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Rostock Wo Pflanzen Fleisch fressen und Frösche blau sind
Mecklenburg Rostock Wo Pflanzen Fleisch fressen und Frösche blau sind
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00:00 31.08.2018
Bei einer naturkundlichen Führung durch das Ribnitzer Große Moor können die Teilnehmer viel Spannendes entdecken. Quelle: Foto: Heiko Werth
Neuheide

Über Mangel an Arbeit kann Holger Tessendorf, der seit 2012 im Infozentrum „Wald und Moor“ Neuheide arbeitet, nicht klagen. Seit dem Frühjahr ist er täglich mit Wandergruppen unterwegs. Besonders gut angenommen wurden auch in diesem Jahr wieder die jeweils mittwochs stattfindenden Führungen durch das Ribnitzer Große Moor. Sie seien sozusagen das „Premium-Angebot“ und werden von April bis Oktober angeboten. Bei den Wanderungen kann man, je nach Jahreszeit, dem Blauen Moorfrosch begegnen, Kraniche beobachten oder fleischfressende Pflanzen sehen. Start ist am Info-Zentrum Wald und Moor.

Auf der siebeneinhalb Kilometer langen Strecke hat es in diesem Jahr besonders viel zu sehen gegeben. Denn der Wintereinbruch zu Ostern mit dem vielen Schnee hat dazu geführt, dass nach dem Abtauen des Schnees die Torfseen und Gräben randvoll gefüllt waren mit Wasser. Tessendorf: „Für das Moor war das ideal und hat dazu geführt, dass unter anderem das Wollgras so prächtig gedieh wie in den vergangenen fünf Jahren nicht mehr. Auch Sumpfporst und Sonnentau wuchsen in diesem Jahr besonders gut.“ Nach der langen Trockenperiode brauche das Moor jetzt allerdings wieder dringend Wassernachschub. Jeden Freitag werden außerdem zwei Führungen mit Start in Graal-Müritz angeboten. Jeden Montag gibt es eine Fahrradtour ab Dierhagen.

Mittlerweile ist das Interesse an den Führungen so groß, dass Tessendorf sie allein nicht mehr bewältigen könne. Er sei dankbar, dass ihn Norbert Pusback seit Jahren von Mai bis Oktober unterstützt.

Beide pieken übrigens gern mal mit einem langen Stock in den schwingenden Moorrasen, um den Besuchern zu zeigen, wie tief das Moor sein kann. Zweieinhalb Meter. Und noch tiefer.

Auch das Info-Zentrum sei ein beliebter Anlaufpunkt für Gäste, freut sich Tessendorf. Es ist täglich von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Von Mai bis Oktober sind drei Mitarbeiter des Vereins zur Förderung der Arbeit und Qualifizierung Ribnitz-Damgarten tätig. „Ohne sie würde ich in der Saison Info-Zentrum und Führungen nicht unter einen Hut kriegen. Sie halten mir den Rücken frei für die Wanderungen“, sagt Tessendorf.

Das Informations- und Schulungszentrum „Wald und Moor“ Neuheide wurde am 1. Mai 2001 eröffnet. Seither wurde es von rund 170 000 Gästen aus Deutschland und den europäischen Nachbarländern besucht. Es ist mit seinen rund 100 Quadratmetern Ausstellungsfläche nicht besonders groß. Aber was man über die Entwicklung des Ribnitzer Großen Moores sowie über den Lebensraum Wald wissen sollte, das wird den Besuchern anschaulich vermittelt. Bei den Wanderungen und im Info-Zentrum wurden dieses Jahr schon rund 10000 Besucher gezählt.

Natur pur auf 274 Hektar

Das Ribnitzer Große Moor umfasst eine Fläche von 274 Hektar. Eigentümer sind die Stadt Ribnitz-Damgarten mit 207 Hektar und die Stiftung Umwelt und Naturschutz Mecklenburg-Vorpommern mit 67 Hektar. 1939 wurde das Ribnitzer Große Moor aufgrund seiner herausragenden Naturausstattung und seiner Gefährdung durch Entwässerung und Torfabbau zum Naturschutzgebiet erklärt. Das Hochmoor wird ausschließlich durch Regenwasser gespeist. Für diesen Lebensraum typische Pflanzen sind der Fleischfressende Sonnentau sowie das Torfmoos.

Edwin Sternkiker

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