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Umgehung? Anwohner der B 105 sind dafür

SIEVERSHAGEN Umgehung? Anwohner der B 105 sind dafür

Bürger wollen weniger Lärm und Verkehr. Gegner gründen eine Initiative.

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Eckhard Hammann (v.l.), Petra Geilus, Marita Utesch und Margret Biernaht wollen die Umgehungsstraße.

Quelle: Jens Barkhorn

Sievershagen. Das Thema Umgehungsstraße sorgt für gegensätzliche Meinungen in der Doppelgemeinde Lambrechtshagen/Sievershagen. Die Anwohner an der Bundesstraße 105 sind dafür: Sie wollen eine Entlastung auf der vielbefahrenen Straße. „Wir wünschen uns, dass es wieder eine ländliche Gemeinde wird“, sagt Eckhard Hammann. Auf der vor kurzem einberufenen Einwohnerversammlung hingegen hatte eine andere Stimmung geherrscht. Die Mehrheit der Bewohner war gegen eine neue Straße (die OZ berichtete).

Doch die Anlieger der B 105 haben vom Verkehr die Nase voll. „Im Lauf der Jahre ist es immer schlimmer geworden“, sagt Petra Geilus. Seit 1997 wohnt sie in Sievershagen. Damals war sie noch nicht von einem so hohen Verkehrsaufkommen ausgegangen. „Als wir das Grundstück kauften, hieß es noch, es solle eine Umgehungsstraße gebaut werden. Aber die kam nicht.“ Marita Utesch hat sogar Angst um ihr Haus: „Das ist von 1904. Für solch einen Verkehr ist das gar nicht ausgelegt.“ Schon mehrfach habe es Risse in der Fassade gegeben. „Und dann noch die Abgase und der Lärm“, klagt die 70-Jährige.

Jetzt hoffen die Anlieger der Rostocker Straße — so heißt die B 105 in der Ortslage Sievershagen — auf die Aufnahme der Umfahrung in den Bundesverkehrswegeplan. „Solch eine Entscheidung wird ja für die nächsten 15 Jahre getroffen“, sagt Hammann. Und da müsse man auch mögliche politische Entwicklungen bedenken. Der 61-Jährige fällt dafür ein Beispiel ein: „Wenn die Pkw-Maut für Autobahnen kommt, dann verlagert sich der Verkehr. Dann fahren alle durch Sievershagen.“

Das wollen die Anwohner an der B 105 verhindern. Schon jetzt gebe es zu viele Autos. „Man kann nicht mehr draußen sitzen, früher hatte noch jeder eine Bank vor der Haustür“, sagt Eckhard Hammann.

Die Umgehung würde zudem Alt Sievershagen entlasten: „Da fahren viele Rostocker durch, die zum Ostseepark wollen. Vielleicht kann man den Verkehr dort durch die neue Straße etwas beruhigen.“

Fast alle Bewohner der Rostocker Straße seien für eine Umfahrung von Sievershagen. „Wir haben Unterschriften der Anlieger gesammelt, etwa 96 Prozent unterstützen das Vorhaben“, gibt Hammann an. Die Liste übergab er der Gemeindevertretung.

Am kommenden Mittwoch wollen sich die Kommunalpolitiker zu dem Vorhaben positionieren. Eine schwierige Entscheidung, wie Bürgermeister Gerhard Matthies (CDU) findet: „Man bräuchte für ein Votum mehr Anhaltspunkte, aber das Ministerium hat sich da ja rausgehalten.“ Zur Einwohnerversammlung war ein Behördenvertreter eingeladen, doch am Tag der Sitzung kam die Absage (die OZ berichtete).

Matthies sieht sich aber nicht in einer Zwickmühle: „Das sind verschiedene Interessen der Bürger, die hier aufeinanderprallen. Da müssen wir nun abwägen.“ Wie er selbst zu der Umgehungsstraße steht, will Matthies nicht sagen. „Privatinteressen haben da keinen Platz“, so der Bürgermeister.

Inzwischen planen die Gegner der Umgehungsstraße, eine Bürgerinitiative zu gründen. Am Dienstag soll die erste Zusammenkunft sein.

Noch wenige Tage Mitreden möglich
Im Juni hat das Landesstraßenbauamt insgesamt 40 Verkehrsprojekte für die Aufnahme in den Bundesverkehrswegeplan (BVWP) vorgeschlagen. Darunter sind unter anderem Umgehungsstraßen für Mönchhagen und Rövershagen sowie für Bargeshagen und Sievershagen vorgesehen. Durch die Orte fahren täglich etwa 23 000 Autos und 900 Lkw. Im Internet wird die

Öffentlichkeit an der Diskussion über die Notwendigkeit dieser Projekte

beteiligt.

• Netz:
mitreden.mv-regierung.de

DUMMERSTORF
Duo-Abend zwischen Jazz und Klassik
Ein Konzert mit dem Klarinettisten Heiner Schindler und der Pianistin Olha Chipac findet am Sonnabend, 7. September im Dummerstorfer Gutshaus statt.

Auf dem Programm stehen unter anderem Werke von Francis Poulenc, Joseph Horovitz und Leonard Bernstein. Heiner Schindler war viele Jahre Soloklarinettist der Berliner Staatskapelle und unterrichtet seit 2009 als Professor für Klarinette und Bläserkammermusik an der Hochschule für Musik und Theater Rostock. Mit der vielfach mit Preisen ausgezeichneten Pianistin Olha Chipac bildet er seit Jahren ein erfolgreiches Duo. Das Programm des Abends wird auch bald auf CD erscheinen.

Um Reservierung unter info@kultur-im-gutshaus.de oder ☎ 038208/823744 wird gebeten.

 

 

Jens Barkhorn

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