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Aida-Schiffe 426 Millionen Euro teurer als geplant

Rostock Aida-Schiffe 426 Millionen Euro teurer als geplant

Die japanische Werft hat den Bau von zwei neuen Kreuzfahrtschiffen falsch kalkuliert. Diverse Änderungen des Kabinen-Designs kosten viel mehr Zeit, Material und Geld.

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Neuer Luxusliner: So soll sie aussehen, die „Aidaprima“.

Quelle: Aida

Rostock. Millionen-Verlust mit dem Bau von zwei neuen Aida- Schiffen: Acht Monate nach Kiellegung des ersten der beiden Kreuzliner hat die japanische Werft Mitsubishi Heavy Industries (MHI) ein Minus von 426 Millionen Euro eingefahren. Grund für die Kostenexplosion sind nach einer Pressemitteilung der Werft Schwierigkeiten bei der Konstruktion des Prototyps.

Umfangreiche Änderungen des Kabinen-Designs hätten den ursprünglichen Bau- und Zeitplan verzögert und zusätzliche Kosten für Material und Arbeitszeit verursacht.

2011 hatte das Rostocker Kreuzfahrtunternehmen zwei Superschiffe in Japan bestellt. Sie sollen anders als ihre zehn Vorgänger einen neuen, senkrechten Bug erhalten und weniger Treibstoff verbrauchen. Kostenpunkt für jeden Luxusliner: 455 Millionen Euro. Dieses Angebot hatte MHI gemacht und damit schätzungsweise 20 Millionen Euro weniger geboten als die Meyer Werft im niedersächsischen Papenburg. Die hatte zuvor sieben Kreuzfahrtschiffe für die Kussmund-Flotte gebaut und hätte die Zusammenarbeit gern fortgesetzt.

Für Schadenfreude sorgt die Nachricht aus Japan dort trotzdem nicht. Denn: „Prototypen sind immer schwer zu bauen“, sagt Werften-Sprecher Peter Hackmann. Mit dem Auftrag aus Europa wollte MHI nach Angaben von Branchenkennern eine Beschäftigungsdelle schließen — auch auf die Gefahr hin, dass der Auftrag keinen Gewinn abwirft.

Die Reederei Aida will den Millionen-Verlust der japanischen Werft nicht kommentieren und auch nicht sagen, ob der Zeitplan für ihre neuen Schiffe eingehalten wird. Die Jungfernfahrt des ersten Luxusliners, der „Aidaprima“, soll im März 2015 in Osaka Richtung Deutschland starten. Ein Jahr später ist dann die erste Fahrt des baugleichen, noch namenlosen Schwesternschiffes geplant. Beide sollen dank Mitsubishi-Technologie auf Teppichen aus Luftbläschen gleiten. Dadurch reduzieren sich Reibungswiderstand und Treibstoffverbrauch.

Jeweils 3300 Passagiere passen auf die neuen Kreuzfahrtschiffe. Diese sind die Nummer elf und zwölf in der Rostocker Kussmund-Flotte. Aida beschäftigt in Rostock mehr als 800 Mitarbeiter. Durch den Bau eines neuen Bürokomplexes im Stadthafen der hansestadt werden es künftig bis zu 400 mehr sein. Insgesamt hat das Unternehmen 6900 Mitarbeiter aus 34 Nationen.

Dass die Kosten beim Bau von Schiffen steigen, ist kein Einzelfall. Die Stralsunder Volkswerft ist mit der Konstruktion von zwei Mega-Fähren für die Reederei Scandlines in die Insolvenz geraten. Schuld waren grobe Fehler bei Planung und Fertigstellung der Schiffe. Bereits 2012 sollten die beiden Fähren in Dienst gestellt werden. Doch noch immer liegen sie in Stralsund.

 



Kerstin Schröder

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