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Rostock Wortgefecht mit Klasse: Vier Frauen streiten ums Tradi
Mecklenburg Rostock Wortgefecht mit Klasse: Vier Frauen streiten ums Tradi
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00:01 09.06.2017
Nina und Jana geben Gerda und Tabea (v.l.) Kontra: Die beiden wollen, dass das Traditionsschiff in Schmarl bleibt. Ihre Gegenüber argumentieren für den Stadthafen als neuen Liegeplatz. FOTOS (4): OVE ARSCHOLL
Stadtmitte

Das Tradi muss in den Stadthafen. Daran führt für Tabea Ahlert kein Weg vorbei. „Ich hatte bisher keine Ahnung vom Schiff“, sagt sie. Und schuld daran sei dessen jetziger Liegeplatz. In Schmarl sei es so gut versteckt, dass weder Urlauber noch Einheimische das Tradi finden könnten. Dabei sollte Rostock stolz auf sein maritimes Erbe sein und es an prominenter Stelle präsentieren. Mit entsprechendem Werbeetat ginge es auch im Iga-Park, entgegnet ihr Jana Kiel. „Das Tradi zu verholen, wäre viel zu riskant.“ Wie schnell bei so einer Aktion was schiefgehen kann, hätte der Untergang der „Georg Büchner“ gezeigt.

Schüler reden, Politiker lauschen – bei „Jugend debattiert“ im Bürgerschaftssaal

Der Schlagabtausch um die Zukunft des Tradis ist eine Premiere im Bürgerschaftssaal: Wo sich sonst Rostocks Parlamentarier zoffen, geben sich vier junge Frauen Kontra. Tabea und Jana vom Musikgymnasium Käthe Kollwitz sowie Gerda Krull und Nina Immig vom Innerstädtischen Gymnasium sind Teilnehmerinnen bei „Jugend debattiert“. Argumentieren, frei sprechen, zuhören, fair und sachlich miteinanderer diskutieren – das sollen Jugendliche bei dem bundesweiten Schulprojekt lernen. „Demokratie lebt vom Meinungsaustausch“, betont Marion Roth, Lehrerin am Musikgymnasium und Regionalverbundkoordinatorin für „Jugend debattiert“. Wer mitreden wolle, brauche Übung.

Das Training im Bürgerschaftssaal läuft im gemixten Doppel und vor Publikum ab. Auf der Bühne liefert jeweils eine Schülerin pro Schule Argumente für Pro oder Kontra Tradi-Umzug. Im Auditorium müssen die, die sonst nicht auf den Mund gefallen sind, schweigen: Vertreter aller Bürgerschaftsfraktionen lauschen den vier jungen Frauen. Auch die Mitschüler der Debattantinnen bekommen viel zu hören, das sie ihre bisherige Meinung überdenken lässt. „Sollen das Traditionsschiff und die weiteren maritimen Ausstellungsstücke vom Standort Schmarl in den Stadthafen verlegt werden?“ Darauf antwortet zu Beginn der Debatte fast der komplette Saal mit Nein. Nun geben Tabea und Gerda alles, um das zu ändern. Einen Kurswechsel im Zuhörerkreis können sie nicht bewirken. Nina und Jana siegen auf ganzer Linie. Lob gibts aber für alle vier.

Christian Reinke zollt den Schülerinnen Respekt. „So niveauvoll wie bei euch laufen die Diskussionen bei uns in der Bürgerschaft nicht immer ab“, scherzt der SPD-Bundestagskandidat. Die Mädels hätten manch „Punch gelandet, der echt gesessen hat.“ Bauchschmerzen bereite ihm, dass die Schülerinnen Meinungen vertreten müssen, die ihnen zuvor zugelost worden sind und die nicht zwangsläufig ihren eigenen entsprechen. Bei „Jugend debattiert“ nehmen die Kontrahenten nur die Anwaltsrolle für eine bestimmte Position ein, erklärt Marion Roth. „Es geht um die Methodik. Wir machen keine Politik.“

Eigentlich schade, findet Bürgerschaftspräsident Wolfgang Nitzsche. „Aber vielleicht haben wir heute unsere Politiker von morgen gehört.“

Projekt: Im laufenden Schuljahr beteiligen sich in MV rund 7400 Schüler von 75 Schulen bei „Jugend debattiert“. Bundesweit sind 200000 Jugendliche dabei. Alle Infos dazu gibts im Netz unter www.jugend-debattiert.de.

Antje Bernstein

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