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Wenn die Schwangerschaft Fragen aufwirft

Stadtmitte Wenn die Schwangerschaft Fragen aufwirft

Neue Beratungsstelle in der Hansestadt / Häufiger lassen sich Paare über Elterngeld informieren

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Auch im Internet bieten die Träger Informationen für werdende Eltern an. Häufiger helfe jedoch das persönliche Gespräch.

Quelle: Foto: Ove Arscholl

Stadtmitte. Eine Schwangerschaft gehört zu der aufregendsten Zeit, die ein Paar erleben kann. Doch mit dem großen Schritt entstehen jede Menge Fragen und der Wust an Informationen ist schier undurchdringbar. Daher bieten mehrere Einrichtungen Beratungsangebote. In Rostock gibt es nun eine weitere Beratungsstelle, die weiterhelfen kann: Donum vitae.

 

OZ-Bild

Albert Fierlbeck von Donum vitae unterstützt den Aufbau der neuen Beratungsstelle im Ärztehaus Paulstraße.

Quelle: Foto: Johanna Hegermann

„Dort wo Bedarf ist, da wird das Angebot ausgeweitet“, sagt Albert Fierlbeck, der den Aufbau der Beratungsstelle im Ärztehaus Paulstraße begleitet. Er bezieht sich dabei vor allem auf die konfessionellen Hintergründe. Denn während Pro familia einen humanistischen Ansatz verfolge und die Diakonie evangelisch geprägt sei, ist Donum vitae ein katholischer Verein. „So wird die Pluralität gewahrt“, erklärt Fierlbeck. Eine Auswirkung auf die Ratsuchenden habe das nicht: Frauen und Männer jeder Konfession könnten sich bei den Einrichtungen Hilfe suchen. „Wir sprechen über Themen, wie Krippenplätze oder geben Unterstützung in Partnerschaftskonflikten, eine Therapie bieten wir nicht“, gibt Albert Fierlbeck Beispiele.

Wie die Situation in Rostock aussieht, dazu könne Donum vitae noch keine Aussagen treffen. Die Diakonie ist hier jedoch seit Jahren aktiv. „Es gibt einen deutlich zunehmenden Beratungsbedarf“, sagt Miriam Scharnweber. Wie viele zu ihr kämen, möchte sie zwar nicht sagen, doch die Anzahl der Schwangerenberatungen sei um rund 20 Prozent gestiegen. Sie hat für diese Zunahme eine Erklärung: „Mit dem neuen Elterngeld gibt es mehr Optionen für Eltern, das macht das Thema so komplex und undurchsichtig.“ Häufiger würden sich Paare beraten lassen, in denen beide Partner berufstätig sind. „Sie brauchen keine Hilfen, sondern wollen optimal planen.“

Konfliktberatung

Doch nicht immer haben die Experten mit gewollten Schwangerschaften zu tun. Wenn eine werdende Mutter über eine Abtreibung nachdenkt, ist sie laut deutschem Recht verpflichtet, eine Konfliktberatung aufzusuchen. Denn nur mit einem Beratungsschein einer staatlich anerkannten Schwangerschaftsberatungsstelle und einer anschließenden Wartefrist von drei Tagen dürfte sie diesen Weg gehen. „Es reicht nicht aus, sich im Internet oder am Telefon beraten zu lassen“, betont Fierlbeck. Hier geht es um ein persönliches Gespräch. Welche Frauen sich mit einem Schwangerschaftsabbruch beschäftigen, sei schwer zu sagen. Man könne weder zum Alter noch zum sozialen Hintergrund eindeutig Aussagen machen. „Das kann jede Frau treffen, trotz bester Verhütung“, sagt auch Miriam Scharnweber von der Diakonie.

Die Gründe für einen Schwangerschaftsabbruch sind vielseitig. „Zu wenig Geld, Partnerschaftskonflikte, die Ausbildung ist gefährdet“, zählt Fierlbeck auf. Doch auch Arbeitslosigkeit, Wohnungsprobleme, gesundheitliche oder psychische Schwierigkeiten, Zukunftsängste, das Alter oder eine abgeschlossene Familienplanung werden nach Angaben des Landesamts für Gesundheit und Soziales (Lagus) als Gründe genannt. Gerade die berufliche Situation habe nach Einschätzung von Miriam Scharnweber in dieser Hinsicht an Bedeutung gewonnen: „Als Schwangere fühlt man sich wie eine Bittstellerin. Da grenzt es an ein Wunder, wenn der befristete Arbeitsplatz verlängert wird.“

Bei einer Konfliktberatung wird einer Schwangeren weder zu einer Abtreibung geraten noch wird sie davon abgehalten. „Im Gesetz steht, dass ich ergebnisoffen beraten muss“, sagt Fierlbeck. Daher geben die Berater einerseits Informationen darüber, was für Unterstützungen die werdenden Eltern bekämen. Andererseits zeigen sie Möglichkeiten, wie man mit inneren Konflikten umgehen könne.

„Das Kerngeschäft ist und bleibt zum Glück die normale Schwangerenberatung“, sagt Miriam Scharnweber von der Diakonie. Der Bedarf für eine Konfliktberatung sei gesunken – um etwa 15 Prozent. Wie viele Frauen und Paare sich nach der Beratung für eine Abtreibung entscheiden, ist unklar. „Die Beratungsstellen erhalten dazu keine Rückinformation, denn die Entscheidung bleibt allein bei der Frau“, informiert das Lagus.

Konfliktberatung für fast jede Altersklasse

1423 Schwangerschaftsberatungen hat es 2015 nach Angaben des Landesamts für Gesundheit und Soziales (Lagus) in Rostock gegeben. Hier gibt es vier Träger mit fünf Beratungsstellen.

746 Konfliktberatungen gab es 2015 in Rostock. Die größte Gruppe, die sich beraten ließ, hatte ein Alter von 25 bis 29 Jahren

(25,9 Prozent), gefolgt von den 30- bis 34-Jährigen (23,7 Prozent), 21 bis 24 Jahre (17,6 Prozent) und der Gruppe 35 bis 39 Jahre (17,3 Prozent). Am wenigsten genutzt wird die Konfliktberatung von den unter 14-Jährigen (0,5 Prozent) und den über 45-Jährigen (1,1 Prozent). Auch die Gruppe von 15 bis 17 Jahre (2,7 Prozent) und die 40- bis 44-Jährigen (5,5 Prozent) benötigen diese selten.

Nicht immer kommt es nach einer Beratung zum Schwangerschaftsabbruch. Das Lagus bekommt dazu keine Rückmeldungen.

Beratungsstellen in Rostock

Die Diakonie hat eine Beratungsstelle in der Bergstraße 10. Eine weitere gibt es in Lütten Klein, Stockholmer Straße 1. Weitere Information und Anmeldung unter ☎ 0381 / 2 77 57 oder unter ☎ 0381 / 71 30 08.

Der Pro familia Landesverband bietet in der Wismarschen Straße 6-7, Beratungen an. ☎ 0381 / 313 05.

Donum vitae hat eine Beratungsstelle im Ärztehaus, Paulstraße 49. Kontakt: ☎ 0381 / 29 41 70 72.

Die Caritas Mecklenburg hat zwei Standorte in der Augustenstraße 85 (☎ 0381 / 4 54 72 20) und im Beratungszentrum Dierkow, Hannes-Meyer-Platz 27 (☎ 0381 / 600 91 10). Sie können keine Bescheinigungen nach §219 StGB ausgeben.

Johanna Hegermann

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