Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Rostock Brusow: Baustart für die „Flüster-Räder“
Mecklenburg Rostock Brusow: Baustart für die „Flüster-Räder“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:00 21.11.2013
Die Firma Bau-Union Wismar hat mit dem Errichten der Baustraße zum geplanten Windpark bei Brusow begonnen. In Stäbelow gibt es bereits Anlagen von Eno Energy. Quelle: Renate Peter
Brusow

Ein breiter Schotterweg teilt den gepflügten Acker am Ortsausgang von Brusow Richtung Retschow. In der Ferne ein Bagger, der die Trasse ebnet. Ein Transporter bringt neues Schottermaterial. Die Firma Bau- Union Wismar baut hier am Rande des beschaulichen kleinen Wohnortes die Baustraße für die Errichtung von Windrädern. Zwei Windriesen sollen aufgebaut werden.

Investor ist Eno Energy mit Sitz in Rostock und Rerik.

Der Bau ist genehmigt. Das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt (Stalu) Mittleres Mecklenburg gab dem von Eno Energy beantragten Windkraftanlagenbau grünes Licht. Nach Bundes-Immissionsschutz gebe es keine Bedenken. Die erste Windenergieanlage bei Brusow soll bereits Ende des Jahres errichtet werden. Das zweite Windrad ist für Anfang nächsten Jahres geplant. „Zwei sind auch nur vorgesehen“, sagt Eno-Energy-Sprecher Andreas Jessel.

Dabei handele es sich um Prototypen der neuen Eno 114 mit 3,5 Megawatt Leistung, die sofort nach Errichtung ausführlich vermessen würden, erklärt Jessel. Die beiden Windräder werden eine Nabenhöhe von 92 Metern haben. Die Gesamthöhe der beiden Riesen wird 149 Meter betragen.

„Jede der Turbinen wird etwa 10 000 Megawattstunden Strom im Jahr erzeugen, was der Stromversorgung von rund 2800 Haushalten mit einem Jahresverbrauch von 3500 Kilowattstunden entspricht“, erklärt der Fachmann.

Von den Bauarbeiten für die Windanlagen sollen vor allem Firmen der Region profitieren. Darauf legt der Windenergieanlagenbauer Wert. So werde ein Teil der Erdbauarbeiten von einem großen deutschen Spezialtiefbauunternehmen ausgeführt. Alle weiteren Arbeiten wie Wege, Fundamente, Kabeltrasse werden von örtlichen Firmen aus der Region zwischen Rostock und Wismar ausgeführt — wie derzeit bereits von der Bau-Union, die die Baustraße fertigstellt.

Auch viele der Baumaterialien, zum Beispiel der Schotter für die Erdarbeiten, kommen aus der Region. Eine Bürgerinitiative wendet sich seit Jahren gegen den Bau der Riesen, fürchtet viele Beeinträchtigungen in den nahen Wohngebieten umliegender Dörfer. „Die Eno-114er ist die derzeit leistungsstärkste Maschine in der Klasse zwischen drei und vier Megawatt. Wenn die Messungen am Prototypen die Annahmen bestätigen, wird die Anlage außerdem zu den leisesten am Markt gehören. Damit bringt Eno Energy frischen Wind in die Branche und stärkt Rostocks Ruf als Technologie- und Innovationsstandort“, möchte Jessel die Bürger beruhigen.

In der Gemeinde Stäbelow (Amt Warnow-West) stehen schon die ersten vier Windräder des Unternehmens. „Für das fünfte werden in diesen Tagen die Fundamente gegossen“, informiert Projektentwickler Heiko Steinfeldt. Im Dezember soll es aufgerichtet werden. Dann ist der erste Bauabschnitt für den Windpark abgeschlossen.

Im nächsten Jahr sollen sechs weitere Anlagen hinzukommen. Sicher ist das aber nicht. „Wir wissen noch nicht, wie wir sie anordnen“, so Steinfeldt. Grund sind Probleme mit dem Radar der Luftüberwachung. „Es kann sein, dass es auch ein Windrad weniger sein wird.“ Schon im ersten Bauabschnitt wird es nur fünf anstelle der ursprünglichen sechs geplanten Windkraftanlagen geben.

Die Diskussion um den Energiepark sei in Stäbelow nicht so intensiv geführt worden wie in Brusow. „Nach anfänglichen Schwierigkeiten ist es insgesamt gut gelaufen“, teilt Firmensprecher Jessel mit.

Strom durch Wind

2 Windenergieanlagen sollen bei Brusow errichtet werden. Das erste Windrad wird noch 2013 aufgebaut.

92 Meter hoch wird die Nabenhöhe sein, die Gesamthöhe beträgt 149 Meter.

10 000 Megawatt Strom im Jahr erzeugen die Riesen, was der Stromversorgung von rund 2800 Haushalten mit einem Jahresverbrauch von 3500 Kilowattstunden entspricht.

BARGESHAGEN
„Bargeshäger Hufe“: Weg für Fußgänger frei
Um die einzelnen Bauabschnitte im neuen Wohngebiet „Bargeshäger Hufe“ auch für Fußgänger und Radfahrer miteinander zu verbinden, hat die Gemeinde Admannshagen-Bargeshagen jetzt für 1850 Euro ein 25 Quadratmeter kleines Flurstück erworben. Notwendig geworden war der Kauf, weil sich die Fläche zwischen zwei Bebauungsplänen im Eigentum einer Erbengemeinschaft befand und eine durchgehende öffentliche Wege-Nutzung nicht möglich war. Die anfallenden Kosten werden in der Haushaltsplanung 2014 berücksichtigt.

Nach Verhandlungen zwischen Gemeindevertreter Eduardo Catalan und der Erbengemeinschaft konnte man sich jetzt einigen. Bedingung: Neben einer einmaligen „Nutzungsentschädigung“ in Höhe von 1850 Euro verpflichtet sich die Gemeinde außerdem, für eventuell auftretende Unfälle die Haftung zu übernehmen sowie für Ordnung und Sauberkeit zu sorgen.

Um Admannshagen-Bargeshagen das Nutzungsrecht für den Überweg langfristig zu sichern, soll die Eintragung einer Baulast zugunsten der Gemeinde erfolgen. Ein entsprechender Antrag sei bereits an den Landkreis Rostock gestellt worden, sagte Mona Hannemann vom Amt Bad Doberan Land. Das Anliegen werde geprüft.

Im Wohngebiet „Bargeshäger Hufe“ rollen seit einigen Wochen die Bagger, erste Rohbauten entstehen. Aktuell werden zunächst die kompletten Ver- und Entsorgungsleitungen hergestellt, der Endausbau mit Borden, Asphaltdecke, Beleuchtung und Grünanlagen soll im Frühsommer 2014 über die Bühne gehen.

Lennart Plottke Renate Peter und Jens Barkhorn