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Rostock Zu viel Kontrolle? Methling wehrt sich gegen Kritik
Mecklenburg Rostock Zu viel Kontrolle? Methling wehrt sich gegen Kritik
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00:00 16.03.2013
Es geht hier nicht um verletzte Eitel- keiten oder gar künstlerische Freiheit.“Roland Methling (UFR), Oberbürgermeister
Stadtmitte

Oberbürgermeister Roland Methling (UFR) weist die Kritik an seiner verschärften Kontrolle gegenüber der Theater- Führung (die OZ berichtete gestern) zurück. Die Maßnahmen seien berechtigt. „Mehrfach hat die Bürgerschaft über die beschlossenen Etats hinaus Geld für das Volkstheater bereitstellen müssen, zuletzt gerade erst im Januar. Das kann so nicht weitergehen!“, stellt er klar. Die Beträge, sechs- bis siebenstellig, müssten an anderer Stelle gekürzt werden.

An seiner Forderung, binnen drei Tagen Kopien aller Theater-Rechnungen auf den Tisch zu bekommen sowie Arbeitsverhältnissen, die über drei Monate hinausgehen, vorher zuzustimmen zu wollen, hält der Oberbürgermeister fest. Es seien „an erster Stelle die Personalkosten, die zur Überziehung der Budgets beigetragen haben“. Das dürfe sich nicht wiederholen.

Die Theater-GmbH als rein städtische Gesellschaft erhalte jährlich den mit Abstand höchsten Zuschuss aus der Stadtkasse. „Umgerechnet wird jede Eintrittskarte quasi mit etwa 150 Euro bezuschusst“, so Methling. Die zuletzt erforderlichen Mehrkosten, 1,3 Millionen Euro, seien durch Geld der Bürger gedeckt worden — aus der Grundsteuererhöhung. Da gehe es nicht „um verletzte Eitelkeiten Einzelner oder gar um künstlerische Freiheit“, sagt der OB.

Geschäftsführer und Intendant des Theaters hatten sich dagegen gewehrt, dem OB ein Kontrollrecht einzuräumen, vor allem bei der Besetzung von Stellen.

Kritik an Methlings Taktik kommt auch vom Rostocker Bund. Der OB missachte das GmbH-Gesetz und unterstelle Missmanagement, „obwohl die desolate Finanzlage auch aufgrund seiner Entscheidungen zustande kam“, so Sybille Bachmann. Zwischen Bildungsminister, OB und Teilen der Politik sei offenbar ein Wettrennen um den Titel „Bester Totengräber des Volkstheaters“ entbrannt. „Ressourcen und Kreativität“

des Theaters sollten „in Lösungsvorschläge investiert werden“, sagt sie.

Kerstin Beckmann

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