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Rostock Wie gefährdet sind die Bienen?
Mecklenburg Rostock Wie gefährdet sind die Bienen?
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00:07 11.05.2018
Bienen sind vielfältigen Problemen ausgesetzt. Quelle: Foto: Archiv
Rostock

/Roggow. Der Raps steht derzeit in voller Blüte. Statt Glücksgefühlen rufen die gelben Felder bei vielen allerdings Sorgenfalten hervor. Denn Kritiker sehen durch die Pestizide, mit denen auch regionale Landwirte ihre Kulturen bearbeiten, eine Gefahr für Insekten. Vor allem die Bienen, die im Raps eine wichtige Nahrungsquelle finden, stehen damit wieder im Mittelpunkt. Carsten Fischer vom Imkerverein Rostock warnt jedoch davor, die Bauern zum Feind zu erklären. Es werde sowieso schon immer weniger Raps angebaut, sollte es irgendwann gar keinen mehr geben, wäre das viel ungünstiger.

Tatsächlich ist der Rapsanbau für die Bauern mehr und mehr ein Minusgeschäft. 2017 lagen die Erträge im Durchschnitt 20 Prozent unter dem gewohnten Mittel. Die Preise, 34 Euro pro Dezitonne, blieben deutlich unter den Erwartungen. Das sind auch für Imker keine guten Aussichten, die ihre Völker am Rand der Felder platzieren. Deswegen plädiert Carsten Fischer für gute Kommunikation zwischen beiden Parteien. Denn wenn der Landwirt zum Beispiel gar nicht wisse, an welcher Stelle der Imker seine Bienen platziert hat, könne er sich beim Spritzen der Pflanzenschutzmittel auch nicht darauf einstellen. Laut Fischer besteht zwar immer die Gefahr, dass Völker durch die Mittel geschädigt werden, das könne durch das Engagement der Imker aber verhindert werden. Es gebe andere Probleme, die den Bienen stärker zu schaffen machen.

So kämpfen die Imker immer wieder mit Krankheiten, die ihre Völker befallen. Aktuell ist bei einem Bestand in Roggow bei Lalendorf zum Beispiel die Amerikanische Faulbrut festgestellt worden. Das Veterinäramt des Landkreises Rostock hat rund um den Ort nun einen Sperrbezirk verhängt. Weitaus schlimmer ist laut Carsten Fischer aber die Varoa-Milbe. Die Faulbrut trete eher sporadisch auf und sei durch das Sanieren der Völker durchaus händelbar. Die Milbe, die jedes Jahr für den Zusammenbruch ganzer Völker sorgt, bereitet den Imkern dagegen mehr Kopfzerbrechen.

Trotz all dieser Probleme betont Fischer aber: „Es gibt kein Massensterben bei der Honigbiene. Im Gegenteil, die Imkerei boomt.“ Viel gefährdeter sind laut dem Experten die Wildbienen – weil sich niemand um sie kümmert. „Bei den Honigbienen greift der Imker ja schützend ein.“ Genau da setzt die aktuelle Kampagne von Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) an. Mit seinem Wettbewerb „Bienenfreundliche Gemeinde“ will der Politiker, der die Bestäuber schon zur Mela 2017 als wichtige Nutztiere auf gleicher Stufe mit Rind und Schwein bezeichnete, die Lebensbedingungen für wildlebende Bienen im Land verbessern. Der Minister will so den Anstoß geben, mehr Nahrungsquellen für die Tiere zu schaffen. Zu diesen könnten Bienenweiden, blühende Zwischenfrüchte auf den Feldern oder Ackerschutzstreifen gehören.

Imkerverein Rostock  

Der Imkerverein Rostock ist der größte Imkerverein in ganz Mecklenburg-Vorpommern. Laut dem Vorsitzenden Carsten Fischer, der auch im Vorstand des Landesverbandes der Imker MV ist, gibt es 170 Mitglieder.

Das Einzugsgebiet des Imkervereins erstreckt sich über weite Teile des Landkreises, von Rostock über Bad Doberan, Dummerstorf bis in Richtung Marlow.

Kontakt: rostock@imkermv.de

Christina Milbrandt

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