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Rostock Zehntausende bringen den Strom zum Erwachen
Mecklenburg Rostock Zehntausende bringen den Strom zum Erwachen
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00:00 02.05.2016

Kaum zu glauben: 200 bis 300 Besucher auf der Warnemünder Promenade — mehr sind nicht zum ersten Stromerwachen vor 21 Jahren gekommen, sagt Jörg Bludau von der Agentur KVS, die das Fest zur Saisoneröffnung im Ostseebad realisiert. Inzwischen sind es Zehntausende, die zum Stromerwachen kommen. „An diesem Wochenende ist es so voll wie sonst nur im Sommer.

Wenn das kein Erfolg ist, weiß ich auch nicht“, sagt Bludau.

Drehorgelspieler, Trachtengruppe und Shanty-Chor verwandelten die Promenade von Freitag bis Sonntag in eine Musiktheater-Meile. Dazu wurden Kunsthandwerk und kulinarische Köstlichkeiten geboten. „Wir lieben das hier und reisen seit vielen Jahren mit einer großen Gruppe an“, sagt Axel Fischer (69) aus Woldegk (Mecklenburgische Seenplatte). Während die Warnemünder die Saison einläuten, beenden Fischer und sein Tross die ihre: Für die Eisbader ist das Stromerwachen der letzte Termin, um gemeinsam ins kühle Nass zu springen. Diesmal war es ihnen jedoch schon etwas zu warm, sagt Fischer.

Was für die Eisbader eher nachteilig war, spielte den Veranstaltern in die Karten. „Wir waren mit Petrus im Bunde. Danach sah es anfänglich ja nicht aus“, sagt Bludau. Neben der KVS-Agentur gehören der Warnemünde Verein, die Tourismuszentrale Warnemünde und der Club Deutscher Drehorgelfreunde zu den Veranstaltern.

Die Drehorgelspieler kommen alle zwei Jahre ins Ostseebad — beim nächsten Treffen dann schon zum zehnten Mal. „Zum Jubiläum werden wir noch einen drauflegen“, so Bludau. Die Drehorgelspieler sind schon gespannt. „Die Organisatoren sind hier stets mit sehr viel Herzblut und persönlichen Engagement dabei“, sagt der Berliner Axel Stüber (62). Sein Kollege Jan-Evert Olbrink (73) aus Schweden stimmt zu: „Die Leute sind sehr freundlich.“ Zudem können die Drehorgelspieler hier ihre Leidenschaft voll ausleben. „Man trifft Freunde, verkleidet sich und hat Spaß“, so Stüber. „Vom promovierten Theologen über Lehrer bis zum Stadtverwaltungsdirektor sind hier viele vertreten, die Freude am Musikmachen haben und ihre Kreativität in ihren verwantwortungsvollen Berufen sonst nicht zeigen können.“

Höhepunkt war die traditionelle Drehung der historischen Bahnhofsbrücke. Im Jahr 1903 erbaut, muss sie per Hand gedreht werden. „Das ist auch für uns im Arbeitsalltag mal eine schöne Abwechslung“, sagt Straßenwärter Martin Terasa (34). Gemeinsam mit seinem Kollegen Mathias Mohncke (36) wartet er die Brücke. Nur zweimal im Jahr wird diese gedreht — zur Probe und als Show-Effekt beim Stromerwachen. „Schön, dass in diesem Jahr so viele Segler und Yachten durch die geöffnete Brücke gefahren sind“, sagte Bludau.

Die Saison kann also beginnen. Rostocks Finanzsenator Chris Müller (SPD) kündigte bereits weitere Höhepunkte an: Warnemünder Woche, Hanse Sail, DFB-Beach- Soccer-Cup, Port-Partys und ein Fünf-Fach-Anlauf im August.

Von André Wornowski

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