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Rostock Willkommen an Bord: Ein Blick in den Kreuzfahrt-Riesen
Mecklenburg Rostock Willkommen an Bord: Ein Blick in den Kreuzfahrt-Riesen
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17:07 14.05.2018
Die „Norwegian Breakaway“ machte in Warnemünde Station. Quelle: Foto: Christoph Jahn
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Warnemünde

Wie Hochhäuser ragen die Kreuzfahrtschiffe an der Kaikante von Warnemünde in die Höhe. Für Besucher und Einwohner ist das nichts Ungewöhnliches. Doch mit der „Norwegian Breakaway“ hat am Sonnabend ein Ozeanriese festgemacht. Als das Schiff der Norwegian Cruise Line 2013 auf der Meyer Werft in Papenburg erbaut wurde, war es das größte jemals in Deutschland erbaute Schiff. Diesen Titel musste der Riese bereits wieder abgeben, doch noch immer sind die fast 326 Meter Länge beeindruckend. Und in dieser Saison ist es das größte Schiff, das ins Ostseebad kommt.

Die „Norwegian Breakaway“ hat zum ersten Mal in Warnemünde Halt gemacht.

Schiffsdaten

Inbetriebnahme: 2013 Renoviert: April 2018 Bruttoraumzahl: 145.655 Länge: 325,7 Meter Breite: 39,7 Meter Tiefgang: 8,6 Meter Geschwindigkeit: 22,5 Knoten Maschinenleistung: 62400 kW Decks: 18 Passagiere: 3963 (bei Doppelbelegung) Crew: 1657 Restaurants: 27 Bars & Lounges: 22 Kabinenanzahl: 2014

Ein guter Anlass für eine Tour durch das schwimmende Hotel. Die Leitung hat Anja Merkel, eine der Sprecherinnen der Schiffsflotte, übernommen. „Wir sind vollzählig, es kann losgehen“, erzählt sie.

Also ins Terminal: Ausweiskontrolle, Handtasche und Rucksack in den Gepäckscanner und ab durch den Metall-Detektor. Sicherheit geht vor.

Während die meisten Besucher an Land Warnemünde und Rostock erkunden, ist es merklich still auf den 18 Decks. Jetzt ist vor allem die Crew unterwegs. Es wird geputzt, poliert und ausgebessert. Viel zu reparieren ist nicht. Denn erst im April wurde das Schiff renoviert und nun auf einer neuen Route eingesetzt. Von Kopenhagen geht es erst nach Warnemünde, dann nach Tallinn, St. Petersburg, Helsinki und schließlich zurück nach Kopenhagen. „Wir wollen die Tour in Zukunft beibehalten, aber noch wissen wir nicht, welches Schiff der Flotte die Strecke übernimmt.“

Mit rund 1650 Crew-Mitgliedern ist die „Norwegian Breakaway“ eine schwimmende Stadt. „Meist kommen etwa 4000 Gäste mit auf Fahrt“, erklärt die PR-Expertin. „Woher die meisten Besucher kommen, ist unterschiedlich.“ Das hänge vor allem von den Starthäfen ab. „Bei Europa-Abfahrten ist der Anteil der Europäer größer.“ Hier würde der Anteil der Deutschen immer weiter zunehmen. „Es gibt ein ausgewogenes Buchungsverhalten und sie nehmen immer längere Anreisen in Kauf“, verrät Anja Merkel. Sie zeigt dann einen Ort, der auch vielen Schiffsgästen verborgen bleibt: „The Haven“. „Wir nennen es ein Hotel im Hotelkomplex.“ Für den exklusiven Bereich gebe es 80 Suiten an Bord. Die Gäste haben hier unter anderem ein eigenes Pooldeck, ein Sommerdeck, ein zusätzliches Restaurant und einen 24-Stunden-Butler-Service. „Es ist für Gäste, die sich eine zurückgezogene Reise wünschen, aber nicht auf die Angebote eines großen Schiffs verzichten möchten“, erklärt Anja Merkel.

Denn dieses Angebot sei groß. „Es wird schwierig, alle Freizeitaktivitäten zu zählen“, sagt die Leiterin der Führung lachend. Es gibt einen frei nutzbaren Sportbereich, einen Spa-Bereich, regelmäßig Live-Musik, ein Bereich für Videospiele, ein Casino, Filmabende, Comedy-Auftritte und sogar ein Theater. „Hier adaptieren wir Aufführungen vom Broadway. Zurzeit spielt das Musical: ,Rock of Ages’.“

Die vorrangige Bordsprache ist englisch. „Wir versuchen für Europa-Abfahrten, Personal einzustellen, das sich größtenteils auch in den Sprachen deutsch, italienisch, französisch oder anderen Sprachen verständigen kann“, erklärt Anja Merkel.

Seit ihrem Bau ist die „Breakaway“ nun wieder das erste Mal in Deutschland. Deswegen gibt es heute eine sogenannte Plakettenzeremonie. „Es ist eine Zeremonie, um ein Schiff erstmals im neuen Hafen zu begrüßen und ihm eine gute Reise zu wünschen“, erklärt Anja Merkel. Das sei wie der Austausch von Wimpeln bei Fußballern. Vom heimischen „Team“ steht der Hafenkapitän Gisbert Ruhnke bereit. Er übergibt dem Kapitän des Kreuzfahrtriesen eine Plakette der Stadt und einen Warnemünder Leuchtturm aus Schokolade.

„Für uns ist ein neues Schiff immer ein Highlight“, sagt Ruhnke. Denn je mehr Schiffe nach Rostock kommen, desto bekannter werde die Stadt in der Welt. „Wir sehen das auch daran, dass es in diesem Jahr insgesamt 250 Anläufe von vielen verschiedenen Reedereien gibt.“ Das sichere Arbeitsplätze, stärke den Hafen und den Tourismus in der Region. „Es reisen viele Besucher extra an, um sich die Schiffe anzuschauen“, weiß Ruhnke. Genauso würden die Passagiere Rostock, Warnemünde und die Region näher kennenlernen. „Darüber freuen wir uns sehr und wir werden daran arbeiten, dass es weiter so bleibt.“

Schließlich ist die Tour vorbei. Der Tagespass wird am Ausgang abgegeben. Mit einem Feuerwerk verlässt der Kreuzfahrt-Riese dann auch wieder Warnemünde. Aber ein Wiedersehen mit der „Breakaway“ bleibt nicht ausgeschlossen.

Johanna Hegermann

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