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Rostock Rostocker Heide? Video mit Wolfsrudel kursiert bei Jägern
Mecklenburg Rostock Rostocker Heide? Video mit Wolfsrudel kursiert bei Jägern
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11:55 09.11.2018
Dieses Video kursiert am 8. November 2018 im Internet. Quelle: Screenshot
Rostock

Ein spektakuläres Video kursiert unter Jägern in Mecklenburg-Vorpommern. Vor allem im Raum Rostock wird der Clip massiv geteilt. Zu sehen ist ein Rudel Wölfe mit mindestens sechs Tieren, die über einen breiten Waldweg jagen. Die Jungtiere balgen sich. Aufgenommen wurde das Video von einem Hochsitz. Wo sich dieser befindet, ist jedoch nicht zu erkennen.

Mehrere Jäger behaupten, es handele sich um Aufnahmen aus der Rostocker Heide bei Rövershagen (Landkreis Rostock). Das ist jedoch eher unwahrscheinlich. Die ursprüngliche Quelle des Videos ist nicht identifizierbar. Bei Facebook taucht das Video in mehreren Gruppen auf. Darin heißt es, es zeige ein Wolfsrudel in Cottbus oder Elsterwerda (beiden südliches Brandenburg). Möglicherweise könne es auch aus Schweden stammen. Im Februar hatte ein Meldung über einen Wolf in der Nähe von Stralsund für Aufregung gesorgt, der in angeblich in mehreren Dörfern dicht an den Häusern vorgelaufen sein sollte. wie sich später herausstellte, stammte das Video aus Niedersachsen. Es wird jedoch seit längerem vermutet, dass Wölfe auch in der Nähe von Stralsund und auf dem Darß leben. Als recht sicher gilt, dass sie dort durchziehen.

Wie Mecklenburger Jäger berichten, wurden in den vergangenen Wochen in der Nähe der Rostocker Heide mehrfach Wolfsspuren gefunden. So hat ein Jagdpächter im August bei Kloster Wulfshagen beobachtet, wie ein Wolf ein Rehkitz gerissen hat. Die Beute habe er aber nicht sofort gefressen, sondern in den Wald geschleppt. „Das könnte bedeuten, dass damit Junge gefüttert werden sollten“, meint Ansgar Kurp, Inhaber des Gestüts Nordvorpommern in Kloster Wulfshagen. Im Billenhäger Forst (ebenfalls Landkreis Rostock), etwa 15 Kilometer von der Rostocker Heide entfernt, hat es ebenfalls Wolfssichtungen gegeben, die auch dem Schweriner Agrarministerium bekannt sind. Bereits am 3. August hatte es auf einer Weide bei Blankenhagen einen Wolfsübergriff auf eine Schafherde gegeben, bei dem 15 Schafe gerissen und zehn weitere Tiere verletzt wurden. Die Weidmänner schlussfolgern daraus, dass sich in der Region Rostock ein Wolfsrudel angesiedelt hat. Es wäre das nördlichste in Mecklenburg-Vorpommern.

Mindestens 30 bis 40 Wölfe in MV

Aktuell geht das Schweriner Agrarministerium davon aus, dass in Mecklenburg-Vorpommern zwei Wolfsrudel nachgewiesen sind – in der Ueckermünder Heide (Vorpommern-Greifswald), in der Kalißer Heide (Ludwigslust-Parchim). Zwei weitere Rudel leben „grenzübergreifend“ an der Landesgrenze zu Brandenburg. Nachgewiesen sind außerdem zwei Wolfspaare in Jasnitz bei Ludwigslust und in der Nossentiner Heide, außerdem ein Einzelwolf im Müritz-Nationalpark. Insgesamt dürften in MV mindestens 30 bis 40 Wölfe leben.

Nach Auffassung des Wildbiologen Norman Stier bietet Mecklenburg-Vorpommern Lebensraum für mindestens zehn Wolfsrudel. Mit der wachsenden Zahl der Tiere sinkt jedoch die Akzeptanz. Auch Gestütschef Kurp aus Kloster Wulfshagen macht sich nach den aktuellen Ereignissen Sorgen um seine Pferde. Rund 50 Pferde hält der auch im Winter auf der Koppel. „Wölfe würden die Pferde vielleicht nicht anfallen“, denkt Kurp, „Aber sie können sie so stark beunruhigen, dass sie ausbrechen.“

Zwölf Angriffe auf Nutztiere, vor allem Schafe

2018 gab es in Mecklenburg-Vorpommern laut Agrarministerium 12 Wolfsattacken auf Nutztiere. 56 Tiere wurden dabei getötet, 23 Tiere verletzt. Beim jüngsten Angriff am 7. Oktober wurden in der Nähe des Drewitzer Sees (Mecklenburgische Seenplatte) wurden 11 Schafe getötet. Das Ministerium meldete im Oktober auch zwei getötete Wölfe. Zwischen Pinnow bei Anklam und der Zecheriner Brücke wurde eine Wölfin überfahren. Der imit einem Peilsender ausgerüstete Wolf „Anton“ aus dem Kalißer Rudel starb bei einem Verkehrsunfall in Niedersachsen.

Mehr als 80 ehrenamtliche „Wolfsbetreuer“, meist Förster, Jäger, Naturschützer, unterstützen das Wolfsmonitoring in Mecklenburg-Vorpommern. Sie registrieren gemeldete Sichtungen und dokumentieren als Riss-Gutachter Übergriffe auf Haus- und Nutztiere. Das Schweriner Agrarministerium bittet, alle Wolfssichtungen zu melden. Informationen (Fotos, Videos) nimmt der Koordinator des Wolfsmonitorings, Norman Stier (stier@forst.tu-dresden.de) entgegen. Hinweise bei Wolfsverdacht können auch auf der Internetseite www.wolf-mv.de unter dem Schlagwort „Monitoring“ gegeben werden.

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