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Rostock Anwohner gewinnen Kampf um Radweg nach 43 Jahren
Mecklenburg Rostock Anwohner gewinnen Kampf um Radweg nach 43 Jahren
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01:35 23.08.2014

Freibier und Wildschwein am Spieß für einen Radweg: Die Anwohner von Krummendorf und Langenort feierten gestern ausgiebig die Realisierung des letzten Radweg-Abschnittes zwischen den beiden Orten.

Vera Massenthe erhob ihr Glas und stieß mit den etwa 30 Gästen auf das Durchhaltevermögen ihres Mannes an. Kurt Massenthe (UFR) hat sich mit seinem Ortsbeirat seit Jahrzehnten für den Lückenschluss eingesetzt. 43 Jahre hat es gedauert. „Man braucht einen langen Atem, um die Hürden der Bürokratie zu überwinden“, sagt der Vorsitzende und ist erleichtert. Schulkinder müssen nun nicht mehr — durch die Kurve kaum sichtbar — entlang der Straße nach Hause laufen. In den 43 Jahren gab es dort drei Tote und zahlreiche Verletzte. 300 000 Euro kostete der 2,5 Meter breite Radweg, der nun den Rundweg zwischen Gehlsdorf, Krummendorf und dem Nordosten verbindet.

Auf rund eine Million Euro schätzt Holger Tiburtius vom Tief- und Hafenbauamt das Investitionsvolumen, das derzeit in die Sanierung des Radwegenetzes fließt. Unter den zehn Vorhaben, die in diesem Jahr noch angeschoben werden, ist ein Radweg in Reutershagen stadtauswärts an der Hamburger Straße zwischen Schwarzer Weg und Braesigplatz. Bislang existiert er nur auf einer Seite. Die Stadt plane außerdem die Ausschreibung für den Bau eines neues Radweges entlang der Werftstraße, beginnend „An der Kesselschmiede“ bis zur Schonenfahrerstraße. In wenigen Wochen stellen die Bauarbeiter den Fahrradweg von Hinrichsdorf bis zur „Up de Schnur“ fertig, teilte Tiburtius mit.

Für die kommenden Jahre plant das Rathaus Radwege unter anderem im Tannenweg, an der Stadtautobahn Richtung Sievershagen, in der Maßmannstraße sowie von der Schweriner Straße bis zur Tschaikowskistraße. Grundlage ist das überarbeitete Radwegekonzept, das im Herbst der Bürgerschaft vorgelegt wird.

Bausenator Holger Matthäus (Grüne) spricht von einer „neuen Qualität“. Das Konzept beinhalte vier Punkte. Wichtigster Punkt: der Ausbau des Radschnellwegenetzes nach dänischem Vorbild. Einer davon soll von Warnemünde bis zum Hauptbahnhof führen. Ausgelegt ist er für all jene, die es eilig haben und durchfahren wollen. In Abstimmung mit dem Allgemeinen Studierendenausschuss und der Uni-Leitung verbessert sich auch die Infrastruktur für Studenten. Überlegt wird, einen Radschnellweg zu schaffen, der die Uni-Standorte verbindet.



Katarina Sass

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