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Rostock Werftgelände: Letzte Lücken bald gefüllt
Mecklenburg Rostock Werftgelände: Letzte Lücken bald gefüllt
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00:01 02.12.2017
Noch sind die Flächen am Neptun-Einkaufscenter und an der Halle 207 frei. In der nächsten Zeit sollen sie aber bebaut werden. Jetzt wurden die Pläne vorgestellt. Quelle: Foto: Manfred Sander
Kröpeliner-Tor-Vorstadt

Es sind fast die letzten unbebauten Grundstücke auf dem früheren Gelände der Neptun-Werft. Ein Bauantrag für ein Wohn- und Geschäftsgebäude beziehungsweise eine Voranfrage für ein sogenanntes Boarding- Haus sorgten für reichlich Diskussionsstoff im Ortsbeirat Kröpeliner- Tor-Vorstadt. Ersteres Vorhaben ärgert die direkten Nachbarn.

Ein Berliner Investor plant an der Straße Kesselschmiede direkt neben der Halle 207 und dem Bunker einen Neubau mit sechs Geschossen plus ein Staffelgeschoss, laut Bauantrag mehr als 24 Meter hoch.

Damit werde das Gebäude höher als die alten Werfthallen, schimpfte eine Nachbarin. Sie hätte bei der Stadt zuletzt vergeblich versucht, etwas an den Vorgaben für das Areal zu ändern. Sie fühle sich übergangen, sagte sie im Ortsbeirat. Ein anderer Nachbar ärgert sich über die geplanten Stellplätze direkt vor seinem Fenster, fürchtet zusätzlichen Krach.

Zum Lärm werde es noch ein Gutachten geben, erläuterte Marion Heimhardt aus dem Bauamt. Ansonsten stellte sie klar, dass das Vorhaben in jedem Punkt den verbindlichen Regelungen des Bebauungsplans entspreche. Danach dürfe die Stadt dem Investor das Vorhaben in dieser Form nicht verwehren. Der Bebauungsplan stammt aus dem Jahr 2005, geändert wurden die Festlegungen dann noch einmal 2007 und 2013. Aus Sicht von Ortsamtsleiterin Stephanie Bornstein hätte es genügend Zeit für die Nachbarn gegeben, aktiv zu werden. Den Festlegungen entsprechend darf der Neubau kein reines Wohnhaus mehr sein, erläuterte Marion Heimhardt. So soll im Erdgeschoss beispielsweise ein Pflegedienst einziehen.

Vor allem wegen der geplanten Höhe lehnte die Ortsbeiratsvorsitzende Anette Niemeyer (Aufbruch 09) den Bauantrag dennoch ab, eine Mehrheit folgte ihr. „Das Staffelgeschoss ist eine Schummelei, heute sind die Stadtplaner schlauer.“ In Bebauungsplänen, die nach 2006 entstanden, seien solche „dazugemogelten Etagen“ nicht mehr möglich.

Zugestimmt wurde dagegen dem anderen Vorhaben, für das bisher aber nur eine Bauvoranfrage der Rostocker Hanse-Gruppe vorliegt. Geplant ist ein „Boarding House“ mit fünf bis zu 18 Meter hohen einzelnen Gebäuden auf der anderen Straßenseite neben dem Neptun-Einkaufscenter. Die anwesenden Nachbarn sorgten sich vor allem um die Fläche für den geplanten Kinderspielplatz und die freie Zufahrt zu den eigenen Häusern.

Das sei alles geregelt, versicherten Anita Giese, Assistentin der Geschäftsführung des Investors und Architekten Christian Klein. Den Ortsbeirat und auch das Bauamt interessiert vor allem das inhaltliche Konzept. „Boarding House“ bedeute einfach nur Wohnen auf Zeit, erläuterte Architekt Klein. Es gebe eine internationale Entwicklung, dass Unternehmen oder wissenschaftliche Einrichtungen für ihre Mitarbeiter für zeitlich begrenzte Zeiträume Unterkünfte suchen – von wenigen Tagen bis zu mehreren Monaten. Solche Möglichkeiten gebe es zu wenig in Rostock.

Ein Boarding House bewege sich irgendwo zwischen Wohnung und Hotelzimmer, erklärte Marion Heimhardt. Eine wirkliche baurechtliche Einordnung gebe es nicht. Klar ist aus städtischer Sicht nur, dass es an dieser Stelle kein dauerhaftes Wohnen geben darf. Deshalb diskutieren Stadt und Bauherr gegenwärtig noch über Festlegungen für die Ausstattung der kleinen Wohneinheiten.

Die Mindestwohndauer soll übrigens vier Tage betragen, erläuterte Anita Giese. Den Namen eines potenziellen Betreibers der Anlage wollte sie noch nicht verraten. Es gebe aber Interesse und auch schon Gespräche.

124 Apartments

Das Wohn- und Geschäftshaus, An der Kesselschmiede, soll laut Bauantrag rund 50 Meter lang, etwa 32 Meter breit und 24,10 Meter hoch werden. Vorgesehen sind sechs Geschosse und ein Staffelgeschoss mit einer Nutzfläche von 2550 Quadratmetern für Gewerbe und elf Wohnungen.

Das „Boarding House“, ebenfalls

An der Kesselschmiede, soll aus vier einzelnen fünfgeschossigen Gebäuden mit einer Höhe von 15 Metern

sowie einem 18 Meter hohen Sechsgeschosser bestehen. Laut Voranfrage sind gegenwärtig 124 Apartments in der als Beherbergungsbetrieb vorgesehenen Anlage geplant.

Thomas Niebuhr

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