Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Rostock Zahl der Straftaten im Kreis auf Rekordtief
Mecklenburg Rostock Zahl der Straftaten im Kreis auf Rekordtief
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:00 04.04.2014

Weniger Gewalttaten, weniger Einbrüche in Firmen und auch weniger Betrugsfälle: Die Kriminalpolizei im Landkreis Rostock hat allen Grund zur Freude. Die Zahl der Straftaten zwischen Rerik und Tessin ist im vergangenen Jahr auf einen neuen Tiefststand gefallen. „Nur“ noch 12 746 Taten zählten die Ermittler in 2013 — ein Minus von zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr und der niedrigste Stand seit der Polizeireform. „Es lebt sich ruhig und sicher im Landkreis Rostock“, so das Fazit von Hartmut Busekow, dem Chef-Ermittler im Großkreis. Doch eine Sorge bleibt den Ermittlern trotz aller Erfolge: Nach wie vor ist die Region ein Schwerpunkt für Diebstähle und Einbrüche — selbst, wenn auch diese Zahlen zurückgehen.

Die Kriminal-Statistik für das Jahr 2013 — sie liest sich dennoch auf den ersten Blick wie eine Erfolgsgeschichte für die Ermittler. Die Aufklärungsquote konnten sie erneut steigern: Fast zwei Drittel aller Kriminellen werden am Ende von der Polizei auch überführt und von der Justiz bestraft. Ebenfalls ein Bestwert, sagt Busekow. Die Zahl der so genannten „Rohheitsdelikte“ (dazu zählen unter anderem Körperverletzungen) ist um 229 gesunken — auf 1674. Selbst die Internet-Kriminalität — jahrelang der Bereich mit den höchsten Zuwächsen — steigt kaum noch. Einzig die Zahl der Beleidigungen klettert weiter. Von 654 auf mittlerweile 721: „Das Plus haben wir hauptsächlich den sogenannten sozialen Netzwerken im Internet zu verdanken — Facebook etwa“, sagt Busekow. Allzu leicht und allzu heftig sagen die Menschen dort ihre Meinung — oft über Grenzen des Akzeptablen hinaus.

Trotz all der guten Nachrichten: Die großen Sorgenkinder der Kripo bleiben Diebstähle und Einbrüche. Fast jede zweite Straftat im Landkreis fällt in diesen Bereich. Insgesamt nahm die Polizei 5003 Anzeigen in nur zwölf Monaten auf. „Das sind zwar 765 Fälle weniger als noch vor einem Jahr. Aber das Thema beschäftigt uns weiter“, sagt Busekow. Er räumt auch ein: Von den schweren Fällen — den Wohnungseinbrüchen etwa — klärt die Kripo nur jeden vierten auf. Bei Auto-Diebstählen liegt die Quote sogar noch deutlich niedriger: „Wir zeigen verstärkt Präsenz in Wohngebieten — um die Täter abzuschrecken. Das hat bisher Erfolg.“

Die meisten Straftaten ereignen sich übrigens nicht in der Kreisstadt Güstrow — sondern im Raum Bad Doberan. 3689 Fälle hatte der Kripo-Chef der Münsterstadt, Jörg Krauspe, 2013 auf dem Tisch. Sein Güstrower Kollege Ingolf Schwartz „nur“ 2906. „Auch an der Küste sind Diebstähle der Schwerpunkt — vor allem in den Städten Doberan und Kühlungsborn“, sagt Krauspe. 2013 hielt die Fahnder beispielsweise eine Serie von Auto-Aufbrüchen in Atem. Die Täter konnten mittlerweile aber gefasst werden.

Einzig rund um Sanitz geschahen 2013 mehr Verbrechen als im Vorjahr. Die Zahl stieg um 60 Fälle — auf 2089. „Wir haben vor allem in den Gewerbegebieten am Rostocker Stadtrand zu tun. In Bentwisch und in Roggentin etwa“, sagt die Leiterin der Kripo-Außenstelle Sanitz, Annett Czybulka. Ladendiebstähle stünden ganz oben auf der Liste der Straftaten. Und: „Derzeit wird vor allem Diesel gestohlen — aus den Tanks von geparkten Lastwagen.“

Czybulka wünscht sich mehr Unterstützung von den Firmen — mehr Wachpersonal etwa, Video-Überwachung oder zumindest Zäune. Im Sommer sind es dann die Urlauber, die zu oft zu Opfern werden — weil sie Wertsachen im Auto liegen lassen.



Andreas Meyer

Anzeige