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Rostock Wirbel um Parkplatz an der Sporthalle
Mecklenburg Rostock Wirbel um Parkplatz an der Sporthalle
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00:00 28.08.2018
Alles frei: Opa Joachim Biermann (71) aus Diedrichshagen kann nicht verstehen, warum der Parkplatz am Sportplatz für die Eltern gesperrt wird. Nachmittags sei eine Öffnung des Tores doch kein Problem, so Biermann. Quelle: Foto: André Wornowski
Warnemünde

Harter Schlag für die Vereine, die auf dem Sportkomplex an der Parkstraße trainieren: Weil hier übergangsweise die Grundschule „Heinrich Heine“ in Containern untergebracht ist, dürfen Eltern zum Nachmittagstraining nicht mehr auf den Parkplatz fahren. Aus Sicherheitsgründen bleibt das Tor bis 18 Uhr zu. So hat es die Stadt entschieden.

Die Vereine sind sauer: „Uns ist klar, dass Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden müssen. Aber einfach das Tor zu schließen, so geht es auch nicht“, sagt Siegfried Krüger, Vorsitzender des SV Warnemünde. Im Ostseebad herrsche eine besondere Situation. „Die Parkstraße ist stark befahren, gerade in der Saison“, sagt Krüger. Und da sei es nicht so einfach, einen Parkplatz außerhalb der Anlage zu finden. Auch seien die Kinder teilweise noch gar nicht im Grundschulalter. „Wir haben zum Beispiel eine Turngruppe für Kleinkinder. Die können nicht allein zum Training gehen“, betont der Vorstandschef.

Bei den American Footballern haben erste Eltern bereits die Mitgliedschaft für ihren Nachwuchs gekündigt. „Weil sie ihre Kinder nicht mehr sicher absetzen können“, sagt Jens Putzier, Manager der „Rostock Griffins“. Und bei den Fußballern des SV Warnemünde drohen Nachwuchstrainer mit einem Streik. „Sie engagieren sich ehrenamtlich bei uns für die Kinder und Jugendlichen. Jetzt müssen sie dafür draufzahlen, weil sie kostenpflichtig außerhalb des Geländes parken müssen“, sagt Vereinschef Klaus-Dieter Bartsch.

Allein bei den Fußballern sind sieben Teams betroffen. „Eltern und Großeltern ist nicht vermittelbar, dass sie ihre Kinder irgendwo auf der Straße absetzen sollen“, so Bartsch. Auch seien die Vereine nun bis 18 Uhr von ihren Büros abgeschnitten. „Das ist alles nicht zu Ende gedacht.“ Was Bartsch besonders wurmt: „Wir sind sehr verwundert, dass im Vorfeld niemand mit uns gesprochen hat, ob es nicht auch eine andere Lösung gibt.“

Krisengespräch am Freitag

Die Vereine treffen sich am Freitag zu einem Gespräch, um das weitere Vorgehen zu beraten. Die Sanierung der Grundschule in der Heinrich-Heine-Straße soll anderthalb Jahre dauern. „Wenn das jetzt solange so weiter geht, dann Halleluja“, sagt Putzier. Dabei haben die Vereine durchaus Verständnis dafür, dass etwas getan werden muss. „Gerade bei Sportveranstaltungen sehen wir, dass die Situation auf dem Parkplatz nicht unproblematisch ist“, sagt Bartsch. Aber es sei notwendig, dass Ämter und Vereine gemeinsam nach einer Lösung suchen. „Es gibt Ideen.“

Auch Joachim Biermann aus Diedrichshagen schüttelt den Kopf: Die Parkplätze auf dem Sportkomplex sind alle frei, als er gestern Nachmittag seinen Enkel aus der Grundschule abholt. Doch auch der 71-Jährige darf die Stellflächen nicht nutzen. „Vormittags ist das richtig. Denn dann bringen alle Eltern ihre Kinder auf einen Schlag zur Schule“, sagt Biermann. Aber nachmittags verteile sich das Abholen aus dem Hort über einen Zeitraum von 13.30 Uhr bis 18 Uhr. „Da ist genug Differenz. Es staut sich nichts und es gibt keine Hektik.“ Auch sei der Gehweg der Schulkinder auf der Anlage durch eine Absperrung gesichert.

Stadt verteidigt Entscheidung

Die Stadtverwaltung verteidigt auf OZ-Anfrage ihre Entscheidung: „Das Öffnen der Zufahrt würde zwangsläufig zu einem intensiven Bringe- und Holverkehr der Eltern der Grundschule bei gleichzeitigem Bringe- und Holverkehr der dort befindlichen Sportstätten und zu jeder Form des Liefer- und Versorgungsverkehrs führen“, heißt es. Bei diesem hohen Aufkommen würden die Kinder unnötig erheblich gefährdet, so die Stadt. Den Schuleltern seien bereits frühzeitig die Buslinien 36 und 37 empfohlen worden. Wenn die Kinder hier an der Haltestelle Warnemünde Strand bei der Jugendherberge aussteigen, könnten sie über den Fußweg von etwa 350 Metern sicher das Schulgebäude erreichen, heißt es. Allen betroffenen Schülern sei ein kostenloses Ticket zur Verfügung gestellt worden.

Wer seine Kinder dennoch mit dem Auto bringen wolle, könne ebenfalls auf dem Parkplatz bei der Jugendherberge anhalten. „Ein kurzzeitiger Halt für das Ein- und Aussteigen führt dabei weder zu langen Fußmärschen noch zu Parkgebühren“, so die Stadt.

Gemeinsam mit der Schule soll aber überprüft werden, ob und ab wann gegebenenfalls die Schließzeit des Tores verkürzt werden könne. Auch wird ein weiterer fußläufiger Zugang zum Gelände errichtet, teilt das Rathaus mit.

André Wornowski

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