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Rostock „Wir sind die Nummer eins“
Mecklenburg Rostock „Wir sind die Nummer eins“
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00:05 01.12.2017
Südstadt

Was erwartet Besucher der Stadthalle, wenn alles fertig ist? Das erklärt Petra Burmeister, Geschäftsführerin der kommunalen Stadthallen- und Messegesellschaft, im OZ-Interview.

Stadthallen-Chefin Petra Burmeister betont im OZ-Interview die Bedeutung der Arena für den Nordosten und macht bei der Stadthallen-Umbennenung einen Rückzieher

Petra Burmeister,

Geschäftsführerin der Rostocker Stadthalle FOTO: DÜRST

Die Stadthalle wurde teileröffnet, aber es wird weiter gebaut. Gibt es einen Termin für die große Eröffnung?

Petra Burmeister: Wir sind getrieben vom Veranstaltungskalender. Wir schließen im Frühjahr noch einmal für dreieinhalb Wochen für den Gebäudeanschluss, danach kommt am 19. April Florian Silbereisen. Das ist nicht die offizielle Eröffnung, aber die erste öffentliche Veranstaltung. Einen Tag vorher, am 18. April, gibt es eine große Dankeschönveranstaltung, für alle, die in den letzten zwei Jahren sehr fleißig an der Modernisierung der Halle mitgearbeitet haben. Am gleichem Tag eröffnen wir eine Fotoausstellung, zu einem Thema, das zu uns passt: Wie und wo verbrachten Rostocker früher ihre Freizeit? Es geht um einen Rückblick seit Beginn der Kodak-Fotografie. Da gibt es tolle Geschichten. Meine Mutter zum Beispiel ging früher zum Tanzen in ,Das Kaffeestübchen’, das kennt heute kaum noch jemand.

Wie viel wird die Modernisierung kosten, wenn alles fertig ist?

Insgesamt knapp 17 Millionen Euro. Wir haben das ganz große Glück, dass das Land den Standort als den wichtigsten in MV anerkannt hat und aus Infrastrukturmitteln fast 90 Prozent der Modernisierungskosten übernimmt. Das ist wirklich ein Riesengeschenk. Das gönnen sich nicht alle Bundesländer. Nur mit Mitteln der Stadt allein hätten wir die Modernisierung wahrscheinlich nicht umsetzen können.

Die Halle ist größer geworden, wie viele Leute passen jetzt rein?

In der Stehplatzvariante 6600, und in der Sitzplatzvariante sind es effektiv 665 mehr als vorher. Wenn alle sehr großzügige Sicht auf die Bühne haben, kommen wir nun auf 4500 Sitzplätze. Jetzt haben wir eine Größe, die auch Konzertveranstaltern wirtschaftlich Spaß macht.

Sind die Umbenennungs-Pläne von Halle in Nordost-Arena noch aktuell?

Wir sehen nach wie vor, dass wir mehr als eine Stadthalle sind. Tatsächlich sind wir die Nummer eins in der Region, und die Region als Nordosten zu bezeichnen, finde ich total angemessen.

Wir sind ja angetreten, um nicht nur den Rostockern zu gefallen, sondern auch um Agenturen außerhalb Rostocks ansprechen, die schon beim ersten Kontakt merken müssen, das ist mehr als eine kleine Stadthalle. Dennoch akzeptiere ich, dass die Rostocker sehr an ihrer Stadthalle hängen. Ich habe mich entschieden, dass sie weiter Stadthalle heißen wird. Im Marketing verbinden wir die Nordost-Ausrichtung mit unserem Gesellschaftsnamen. Ab Januar wird dieser ,inRostock GmbH, Messen, Kongresse & Events’ sein. Für die Hansemesse als Landesmessezentrum sowie für die neue Stadthalle gilt: Wir sind die Nummer eins im Nordosten.

Wie stehen Sie zu Plänen, eine Sporthalle neben der Stadthalle zu bauen?

Wir können nicht für alle Spielansetzungen Termine freihalten. So könnte der normale Ligabetrieb in der neuen Sporthalle terminlich besser untergebracht werden. Wenn wir zwei Hallen haben, könnten wir uns für nationale und internationale Wettbewerbe in Nischensportarten bewerben. Etwa für eine Tischtennis-Europameisterschaft. Was ich mir in dem Zusammenhang schnell wünsche, ist das neue Parkhaus. Dieses Problem müssen wir zeitnah lösen, damit wir den Gästen normalen Komfort bieten können und den Anwohnern in der Südstadt nicht mehr dieses Chaos zumuten. Wenn die Halle voll ist, gibt es derzeit keinen freien Parkplatz mehr im Wohngebiet.

Auf welche Konzerte in der neuen Stadthalle freuen Sie sich besonders?

Diesen Freitag auf Mark Forster. Das Konzert ist ausverkauft, das wird eine Probe, genauso wie die beiden ebenfalls ausverkauften Konzerte von Marteria im Dezember. Persönlich freue ich mich am meisten auf Holiday On Ice nächste Woche. 2018 haben wir so viele gute Künstler. Wie etwa im März Radio Doria mit Jan Josef Liefers, das wird ein sehr schönes Konzert.

Welchen Künstler möchten Sie unbedingt mal in der Stadthalle erleben?

Lionel Richie wäre so jemand. Das gilt auch für Sting. Der war ja schon mal bei uns, das war riesig. Simply Red versuche ich mindestens einmal zu sehen, wenn sie auf Deutschland-Tournee sind. Es ist mein Traum, diese Künstler einmal auf unsere Bühne zu bekommen.

Müssen sie Klinken putzen oder kommen die Veranstalter auf Sie zu?

Sowohl als auch. Manchmal gibt es Absagen. Bei Ed Sheeran habe ich es versucht. Bei Depeche Mode auch, warum nicht, für ein Unplugged-Konzert. Aber da kam von der anderen Seite nur ein Grinsen. Aber man darf nicht aufgeben, muss einfach den richtigen Moment abwarten und sich immer wieder ins Gespräch bringen.

Würden Sie noch einmal eine Stadthalle sanieren?

Nein! (lacht) Aber das sage ich jetzt nur, weil ich im Moment total erschöpft bin. Ich weiß, dass wir was Tolles vollbringen. Aber es war zeitlich ein bisschen zu ambitioniert. Die Bauleitung zu haben ist für jemanden, der eigentlich aus einem ganz anderen Geschäft kommt, eine wirkliche Zumutung.

Was ist für Sie wichtig beim Umbau?

Dass wir es geschafft haben, zusätzliche 2000 Quadratmeter mit dem Foyer anzubauen. Das ist noch einmal genauso viel wie die Hallenfläche selbst. Wir bauen noch einen riesigen Tresen in das neue Foyer und wollen eine angenehme Atmosphäre schaffen. Unsere Besucher sollen in Ruhe ankommen und sich wohlfühlen. Auf dem Gebäude gestalten wir eine riesige Dachterrasse. Da schaffen wir eine kleine Landschaft mit Gastronomie. Das sind noch einmal fast 3000 Quadratmeter. Die Raucher können dort die Pause nutzen, ohne noch mal durch die Kontrollen zu müssen. So eine Terrasse hat kaum eine Arena in Deutschland.

Interview: Andreas Ebel und

Gerald Kleine Wördemann

Fotos gesucht

Für eine Ausstellung, die parallel zur Wiedereröffnung am 19. April im Foyer eingeweiht wird, sucht die Stadthalle alte Fotos mit diesen Motiven: Schweizer Haus, MAU-Club Blücherstraße, Kastanienplatz, Platz der Jugend.

Anstehende Konzerte: Max Raabe (21.1.),

André Rieu (31.01.), Schiller (6.2.), Scooter (23.2), Atze Schröder (1.3), Santiano (5.3.), Mario Barth (15.3.), Chris Norman (16.3.),

Al Bano & Romina Power (20.3.).

Karten für die Konzerte in der Stadthalle gibt es in allen OZ-Servicecentern und im Internet unter https: //shop.ostsee-zeitung.de/.

OZ

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