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Mehr Fläche, mehr Kaikante: Fischereihafen expandiert

Warnemünde Mehr Fläche, mehr Kaikante: Fischereihafen expandiert

Der Fracht- und Fischereihafen hat Grundstücke gekauft. Bis 2030 werden 7,1 Hektar Land zusätzlich benötigt. In Krummendorf bleibt Widerstand gegen die Hafenerweiterung.

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Vor allem Holz wird im Fracht- und Fischereihafen umgeschlagen. Am Freitag kamen 3000 Festmeter Kiefernholz aus Estland in Rostock an. Winfried Wokersin (61), Portmanager im Fischereihafen, koordiniert den Umschlag.

Quelle: Fotos: Ove Arscholl (3), Anja Levien

Warnemünde. Die Rostocker Häfen wachsen. Im Fracht- und Fischereihafen reichen die Flächen bald nicht mehr aus. Für einen möglichen Ausbau des Seehafens soll in Krummendorf und Peez Land gewonnen werden. Der Hafenentwicklungsplan 2030 (HEP), der bis 2016 erarbeitet wird, dient als Entscheidungsgrundlage. Widerstand formiert sich schon lange. In Krummendorf müssten 43 Häuser weichen. Darauf weist jetzt der Ortsbeirat erneut hin.

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Wir haben unsere Flächen weiterent- wickelt. Wir können innerhalb des Hafens nichts mehr machen.“Daniele Priebe, Fracht- und Fischereihafen

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1,3 Millionen Tonnen wurden im vergangenen Jahr im Fracht- und Fischereihafen umgeschlagen. Bis 2030 sollen hier 1,5 Millionen Tonnen Güter über die Kaikante gehen. 7,1 Hektar mehr Flächen werden benötigt. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung des Beratungsunternehmens CPL. Deshalb hat Daniele Priebe, Geschäftsführerin des Fracht- und Fischereihafens, vorgesorgt. Das Rosoma-Gelände, das nördlich an den Fischereihafen grenzt, ist seit Anfang 2014 in Hafenbesitz. „Die Fläche können wir später für den Hafen entwickeln“, sagt Priebe. Wichtiger war der mit dem Kauf verbundene Liegeplatz.

Auch hier stößt der Hafen bereits an sein Limit. Mit angrenzenden Firmen ist Priebe im Gespräch.

Seit 2014 gehören die 47000 Quadratmeter der Marieneher Umweltschutz und Recycling GmbH (MUR) zum Hafen. „Der Geschäftsbetrieb läuft weiter. Wir haben die Halle miterworben und nutzen sie als Lagerfläche“, erzählt Priebe. Zudem liegen zwei Anträge beim Landesförderungsinstitut vor. Zum einen soll eine 10000 Quadratmeter große Fläche im Fischereihafen für die Zwischenlagerung von Schüttgut befestigt, zum anderen sollen die Liegeplätze 4 und 5 ausgebaut werden. „Die sind in einem Zustand, dass wir sie kaum noch wirtschaftlich nutzen können“, sagt Priebe. Den alten Schlachthof hat sie ebenfalls im Blick. „Wenn der B-Plan steht, würden wir uns gerne einbringen.“

Zehn Kilometer Gleisnetz ziehen sich durch den Fracht- und Fischereihafen. 80 Prozent der Güter werden auf die Schiene umgeschlagen. Damit die Entwicklung nicht stockt, wird der Bahnhof Bramow ausgebaut. „Die Stumpfgleise sollen an die durchgehenden Hauptgleise angebunden werden. Hierzu sind noch verschiedene Varianten im Gespräch“, teilt eine Sprecherin der Deutschen Bahn mit. Die Bauarbeiten sollen in 2019/2020 stattfinden.

Die CPL-Untersuchungen fließen mit in den HEP ein, der Fischereihafen, Kreuzfahrtterminal und Seehafen beinhaltet. Der Plan soll aufzeigen, welche Perspektiven der Hafenstandort hat und wie er sich im Wettbewerb behaupten kann. „Das ist ein Fachplan, der keine Verbindlichkeit nach außen entfaltet. Wir brauchen Abwägungsmaterial für die Raumplanung“, sagt Ralph Müller, Leiter des Stadtplanungsamts.

Denn parallel zum HEP läuft die Vorrangprüfung des Regionalen Planungsverbandes Region Rostock für die Vorbehaltsgebiete „Seehafen Ost“ (Peez) und „Seehafen West“ (Krummendorf). Der Plan: Das Land soll für die Hafenerweiterung und Ansiedlung von hafenaffinem Gewerbe genutzt werden. „In beiden Gebieten haben wir noch erheblichen Raumwiderstand zu regeln“, sagt Gerd Schäde, Leiter des Raumordnungsamtes der Region Rostock. Zum einen die Siedlung in Krummendorf, zum anderen den Naturschutz in Peez. „Das muss bewertet und erfasst werden.“ Die Firma Inros Lackner hat den Zuschlag für das Gutachten bekommen und wird sich beim sechsten Hafenforum vorstellen.

An diesem wird auch Kurt Massenthe (UFR) als Ortsbeiratsvorsitzender von Gehlsdorf, Hinrichsdorf, Krummendorf, Nienhagen, Peez, Stuthof und Jürgeshof teilnehmen. Dieser hat jetzt eine Erklärung zum HEP abgegeben. „Die geplante Umwandlung von Vorbehalts- in Vorranggebiete stellt für 300 Einwohner einen tiefen Eingriff in ihr privates Leben dar. 120 Bürger müssen umgesiedelt und entschädigt werden“, so Massenthe. Argument gegen die Pläne: „Sämtliche ältere Prognosen für die Hafenentwicklung sind nicht eingetroffen, sondern in erheblichem Maße unterschritten worden“, teilt der Beirat mit. Seit Jahren kämpfen auch Bürgerinitiativen um ihren Wohnraum. Werden die Flächen als Vorranggebiete ausgewiesen, könnten die Grundstücksbesitzer enteignet werden.

Begehrte Flächen
Die Stadt wirbt seit Jahren bei Nordic Yards um Werftflächen. „Es existiert bereits ein Pachtvertrag zwischen Stadt und Nordic Yards, der die Kaiflächen am alten Werftbecken betrifft“, teilt die Stadtverwaltung mit. „Gespräche laufen zur Vergrößerung dieser Flächen mit dem Ziel, die Bedingungen für die Kreuzschifffahrt weiter zu verbessern.“ Freie Kaikanten gibt es im maritimen Gewerbegebiet Groß Klein. Gegen die Erweiterung läuft ein Verfahren am Oberverwaltungsgericht. Das Unternehmen Wiro hatte geklagt. al
64 Angestellte
1,3 Millionen Tonnen wurden im vergangenen Jahr im Rostocker Fracht- und Fischereihafen umgeschlagen. 800000 Tonnen davon allein an Holz. Ansonsten gehen hier Baustoffe, Glas und Produkte für die Offshoreindustrie über die 1290 Meter Kaikante.
10Kilometer Gleisnetz ziehen sich durch den Rostocker Fracht- und Fischereihafen. Dieser gehört zu sechs Prozent der Stadt und zu 94 Prozent der Rostocker Versorgungs- und Verkehrsholding (RVV). 60 Arbeitskräfte und vier Auszubildende zählt das Unternehmen. Auf dem Gelände befand sich früher das Fischkombinat.

 



Anja Levien

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Rostock
Vor allem Holz wird im Fracht- und Fischereihafen umgeschlagen. Am Freitag kamen 3000 Festmeter Kiefernholz aus Estland in Rostock an. Winfried Wokersin (61), Portmanager im Fischereihafen, koordiniert den Umschlag.

Der Rostocker Fracht- und Fischereihafen hat Grundstücke zur Flächenvorsorge gekauft. 2030 werden hier 7,1 Hektar zusätzlich benötigt.

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