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Weniger Menschen sterben an Darmkrebs

Rostock Weniger Menschen sterben an Darmkrebs

Im Jahr 2011 starben etwa 26 300 Menschen an Darmkrebs. Nach Lungenkrebs bleibt damit Darmkrebs weiterhin die zweithäufigste Krebstodesursache in Deutschland. Die Zahl der Sterbefälle aber ist seit 2000 rückläufig.

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Über Erkrankungsrisiken, die Früherkennung und Heilungschancen informierten beim gestrigen OZ-Telefonforum Prof. Ernst Klar (60, v.l.), Direktor der Abteilung für Allgemeine, Thorax-, Gefäß- und Transplantationschirurgie und Prof. Georg Lamprecht (46), C

Quelle: Dietmar Lilienthal

Rostock. Konkret sank sie nach Angaben des Zentrum für Krebsregisterdaten unter Berücksichtigung demografischer Effekte  – um 28 Prozent bei den Frauen und 22 Prozent bei den Männern. Diese Entwicklung ist nicht nur deutlich positiver als bei Krebserkrankungen insgesamt (Rückgang um 15 Prozent), sondern fiel auch deutlicher aus als in den meisten anderen Ländern der Europäischen Union (EU).  In der gesamten EU sank die Rate in diesem Zeitraum um 15 beziehungsweise neun Prozent.

Das Zentrum für Krebsregisterdaten sieht die Ursachen für die Veränderungen der Sterblichkeit vor allem in den Fortschritten in Therapie und Früherkennung, sowie in der Verbesserungen der Patientenversorgung und der Änderung im Gesundheitsverhalten der Bevölkerung.

Andererseits steigt bundesweit die Zahl  der Neuerkrankungen. Gab es 2012 laut Prognose des Robert Koch Institutes 69 400 neue Fälle von Darmkrebs, waren es 2008  rund 65 400.

Umso wichtiger erscheint das Nutzen der Vorsorgechancen. Dazu gehört eine komplette Ausspiegelung des Dickdarmes. Über Erkrankungsrisiken, die Früherkennung und Heilungschancen informierten beim gestrigen OZ-Telefonforum  Prof. Ernst Klar (60), Direktor der Abteilung für Allgemeine, Thorax-, Gefäß- und Transplantationschirurgie und Prof. Georg Lamprecht (46), Chef der Abteilung für Gastroenterologie und Endokrinologie am Uni-Klinikum Rostock, sowie der Rostocker Gastroenterologe Dr. Hans-Joachim Stelt (58). Es gab enorm viele Leserfragen. Hier einige wichtige Problem und Antworten.

Frage: Mir wurde gesagt, dass bei einer Darmspiegelung ohne Befund eine erneuter Eingriff erst in zehn Jahren nötig sei. Sind ab dem 70.   Lebensjahr nicht kürzere Abstände sinnvoll?

Antwort: Nein. Die angeratenen Kontrollabstände sind in den aktuellen Empfehlungen altersunabhängig.

Frage: Bei mir sind Polypen entfernt worden. Wann muss ich zur nächsten Kontrolle?

Antwort: Für die Entscheidung gibt es ganz klare Leitlinien, die das Kontrollintervall definieren: Nach der Entfernung eines Polypen mit leichter oder mittelgradiger Veränderung kontrollieren wir nach fünf Jahren. Nach der Entfernung von mehr als drei Polypen oder eines Polypen mit einer schweren Veränderung kontrollieren wir schon nach drei Jahren. Dabei muss man noch im Einzelfall differenzieren, wie groß der entfernte Polyp war, ob der Polyp zur zellgeweblichen Untersuchung geborgen werden konnte und ob der er  nachweislich vollständig entfernt wurde. Hier muss im Einzelfall  kurzfristig kontrolliert werden.

Frage: Vor zwei Jahren wurden mir aus dem Darm zwei gutartige Polypen entfernt. Wann sollte ich zur nächste Kontrolluntersuchung?

Antwort: Das kommt auf die Details der feingeweblichen Untersuchung und gegebenenfalls auch auf die Größe der Polypen an.

Frage: Eine Apfelsaftkur, die über einen ganzen Tag reicht, soll auch der Reinigung des Darmes dienen. Würden Sie mir eine solche Trinkkur empfehlen?

Antwort: Es gibt keine Erkenntnisse, dass dies einen günstigen Einfluss auf das Risiko – an Dickdarmkrebs zu erkranken – hat. Insofern kann ich Ihnen vor dem Hintergrund Dickdarmkrebs nicht zu so einer Trinkkur raten.

Frage: Die zur Vorbereitung der Darmspiegelung einzunehmende Flüssigkeit vertrage ich nicht. Und drei Liter dieses Gebräus sind zu viel. Gibt es Alternativen?

Antwort: Es gibt verschiedene Abführlösungen. Sie  sollten vor einer erneuten Dickdarmspiegelung mit dem entsprechenden Arzt über eine andere Spüllösung sprechen. Für die Aussagekraft der Untersuchung ist ein gut gereinigter Darm von wesentlicher Bedeutung.

Mehr zum großen Telefonforum lesen Sie am Freitag im OZ-Magazin!

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