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Rostock „Wir sind eine Kraft für diese Stadt“
Mecklenburg Rostock „Wir sind eine Kraft für diese Stadt“
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00:00 02.07.2018
Bischof Chediel Sendoro aus Tansania hat das Mittagsgebet auf der Bühne auf dem Neuen Markt in Rostock gesprochen. Der Pastor für Mission und Ökumene, Tilman Jeremias (r.), übersetzte das Gebet aus dem Englischen. Quelle: Fotos: Doris Deutsch
Stadtmitte

„Wir sind absolut offen für alle, deshalb treffen wir uns auch auf dem Neuen Markt in Rostock“, sagte der für Mission und Ökumene in Rostock zuständige Pastor, Tilman Jeremias. Mehr als 1000 Menschen waren am vergangenen Sonnabend zum Stadtkirchentag anlässlich des 800-jährigen Stadtjubiläums auf den Platz vor dem Rostocker Rathaus gekommen. Unter dem Motto „Sehnsucht nach Mehr“ haben sich die Kirchgemeinden der Stadt, Glaubensgemeinschaften, Vereine und Initiativen mit vielen attraktiven Angeboten an Unterhaltung, Information und Gebet präsentiert.

Über 1000 Besucher beim Stadtkirchentag in Rostock / Breites Angebot: Unterhaltung, Infos, Gebet

„Wir haben uns zusammengetan, ökumenisch, freikirchlich“, betonte Jeremias: „Wir sind eine Kraft für diese Stadt.“

Das hätten die Rostocker Christen insbesondere beim großen Flüchtlingsandrang 2015 bewiesen. „Wir waren eine starke Kraft, als es hieß, gastfreundlich zu sein gegenüber Tausenden Migranten“, erklärte Jeremias. Das Thema Flüchtlinge griff auch Alt-Bundespräsident Joachim Gauck auf, als er am Nachmittag den ökumenischen Stadtkirchentag in Rostock besuchte. Deutschland habe in der Flüchtlingsfrage nicht versagt, so Gauck. Das Land habe sehr viele Flüchtlinge aufgenommen, „auch von denen, die keine Legitimation haben, hier zu sein“, sagte der ehemalige Rostocker Pastor. Er wünsche allen Flüchtlingen ein besseres Leben, „aber die Regierung hat den Auftrag, dass das Land regierbar bleibt“, sagte Gauck. Als Grund für eine ablehnende Haltung gegenüber Flüchtlingen sehe er die Furcht vor Überfremdung. Viele Menschen in Deutschland und auch in den ehemaligen sozialistischen Ländern hätten „Angst, sie selbst könnten zu kurz kommen“, bemerkte Joachim Gauck.

„Einander Liebe zu geben“, das predigte Bischof Chediel Sendoro aus Tansania in seinem Mittagsgebet den Menschen auf dem Neuen Markt. Für den Bischof der erst 2016 neu gegründeten Mwanga-Diözese in Nordost-Tansania war es der Antrittsbesuch in der Rostocker Partnerkirche. „Er hatte mit rund 6000 Kilometern die weiteste Anreise“, erklärte Pastor Jeremias, der im Januar 2018 selbst in Tansania war. Er übersetzte dann auch das in Englisch gesprochene Gebet. Zur Einführung in sein neues Amt im Kirchenkreis Mecklenburg 2016 hätte er extra einen Englischkurs besucht, verrät Jeremias. Auch in Suaheli versuchte sich der Pastor. Zusammen mit Bischof Sendoro und vielen Rostockern sang er das Lied „Asante sana Yesu“ (Wir danken dir Jesus) in der afrikanischen Sprache.

Im gesamten Stadtzentrum konnten die Besucher des Rostocker Kirchentages Konzerte, Workshops, Foren erleben. Um die Marienkirche herum hatten die Kinder ihren Spaß und auf der Bühne auf dem Neuen Markt wurde den ganzen Tag lang gesungen, musiziert, Theater gespielt und gebetet. Eine faszinierende Show lieferte Mr. Joy alias Karsten Strohhäcker, einer der bekanntesten und vielfältigsten christlichen Aktionskünstler Europas, ab. Mit Bällen und Äpfeln jonglierend und mit einer kräftigen Portion Humor erzählt er das Evangelium. Monika und Rainer Schnetzke aus Warnemünde gefielen die „lockere Atmosphäre“ und die vielen Sitzgelegenheiten auf dem Marktplatz. „Es ist sehr schön, was hier in Programmen und an den Ständen angeboten wird“, war sich das Ehepaar einig, das in der Kirchgemeinde Warnemünde aktiv mitwirkt.

Malfrauen der Kirchgemeinde Kröpelin zeigten in einem Zelt „Die Schöpfungsgeschichte in sieben Bildern.“ „Wir sind extra aus Kröpelin zum Stadtkirchentag angereist, hier gehören wir auch hin, wir sind eine Kirche“, stellte Diakonin Aranka Leingang lachend klar. Gleich nebenan lockte Sunna Hollmann, Leiterin der katholischen Ehe-, Familien- und Lebensberatungsstelle in Rostock, Besucher, in einer „Landschaft der Beziehungen“ ihre derzeitige Beziehungsposition einzuordnen, „über die eigene Beziehung nachzudenken“. In einem Straßenmemory konnten Gäste biblische Themen im Doppelpack finden. „Dieser Tag ist eine großartige Aktion. Toll, wie alle Gemeinden Spiel, Spaß, Information anbieten“, sagte Roland Rogalski von der Ufergemeinde Groß Klein. Steuerer Jeremias ist am Ende zufrieden. So ein Tag macht „Sehnsucht nach Mehr“.

Doris Deutsch

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