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Rostock IMG schickt Großanlage nach Russland
Mecklenburg Rostock IMG schickt Großanlage nach Russland
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02:25 26.03.2014
Derzeit baut IMG in Rostock eine Anlage zur Herstellung großer Schiffsteile. Die so genannte Paneel-Linie ist hochgradig automatisiert und kann später von nur drei Leuten bedient werden. Quelle: Fotos: Ove Arscholl

Es ist eine der größten Anlagen, die je bei der Rostocker Ingenieurtechnik und Maschinenbau GmbH (IMG) in Schmarl gebaut wurde: die knapp 300 Meter lange Paneel-Linie für eine Werft nahe des russischen Wladiwostok. Mit dieser können Schiffsteile zugeschnitten und verarbeitet werden. Ende April werden die russischen Kunden zum Schocktest in die Hansestadt kommen und die automatische Schweißstrecke abnehmen, bevor die Anlage komplett in Richtung Osten verschifft werden kann.

Ganze 30 Millionen Euro hat die Linie gekostet. Das Besondere: Bis zu 23 Meter breite Bleche können mit ihr verarbeitet werden. Eine Größe, die in Europa nicht üblich ist, sagt Fertigungsleiter Klaus- Dieter Leppin. „140 Container sind bereits bestückt. 20 werden wohl noch hinzukommen.“ Aktuell wurden die Leitungen und Magnete der Anlage von den Elektroinstallateuren beschriftet. Ziel sei es, Ende des Jahres die Anlage in Russland in Betrieb zu nehmen. Schon jetzt seien Rostocker Mitarbeiter in Russland und bereiten die Montage vor. Später reichen aufgrund der hochgradigen Automatisierung drei Personen, um die Schweißstrecke vollständig zu bedienen. Bis zu 15 Monate werden dann von der Planung bis zur Inbetriebnahme vergangen sein.

Doch nicht nur die Werften in Russland schwören auf die Anlagen aus Rostock. Auch nach Brasilien, den USA, Vietnam, China, Kroatien und Italien konnte IMG bereits liefern. 90 Prozent des Geschäftsvolumens entfallen auf das Ausland. „Bei uns gibt es alles aus einer Hand. Das mögen unsere Kunden“, sagt Leppin über den weltweiten Erfolg. Und es gebe bereits weitere Aufträge für IMG. Die insgesamt 110 Arbeitsplätze in Rostock seien sicher.

„Langsam bauen wir sogar wieder auf.“ Dass das nicht immer so war, weiß vor allem der 62 Jahre alte Fertigungsleiter. Seit 1975 ist er im Unternehmen, das damals als Rationalisierungsmittelbau für das Kombinat Schiffbau bekannt war. Mit der Wende, der Privatisierung und der Werften—Krise gingen auch die Mitarbeiter. „Wir waren mal 300, das Gelände war noch viel größer“, sagt Leppin. Nur durch eine Erweiterung des Angebots habe man sich unabhängig von den Werften machen können. „Wir legen sehr viel Wert auf Forschung und Entwicklung, die Zusammenarbeit mit der Uni Rostock ist sehr eng.“ So werden bei IMG im eigenen Laserzentrum moderne Schweiß- und Fügetechnologien entwickelt.

Aber auch durch Übernahmen konnte sich das Unternehmen breiter aufstellen. So übernahm die IMG 2008 die Industrie Engineering & Management GmbH (IEM) in Wismar und 2011 die Systemtechnik GmbH (SMT) in Syke bei Bremen. Der SMT — eine auf Roboterschweißsysteme spezialisierte Firma — ist es gerade gelungen, in den osteuropäischen Markt einzutreten. In Rumänien haben sie drei hochleistungsfähige Roboter- Schweißzellen installieren können.

Mittlerweile habe sich IMG zum Weltmarktführer in Sachen Projektierung, Planung und Lieferung von Systemlösungen für die Schiffs-, Maschinen- und Stahlbauindustrie entwickelt. Auch in der Windenergieindustrie sind die Rostocker tätig. 2012 vermeldete das Unternehmen einen Rekordumsatz von 42 Millionen Euro.

249 Mitarbeiter
1959 entsteht der Rationalisierungmittelbau für das Kombinat Schiffbau in Schmarl. Mit der Wende kommt auch die Privatisierung des Unternehmens, es entsteht die Ingenieurtechnik und Maschinenbau GmbH (IMG). Schon fünf Jahre später werden erste Aufträge aus dem Ausland angenommen. 2002 beginnt man bei IMG, sich der Forschung zu widmen. Bis 2010 steigt der Anteil eingesetzter Forschungsmittel von 2,3 auf 8,8 Prozent. In der Firmengruppe sind aktuell 240 Mitarbeiter beschäftigt, 110 davon im IMG—Hauptsitz in Schmarl.



Sophie Pawelke

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