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80 Jahre Spedition: Von einem zu 100 Lastwagen

Hinrichsdorf 80 Jahre Spedition: Von einem zu 100 Lastwagen

Im Jahr 1933 gründete Heinrich Gustke seine Firma, heute ist die dritte Generation am Steuer. Minister Volker Schlotmann (SPD) bietet Gespräche über Gigaliner an.

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Hinrichsdorf. Langatmige Grußworte und Small-Talk bei Sekt und Häppchen, so laufen Firmenjubiläen in der Regel ab. Nicht so gestern im Güterverkehrszentrum. Familie Gustke lud sich „Chansonsängerin“ Hertha Ottilie van Amsterdam zur Feier des 80. Speditionsgeburtstags ein. Sie sorgt als Moderatorin dafür, dass selbst ministerielle und präsidiale Redebeiträge kabaretthafte Züge bekommen. Es war im Jahr 1933, als der Rostocker Heinrich Gustke das Unternehmen mit einem Lastwagen gründete, heute sind mehr als 100 Fahrzeuge auf den Straßen unterwegs.

Es sei zu bewundern, wie sich die Firma über zwei Diktaturen in die Marktwirtschaft gerettet habe und zum Leuchtturm geworden sei, lobt Infrastrukturminister Volker Schlotmann (SPD). Nicht immer leicht, erinnert sich Senior Manfred Gustke: das Handeln als selbstständiger Unternehmer in der DDR und die Zeit danach. Diplomatisch verrät Gustke, dass nach 1990 nicht nur die neue Technik der Wagen Probleme machte, sondern auch, wie schwer bei Banken Kredite zu bekommen waren.

Das gelang dank der Hilfe des befreundeten Hamburger Geschäftsmanns Günter Dicks, berichtet Stephan Gustke, der die Firma von Vater Manfred übernimmt und vom reinen Transporteur zum modernen Logistikunternehmen mit mehr als 200 Mitarbeitern weiterentwickelt. Immer mehr gerät dabei für Stephan Gustke die Umwelt in den Fokus: Er baut Fotovoltaikanlagen auf Hallendächern und kauft einen Hybrid-Lkw.

Für Stephan Gustke und andere Spediteure steht aktuell ein Thema ganz oben: „Ich möchte einmal mit dem Minister in einem Lang-Lkw durch Mecklenburg-Vorpommern fahren“, sagt er Volker Schlotmann. MV beteiligt sich bisher nicht an einem Feldversuch für Gigaliner. „Wir müssen uns noch einmal zusammensetzen und uns austauschen“, bietet Schlotmann an. Sollte es zur gemeinsamen Fahrt kommen, müssten sie sich übrigens einigen, wer hinter dem Lenkrad des Lang-Brummis sitzt. Die Fahrerlaubnis besitzen beide.

Am Ende kommt hinter einer Abdeckung ein Lkw zum Vorschein, verziert mit Bildern aus der 80 Jahre alten Geschichte. Am Heck dürfen sich Gäste mit guten Wünschen verewigen. Die fahren nun auf der Autobahn quer durch Deutschland. „Auf der rechten Spur“, so Stephan Gustke. Seine Lkw seien im Tempo gedrosselt, sodass sie erst gar nicht an „Elefantenrennen“ teilnehmen könnten. Auch ein Teil der Firmenphilosophie.

Drei Generationen
Im Jahr 1933 gründete Heinrich Gustke die Spedition. Nach Manfred führt nun Stephan den Familienbetrieb in dritter Generation. Zu DDR-Zeiten, in denen die Gustkes selbstständig blieben, besaßen sie ein Fahrzeug. Nach der Wende wuchs der Betrieb kontinuierlich. Heute zählt der Fuhrpark mehr als 100 Fahrzeuge, die Spedition beschäftigt nach eigenen Angaben 210 Mitarbeiter und zehn Auszubildende. Jährlich werden 250 000 Sendungen, etwa 400 000 Tonen, transportiert. Der Umsatz: rund 15 Millionen Euro.

 

Thomas Niebuhr

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