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Rostock Im April ist Baustart am Lichtenhäger Brink
Mecklenburg Rostock Im April ist Baustart am Lichtenhäger Brink
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00:21 15.01.2015
Der Brink in Lichtenhagen soll saniert werden. Heidemarie (72) und Werner (74) Fromm sind froh darüber. Quelle: Ove Arscholl

Vom Aushängeschild zum Schandfleck: Der Lichtenhäger Brink mit seinen Gärten, sieben Wasserspielen, dem Bauernbrunnen und Bronzeplastiken wirkt heute runtergekommen und verwahrlost. Die Wasserspiele sind abgedeckt, Bodenplatten kaputt, Geschäfte geschlossen, Fassaden beschmiert. Seit Jahren fordern die Einwohner, die seit 1984 denkmalgeschützte Bummelmeile des Stadtteils endlich zu sanieren. Aus Kostengründen wurde das Projekt immer wieder verschoben. Doch nun geht es los.

Die Sanierung des Lichtenhäger Brinks ist ausgeschrieben und steht 2015 auf der Bauliste der Stadt. „In den ersten beiden Bauabschnitten soll die gesamte Befestigung erneuert, die technischen Anlagen und die Brunnen rekonstruiert werden“, teilt Heiko Tiburtius, Leiter des Tiefbauamtes, mit. Die Gehölz-, Stauden- und Rasenflächen werden aufgewertet und erneuert, Mauern und Sockel gesetzt, Bänke, Fahrradständer und Papierkörbe aufgestellt. Im April soll mit den Baumaßnahmen begonnen werden, kündigt Tiburtius an.

„Endlich“, sagt Ortsbeiratsvorsitzender Ralf Mucha (SPD). Der Lichtenhäger Brink habe neben dem Elmenhorster Weg stets „oberste Priorität“ im Ortsbeirat gehabt. Heidemarie (72) und Werner (74) Fromm spazieren gern hier und sind froh, wenn nun endlich was passiert.

Rund zwei Millionen Euro soll das in vier Bauabschnitte geteilte Vorhaben kosten. Die Summe sei laut Tiburtius in den Haushalt eingestellt worden, es werde jedoch weiter auf Förderung gehofft. In der Vergangenheit wurde die Investitionssumme mehrfach nach unten korrigiert. 2011 waren für das Bauprojekt noch 2,8 Millionen Euro angedacht gewesen.

„Das meiste Geld kostet die Wegerneuerung“, ist Stefan Neubauer, Leiter des Grünamtes der Stadt, überzeugt. Sein Amt hat zusammen mit dem Rostocker Planungsbüro AIB das Projekt erarbeitet und sich dabei streng an die Originalpläne der 70er-Jahre gehalten. „Was die Maßstäbe und auch die Materialität betrifft“, sagt Neubauer, „da hat das Denkmalamt genau hingeschaut“. So sollten auch die 1,20 Meter großen quadratischen Betonplatten wieder verlegt werden. Doch das Raster gebe es nicht mehr, also werden jetzt rund 2000 Quadratmeter mit 60 mal 60 Zentimeter großen, befahrbaren Gehwegplatten verlegt. „Mit jeweils vier Platten wird optisch das gleiche Bild erreicht“, so Neubauer.

Die Gehölze seien inzwischen prächtig gewachsen, der Baumbestand werde nun vernünftig ausgelichtet. Die Staudenrabatten würden aus pflegerischen Gründen minimiert. „Die Plastiken“, so Neubauer, „sind zum Teil eingelagert und werden in Zusammenarbeit mit dem Kulturamt wieder einen Platz auf dem Brink finden“. Die Wasserspiele mit wertvollen Mosaiken seien alle funktionstüchtig, würden aber erst nach der Blüte der Japanischen Kirschen wieder abgedeckt, damit die Blütenblätter die Becken nicht verstopfen.

Boulevard seit 1984 auf der Denkmalliste
Die Fußgängerzone Lichtenhäger Brink bildet den Mittelpunkt des Stadtteils. Anders als in anderen DDR-typischen Plattenvierteln, wurde mit dem „Brink“ ein eher ungewöhnliches Kleinod geschaffen, das von vielen Gärten, Brunnen, verwinkelten Ecken und Kunstwerken bestimmt wird. So wurde auf dem Lichtenhäger Brink eine Bronzestatue von Bernd Goebel, die Bronzeplastik „Liegender Knabe“ von Wilfried Fitzenreiter und die Skulptur „Handschuhanziehende“ von Fritz Cremer installiert. Die Werke wurden zum Teil eingelagert. Der Boulevard war 1984 als einzige neuzeitliche Gartenanlage im Stadtgebiet in die Denkmalliste der Hansestadt aufgenommen worden.



Doris Kesselring

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