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Rostock Grünes Licht für 120 Meter hohe Windräder
Mecklenburg Rostock Grünes Licht für 120 Meter hohe Windräder
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01:35 27.08.2014

Der Weg für den Bau von zunächst drei neuen Windrädern zwischen Admannshagen und Bargeshagen ist frei: Auf ihrer Sitzung stimmten die Gemeindevertreter einem Antrag der Wind-Consult Messfeld Verwaltungsgesellschaft einstimmig zu. „Wir hatten die Wahl, hier die Füße stillzuhalten, nichts zu tun und abzuwarten oder selbst zu agieren“, erklärte Bürgermeister Eduardo Catalán. „Immerhin haben wir uns jetzt mit den Investoren auf Größe und Anzahl der Anlagen geeinigt.“

Die in Bargeshagen ansässige Firma Wind-Consult sei an die Gemeinde herangetreten, um bauliche Veränderungen auszuloten, so Catalán. Nach Angaben des Amtes für Raumordnung und Landesplanung hätten sich die Räume und Flächen für Windenergie-Anlagen geändert. Danach dürften auf das Messfeld am Admannshäger Ortsrand sogar acht Windräder gestellt werden. „Und das mit einer Nabenhöhe von 120 bis 140 Metern“, betonte Städteplaner Ronald Mahnel. „Da würden wir bei einer Gesamthöhe von 200 Metern landen.“

Etwa ein dreiviertel Jahr habe die Gemeinde mit den Investoren verhandelt: „Jetzt haben wir eine aus unserer Sicht akzeptable Lösung“, sagte Catalán. Demnach werden auf dem Messfeld zunächst drei der fünf vorhandenen Windräder ausgetauscht und durch moderne Anlagen ersetzt — mit einer maximalen Nabenhöhe von 92 Metern. „Wir landen bei einer Gesamthöhe von 150 Metern“, macht Mahnel deutlich. „Und nicht, wie möglich, von 200 Metern.“ Und auch die Anzahl der Windräder würde sich nicht von fünf auf acht erhöhen, stellte Planer Mahnel klar.

Im Vorfeld hatte es vor allem mit Blick auf die Höhenvorgaben Diskussionen gegeben. „Die neuen Anlagen sollen von 55 Metern Nabenhöhe auf 92 Meter anwachsen“, sagte etwa der Admannshäger Matthias Zielasko, der in der Nähe wohnt. „Damit die Dinger auch ja auf das Gelände passen, wird der Bebauungsplan einfach mal so angepasst.“ Tatsächlich verrichteten auf dem Messfeld bislang fünf Windräder ihren Dienst, die nach dem ursprünglichen B-Plan eine Nabenhöhe von maximal 55 Metern nicht überschreiten durften.

„Warum müssen die Anlagen schon nach 16 Jahren wieder ausgetauscht werden?“, fragte Anwohner Dirk Oettinghaus und stellte eine provokante These in den Raum: „In absehbarer Zeit wird die Windkraft-Lobby den politischen Druck der Öffentlichkeit zu spüren bekommen und die Förderungen werden zusammengestrichen.“ Deshalb habe es jetzt aus Sicht der Gemeinde Handlungsbedarf gegeben, meinte der Admannshäger.

In erster Linie handele es sich bei dem Areal zwischen Admannshagen und Bargeshagen um ein Test- und Laborfeld, so Bürgermeister Eduardo Catalán und stellte klar: „Die Wind-Consult betreibt die Anlagen nicht vordergründig kommerziell.“ Für Anwohner bestehe kein Grund zur Sorge. „Sämtliche städtebaulich und umweltrechtlich relevanten Belange sind im Bundes-Immissionsschutzgesetz geregelt — wir sind auf der sicheren Seite.“

Nabenhöhe wächst von 55 auf 92 Meter

92 Meter — so hoch dürfen die Naben der neuen Windräder künftig sein.
150 Meter beträgt dann die maximal zulässige Gesamthöhe der Anlagen auf dem Messfeld — festgeschrieben per städtebaulichem Vertrag.200 Meter wären auf dem „Eignungsgebiet“ laut regionalem Raumentwicklungsprogramm sogar möglich gewesen.



Lennart Plottke

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