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Zettelsammlung: „Willst Du mit mir gehen?“

Zettelsammlung: „Willst Du mit mir gehen?“

Ausstellung zeigt Schülerbriefe aus den vergangenen Jahrzehnten — bis 18. Mai im Skoda-Autohaus FSN.

Dierkow — Zu einer Ausstellung, die jeden interessieren dürfte, lädt das Autohaus Ferdinand Schultz Nachfolger am Petridamm bis zum 18. Mai ein. Zu sehen sind Schülerbriefe unter dem Titel „Willst du mit mir gehen? Botschaften unter der Schulbank“.

„Damit hat das Schulmuseum Nürnberg etwas ans Licht geholt, was wirklich alle anspricht“, sagt Holger Helbig , Professor für neue deutsche Literatur an der Universität Rostock. Er hat die Wanderausstellung mit seiner Arbeitsgruppe „Wissenschaft ausstellen“ nach Rostock geholt. Auch Prorektor Stefan Göbel ist fasziniert, kann sich aber nicht mehr genau an seine Zeit als Schüler erinnern. „Ich weiß noch, dass wir Kugelschreiber zu Blasrohren umgebaut und Papier verschossen haben. Aber Botschaften?“ Er habe die Mädels lieber nach der Schule im Partykeller persönlich angesprochen.

Die ausgestellten Briefe und Botschaften auf Schulbänken reichen von Liebeserklärungen über Kritik an der langweiligen Unterrichtsstunde bis hin zu heiteren Episoden, wie der Frage „Kannst Du mit den Ohren wackeln? Ich nicht.“

Die zwölfjährige Juliane Raths ist mit ihren Großeltern Holger und Brigitte Raths gekommen und muss hin und wieder schmunzeln. Das eine oder andere komme ihr zumindest bekannt vor. Großmutter Brigitte war einst selbst Lehrerin und hat derartige Zettel aus dem Verkehr gezogen — nach einem kurzen Blickkontakt mit dem Autor auch gelegentlich laut vorgelesen.

Das Zettelschreiben gehört für die 15-jährige Anna-Lena Dauber bereits der Vergangenheit an. Sie hat die Ausstellungseröffnung musikalisch mit Gitarre und Gesang untermalt.

Mobiltelefone würden die Zettel langsam ablösen, glaubt sie.

Gesucht werden übrigens auch noch Rostocker „Schülerbriefe“. FSN-Marketing-Chefin Silvia Rydlewicz hat schon mal ein paar aus ihrem Privatarchiv hervorgekramt und im Autohaus an die Pinnwand geheftet.

 



Ove Arscholl

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