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Wirtschaft Rostock: Ein Stiefelprofi packt aus
Mecklenburg Rostock Wirtschaft Rostock: Ein Stiefelprofi packt aus
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19:01 05.12.2018
Schuhmachermeister Axel Milnik weiß, wie man Stiefel so putzt, dass der Nikolaus nichts zu meckern hat, reichlich Süßes hineinsteckt. Quelle: Ove Arscholl
Stadtmitte

Wenn er wollte, könnte Axel Milnik (48) beim Nikolaus so richtig absahnen. Zwar trägt er selbst nur Schuhgröße 42, doch wie man Riesenbotten mit reichlich Platz für Süßes schustert, weiß er genau. Milnik ist Schuhmachermeister in dritter Generation, leitet die Werkstatt der Manufaktur Gesundschuh in der Steinstraße und hat in seiner über 30-jährigen Karriere mehr Stiefel angefertigt, als er zählen kann. Darunter auch Prachtexemplare, bei denen die Sohle ganze 33 Zentimeter misst. „Da geht ordentlich was rein“, scherzt Milnik.

Als er ein kleiner Junge war, ist Axel Milnik am Nikolausmorgen nie leer ausgegangen. „Weil ich ein bisschen gemogelt habe“, verrät der Schuster. Er habe sich am Vorabend in die Schuhmacher-Werkstatt seines Opas geschlichen und seine Stiefel von dessen Maschinen putzen lassen. „Die wurden blitzeblank.“

Heute stellt Axel Milnik seine knöchelhohen Schnürschuhe lieber nicht vor die Haustür. „Sonst schleppen sie noch die Hunde aus der Nachbarschaft weg“, sagt er und lacht. Dennoch wird er hin und wieder mit Schokolade überrascht. „Manchmal steckt mir meine Frau einen Weihnachtsmann in den Schuh.“

Für alle, denen der Nikolaus nichts oder nur ein Stück Kohle beschert, hat der Profi ein paar einfache Putz-Tipps fürs nächste Jahr parat: „Leder ist ein Naturprodukt und braucht Fett.“ In der Schuhcreme müsse Bienenwachs stecken. Die Pflege wird mit einem Lappen auf die zuvor imprägnierten Stiefel aufgetragen. Anschließend werden Spitze, Schaft und Co. mit einer Handbürste auf Hochglanz poliert. Ausnahme: Stiefel aus Wildleder. Die seien sehr empfindlich. „Am besten gar nicht anziehen, sondern für Nikolaus aufheben“, sagt Axel Milnik und lacht. Und ist solch ein Paar doch mal eingestaubt, empfiehlt sich eine Raulederbürste. Für hartnäckigere Flecken und speckige Stellen gibt es spezielle Reinigungsgummis.

Schuhpflege sei heutzutage leider aber kaum noch angesagt, bedauert Axel Milnik. „Wir leben in einer Wegwerfgesellschaft. Das werden Schuhe lieber neu gekauft, als geputzt oder repariert.“ Um das Lieblingspaar zu retten, seien vor allem Frauen aber bereit, Geld auszugeben.

Großzügig muss auch der Nikolaus sein, will er die Stiefel von Axel Milniks Kunden randvoll füllen, denn viele Kinder und Jugendliche leben auf großem Fuß. Schuhgröße 48 und mehr sei bei Heranwachsenden keine Seltenheit, sagt Milnik. Damit falle der Durchschnitts-Treter sieben Nummern größer aus als noch vor wenigen Jahren.

Noch reichere Ausbeute könnte machen, wer das Ausstellungsstück der Manufaktur vor die Tür stellt: Der Halbschuh Größe 75 bringt es auf gut einen halben Meter Sohlenlänge. Gut fünf Kilo Süßigkeiten würden in den Stiefel passen, den die Gesundschuh-Schuster einst für einen Schlachtereimitarbeiter angefertigt haben. Das Prachtstück hatte Schuhgröße 57. XXL-Stiefel haben die Schuhmacher sogar schon einem Elefanten verpasst. Weil ihn ein Fußleiden quälte, fertigte die Gesundschuh-Manufaktur einen Lederstiefel für den Dickhäuter.

Den größten Stulpenstiefel der Welt hat übrigens die Stadt Leisnig in Sachsen zu bieten. Die Riesenbotte hat Schuhgröße 330 (Sohlenlänge 2,20 Meter) und ist fast fünf Meter hoch. Der Mensch, der weltweit mit nur einem Stiefel die reichste Nikolausausbeute machen könnte, heißt Jeison Rodriguez. Der 22-jährige Venezolaner lebt wahrlich auf großem Fuß, er trägt Schuhgröße 68.

Nikolaus kommt in fast jedes Haus

In den meisten Kinderstiefeln werden am Nikolausmorgen Geschenke stecken. Umfragen zufolge befüllen 99 Prozent der Deutschen Stiefel ihrer Lieben. Meist werden Süßigkeiten versteckt, zunehmend aber auch Präsente wie CDs, Schmuck, Handschuhe oder Mützen.

Antje Bernstein

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