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Rostock Zerlegte „Möwe“ soll zurück an die Kaikante
Mecklenburg Rostock Zerlegte „Möwe“ soll zurück an die Kaikante
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00:00 05.02.2018

Die Stadt Rostock hat rund 300 Meter Kaikante auf dem früheren Gelände der Neptunwerft gekauft. Der Bereich soll saniert werden, um so die Stadthafen-Promenade zu verlängern. Zudem soll dort der 2015 abgebaute Kran „Möwe“ wieder seinen Platz finden. Nach Angaben aus dem Rathaus besteht das Landesamt für Denkmalpflege darauf, dass das technische Bauwerk wieder am Warnowufer steht.

Der Ortsbeirat ist in Denkmal- fragen aus verständ- lichen Gründen hoch sensibilisiert.Matthias Siems Ortsbeirat KTV

Der Zustand der Kaianlage des ehemaligen Werftgeländes in Höhe Kurt-Dunkelmann-Straße hatte sich laut Stadt bis 2013 so stark verschlechtert, dass Einsturzgefahr bestand, Risiken für Fußgänger und benachbarte Gebäude konnten nicht ausgeschlossen werden. Eigentümer ist das städtische Wohnungsunternehmen Wiro, die das Grundstück samt Kran gekauft hatte. Anfang 2015 ließ die Wiro das technische Denkmal demontieren und lagerte die Einzelteile ein. Die Landesdenkmalschützer stimmten der Demontage zu, mit der Maßgabe, dass die „Möwe“ wieder aufgebaut wird. „Der Eigentümer muss den Kran als Denkmal erhalten. Ein Wiederaufbau wird erfolgen, wenn die Kaikante saniert wurde und den Kran wieder sicher tragen kann“, kündigt Wiro-Sprecher Carsten Klehn an.

Ortsbeirat KTV verlangt klare Ansage an die Wiro

Das reicht dem Ortsbeirat Kröpeliner-Tor-Vorstadt so nicht. „Wir sind in Denkmalfragen aus verständlichen Gründen hoch sensibilisiert“, sagt der stellvertretende Vorsitzende Matthias Siems (SPD) mit Blick auf die Heinkel-Mauer, die die Wiro gerade abbauen lässt. Der Oberbürgermeister soll als Gesellschaftervertreter die Wiro auffordern, den Kran im „Rahmen der Erinnerungskultur unverzüglich zu erhalten, zu sanieren und am ursprünglichen Ort wieder aufzustellen“, heißt es im Antrag für die Bürgerschaft . Die vertagte die Abstimmung am Mittwoch zunächst.

Für den Wiederaufbau des Kranes liegt laut Stadt eine Grobkostenschätzung aus dem Jahr 2016 von 2,5 Millionen Euro vor. „Die untere Denkmalschutzbehörde hat die Wiro GmbH aufgefordert, eine aktuelle Kostenberechnung vorzulegen, um eine realistische Einschätzung des Aufwandes vornehmen zu können“, heißt es in der Stellungnahme zum KTV-Antrag. „Wir arbeiten eng mit den Denkmalpflegern von Stadt und Land zusammen – auch bei diesem Thema“, erklärt Carsten Klehn.

Die Wiro möchte das Grundstück verkaufen, teilt die Stadt mit. Dort soll ein Gewerbebau entstehen. Dabei sei die Idee entstanden, Teile des Kranes in den Neubau als Inszenierung zu integrieren. Das Landesamt für Denkmalpflege habe dieser Idee bereits im November eine Absage ertteilt. Alternativ könne der Portalkran geringfügig von der Kaianlage entfernt auf dem Baugrundstück errichtet und Symbol des neuen Gewerbebaus werden.

Hafen- und Uferpromenade wird 310 Meter länger

Das Landesamt verwies auf die Chance, mit dem Kran als wichtiges hafengeschichtliches Zeugnis eine besondere Attraktivität des Ortes zu erreichen. Das hat die Stadt mit der Sanierung der 310 Meter langen Kaikante im Sinn. „Der frühere Ausrüstungskai der ehemaligen Neptunwerft ist ein besonders eindrucksvoller Abschnitt innerhalb des Rostocker Ovals“, sagt Vize-Oberbürgermeister Chris Müller-von Wrycz Rekowski (SPD). Die Rostocker Schiffbautradition sei an dieser Stelle unübersehbar. „Die Ufer- und Hafenpromenade entlang des Stadthafens sollte daher auch zu diesem Bereich führen.“

Mit einer möglichen touristischen Nutzung könnte auch Fördergeld für die Sanierung beantragt werden. Mit dem benachbarten Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) wurden Gespräche über dienstliche Anforderungen geführt.

Kran der Werft

250 Tonnen wiegt der Portalkran „Möwe“. Der Kran stand am Ausrüstungskai der früheren Neptunwerft und kam im Schiffbau zum Einsatz. Anfang der 1970er-Jahre wurde er mit einer Hebeleistung von 20 Tonnen in Dienst gestellt. Im Jahr 2001 kaufte das städtische Wohnungsunternehmen Wiro das Areal an der Warnow von der Meyer-Werft und somit auch die „Möwe“. 2004 wurde der Kran unter Denkmalschutz gestellt. 2015 wurde der Kran demontiert.

Thomas Niebuhr

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