Jahren an Prostata-Krebs gestorben. Das berichtet die „Bild“-Zeitung.

Der in Stettin geborene Schnur wuchs als Waisenkind in Rostock auf. Er arbeitete zunächst als Rechtsanwalt in Binz, ab 1978 mit eigener Kanzlei in Rostock. Er vertrat zahlreiche Dissidenten, Bürgerrechtler und Wehrdienstverweigerer. 1989 hatte er die Partei „Demokratischer Aufbruch“ (DA) gegründet, war sogar vier Monate deren Vorsitzender gewesen. Als Pressesprecherin stellte er damals eine junge Frau ein: die heutige Kanzlerin Angela Merkel (61, CDU). 1989 war Schnur Mitbegründer der späteren Partei „Demokratischer Aufbruch“. Nur wenige Tage vor der ersten freien Wahl in der DDR am 18. März 1990 wurde er als Stasi-IM „Torsten“ und „Dr. Ralf Schirmer“ (1965 bis 1989) enttarnt.

Der mehrfach geschiedene Schnur war Vater von insgesamt elf Kindern (fünf Söhne, sechs Töchter). Im März 2015 erschien die Biografie „Der verratene Verräter“.



OZ

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Holger Klein aus Rostock

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