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Zukunftscampus: Ortsbeirat fühlt sich falsch informiert

Brinckmansdorf Zukunftscampus: Ortsbeirat fühlt sich falsch informiert

Mitglieder überrascht über konkrete Baupläne für ehemalige Dachpappenfabrik

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So soll der Innovationscampus 2019 aussehen. ENTWURF: BASTMANN + ZAVRACKY

Brinckmansdorf. Grummeln im Ortsbeirat Brinckmansdorf: Das Gremium fühlt sich falsch informiert. Vor zwei Monaten teilte die landeseigene Gesellschaft für Abfallwirtschaft und Altlasten (GAA) mit, dass das ehemalige Betriebsgelände der früheren Dachpappenfabrik an der Warnow saniert werde. Für 5,2 Millionen Euro. Zur Nachnutzung sei jedoch nur gesagt worden, dass alles offen sei, schildern die Ortsbeiratsmitglieder Klaus Költzsch (UFR) und Roger Schmidt (AfD). Auch Wohnen sei denkbar, habe es geheißen.

Vier Wochen später haben die Ortsbeiratsmitglieder dann in der OZ gelesen: „Es ist schon alles in Tüten“, sagt Költzsch. Auf dem Areal soll nach der Sanierung ein Innovationszentrum für nachhaltiges Bauen entstehen – mit 130 Arbeitsplätzen für Fachkräfte. „Man hat uns fehlinformiert. Das ist unglücklich gelaufen“, sagt Ortsbeiratschef Karl Scheube (SPD).

GAA-Geschäftsführerin Beate Ibiß ist überrascht. „Die Frage damals war, wer die Vermarktung durchführt. Darauf antwortete ich, die GAA. Mehr Fragen gab es dazu nicht“, sagt Ibiß. Eine Wohnbebauung sei auch nicht möglich, weil der Bebauungsplan nur Gewerbe zulasse. Das bestätigt Rostocks Bausenator Holger Matthäus (Grüne). Doch selbst bei Nachfragen hätte Ibiß im Ortsbeirat nicht mehr sagen können. „Damals bestand noch Vertraulichkeitsschutz, weil der Investor eine Rücktrittsmöglichkeit hatte“, sagt Ibiß.

Eine Wohnbebauung wünsche sich die GAA auf dem Gelände des früheren Chemiehandels Venoc zwischen Neubrandenburger Straße und Warnow. „Darüber haben wir auf der gleichen Sitzung mit dem Ortsbeirat gesprochen“, sagt Ibiß. Sie bedaure mögliche Fehlinterpretationen und wolle sich mit dem Gremium aussprechen.

Trotz der Misstöne haben Brinckmansdorfs Ortsteilvertreter einstimmig empfohlen, das Vorhaben zu genehmigen. „Ich halte das Projekt für sehr gut und vernünftig“, sagt Scheube. Die Architekten Martin Zavracky und Stephan Bastmann planen einen hochmodernen Bürokomplex mit 3000 Quadratmetern Fläche und großzügigen Parkanlagen am Wasser. Gleichzeitig soll ein Rad- und Fußweg entlang der Warnow über das Gelände führen. Die Investoren wollen das Teilstück auf ihrem Grund und Boden sogar bezahlen und der Stadt schenken. Senator Matthäus freut’s: „Wir sparen Geld und haben auf Ewigkeiten Wegerecht.“ Zum Stadtjubiläum 2018 soll der Weg übergeben werden.

Details müssen jedoch noch geklärt werden. So weichen die bisherigen Entwürfe vom Bebauungsplan ab: Eines der geplanten Gebäude hat drei, das andere fünf Geschosse. „Der Bebauungsplan sieht aber maximal vier Geschosse vor“, sagt Ortsbeiratschef Scheube. Architekt Bastmann beschwichtigt: „Insgesamt planen wir mit weniger Baumasse als möglich wäre.“ Auch handele es sich oben um ein sogenanntes Nicht-Vollgeschoss. Ortsbeiratsmitglied Rainer Penzlin (Rostocker Bund) moniert: „Es gibt heute kaum noch ein Projekt, bei dem die Architekten keine Ausnahme vom Bebauungsplan fordern.“ Dabei seien solche Vorgaben verbindlich.

Moderner Bürokomplex mit Parkanlagen

Die Architekten Martin Zavracky und Stephan Bastmann planen einen Bürokomplex mit 3000 Quadratmetern Fläche und großzügigen Parkanlagen am Wasser. Ingenieure, Architekten, Planer und Start-up-Unternehmen sollen hier gemeinsam das Thema „nachhaltiges Bauen“ voranbringen. Jede Firma hat zwar eigene Büros, aber Konferenz- und auch Aufenthaltsräume sollen gemeinsam genutzt werden.

Das Ziel: Die „Mieter“ tauschen sich aus, arbeiten zusammen und entwickeln neue Ideen. Das Gebiet am Osthafen soll damit vom klassischen Gewerbe hin zu Dienstleistungen weiterentwickelt werden.

André Wornowski

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