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Rostock Zahl der Studienabbrecher soll sinken
Mecklenburg Rostock Zahl der Studienabbrecher soll sinken
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00:00 11.09.2018
Stadtmitte

Immer mehr Studenten brechen ihr Studium vorzeitig ab oder wechseln in ein anderes Studienfach. „In einigen Fächern wie beispielsweise den Ingenieurswissenschaften liegt die Abbruchquote bei etwa 40 Prozent“, berichtet Professor Dr. Wolfgang Schareck, Rektor der Universität Rostock. Um dem entgegenzuwirken und den Übergang von der Schule zur Universität zu vereinfachen, möchte er ein sogenanntes Orientierungsstudium einführen. Ziel des Studiums ist es die hohen Studienabbruchquoten zu senken und Rostock als Studienort attraktiver zu machen. „Den zukünftigen Studierenden soll zudem die Möglichkeit gegeben werden, innerhalb der Regelstudienzeit ein Auslandssemester zu absolvieren oder eine Sprache zu lernen“, erklärt Schareck.

Jedes Jahr wieder stehen Studienanfänger vor der schwierigen Wahl eines Studienfachs, welches ihre Laufbahn beeinflusst. Quelle: Foto: Susanne Gidzinski

„Super Idee“, findet Leonie Wagner. Sie schreibt im Frühling ihr Abitur in Brandenburg und möchte danach direkt studieren. „Eine Freundin von mir studiert in Rostock auf Lehramt und ich hoffe, dass ich hier auch einen Studienplatz bekomme“, sagt sie. Welches Fach die 17-Jährige belegen möchte, weiß sie noch nicht: „Ich muss mich erst einmal informieren, was angeboten wird.“ Der Einführung eines Orientierungsstudiums steht sie sehr positiv gegenüber, denn dadurch könnten Unentschlossene, wie sie, zuerst in das Unileben und verschiedene Fächer hinein schnuppern, ohne sich sofort festzulegen.

„Ein Studium ist eine Entscheidung fürs Leben, die ich nicht unbedacht fällen möchte. Ich habe Angst, dass ich nicht sofort das richtige Studium für mich finde.“

Auch Lennart Fröhlich steht nächstes Jahr vor der selben Situation. Was er zukünftig studieren möchte, weiß der 18 Jährige ganz genau: „Ich habe mich schon immer für Informatik interessiert.“ Zum Plan des Rektors sagt der Rostocker: „Mit Sicherheit ist das eine sehr nützliche Sache für all jene, die sich nach der Schule erstmal neu orientieren müssen.“ Er befürchtet aber, dass es zu Problemen mit der Studienfinanzierung kommen könnte. „Wenn das Orientierungsstudium eine längere Studienzeit verursacht, könnte das für einige bedeuten, dass sie kein BAföG bekommen“, sagt er.

Doch Schareck gibt Entwarnung: „Ich würde die Regelstudienzeit von sechs auf acht Semester erhöhen wollen. Dies bedarf aber einer Neufassung des Landeshochschulgesetzes.“ Damit würde auch die BAföG-Förderung verlängert werden. Die Erhöhung der Gesamtstudienzeit würde jedoch nicht bedeuten, dass jeder ein zusätzliches Orientierungsstudium absolvieren muss. „Wer bereits weiß, was er studieren möchte, kann die zusätzliche Zeit für längere Praktika nutzen oder den Abschluss eher machen“, sagt der Rektor.

Zum Wintersemester 2019/20 soll es erstmals möglich sein, sich in einen zulassungsfreien Studiengang einzuschreiben und zwei Semester lang bis zu fünf Module aus unterschiedlichen Wissenschaftsfeldern zu belegen. Die bestandenen Prüfungen können beim späteren Studium angerechnet werden.

Das sieht Ann-Cathrin Hebel problematisch: „Es wird hauptsächlich eine Zielgruppe angesprochen, die sich für bestimmte Studiengänge interessiert. Schöner wäre es, wenn man in alle Fächer hineinschnuppern könnte“, sagt die Masterstudentin. „Ansonsten ist das eine coole Möglichkeit zu sehen, welchen Aufwand ein Studium mit sich bringt.“

Universität Rostock führt ein Orientierungsstudium ein

13812 Studenten waren zum Wintersemester 2017/2018 an der Universität Rostock

eingeschrieben.

40 Prozent der Studienanfänger brechen ihr Studium vorzeitig ab oder nehmen einen Fachwechsel vor. Besonders stark sind die Ingenieurswissenschaften betroffen. Anders sieht die Situation im Medizinstudium aus. Dieses absolvieren rund

95 Prozent der Studierenden erfolgreich.

Zum Wintersemester 2019/2020 soll erstmals ein Orientierungsstudium angeboten werden, damit die

hohe Studienabbruchquote gesenkt und

Rostock als Studienort attraktiver wird.

Susanne Gidzinski

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