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Rostock Im Rostocker Iga-Park sollen Häuser entstehen
Mecklenburg Rostock Im Rostocker Iga-Park sollen Häuser entstehen
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20:43 07.11.2018
Der Rostocker Iga-Park wurde einst für die Internationale Gartenbauausstellung 2003 gebaut. Quelle: Ove Arscholl
Schmarl

Wohnhäuser, Hundewiesen und freier Eintritt im Iga-Park: Der Referent für Stadtentwicklung aus dem Büro des Oberbürgermeisters, Matthias Horn, hat seine Zukunftsvision für das Gelände in Schmarl vorgestellt. Horns Plan umfasst zehn Punkte. Das große Ziel: Mehr Leben in den Park bringen. Bei den Zuhörern im Schmarler Stadtteil- und Begegnungszentrum „Haus 12“ stießen einige Vorhaben jedoch auf Ablehnung.

Für Diskussionen sorgen vor allem die Baupläne: Horn will einen Teil der Parkfläche entlang des Dorfes Schmarl abgeben. „Drei kleine Baufelder werden ausgeschrieben“, sagt der Stadtentwickler, der auch Iga-Park-Geschäftsführer und Buga-Koordinator ist. Bisher wurden die betroffenen Flächen als Streuobstwiesen genutzt. Zwölf bis 14 Einfamilienhäuser und Stadtvillen sollen hier nun entstehen. „Das ist eine ganze Menge“, betont eine Anwohnerin. Horn trat Befürchtungen entgegen, dass deshalb neue Straßen gebaut werden. Durch die Verkleinerung der Park-Fläche wolle er Kosten sparen.

Feste Zonen für Radfahrer

Ein weiterer umstrittener Punkt: Horn will nicht nur freien Eintritt einführen, der Park soll auch für Radfahrer geöffnet werden. „Aber nur auf bestimmten Strecken“, wie er sagt. Der Chef des Stadtentwicklungsausschusses, Andreas Engelmann (Linke), fordert: „Für Fahrradfahrer muss es feste Zonen geben, um Spaziergänger nicht zu stören.“ Gleichzeitig will Horn auf dem Gelände auch Hundehalter erlauben. Er stellt aber klar: „Im Park wird Leinenzwang bestehen.“ Denkbar seien umzäunte Hundewiesen.

Einige Schmarler reagieren empört: „Warum kann eine Öffnung des Parks nicht auch ohne Hunde und Fahrräder funktionieren?“, fragt eine Anwohnerin. Horn versucht, zu beruhigen: „Sollte das nicht funktionieren, können die Regeln auch wieder geändert werden.“ Ziel sei es, den Park für mehr Menschen attraktiv zu machen. Ein Teil der Grünflächen soll jedoch auch verkleinert werden.

Kooperation mit Stadthalle

Tausende strömen zu Großveranstaltungen wie Rostock Rockt in den Iga-Park. Quelle: Ove Arscholl

Auf der Bühne des Iga-Parks sollen künftig bis zu zehn Großveranstaltungen pro Jahr stattfinden. Dafür will Horn eng mit der Rostocker Stadthalle zusammenarbeiten. Er weiß, dass das ebenfalls für Konflikte sorgen wird. Aber Horn betont: „Wenn in den Park mehr Leben geholt werden soll, dann müssen auch mögliche negative Aspekte akzeptiert werden.“

Die maritime Meile des Parks soll künftig ebenfalls mehr Besucher locken, wenn der Eintrittspreis wegfällt. „Auch ein Euro ist eine Barriere“, sagt Horn. Schließlich befände sich der Park in unmittelbarer Konkurrenz zu Strand und Kleingärten. Zusätzlich soll es mehr Angebote für Freizeitaktivitäten geben. Eine erste Idee ist der Aufbau einer künstlichen Surf-Anlage. Dazu habe Horn bereits mit touristischen Anbietern gesprochen. Die Zäune rund um den Park sollen aber bis auf den Bereich am Strand bestehen bleiben.

Anwohner fordern bessere Anbindung

Auch will Horn mehr Gastronomie im Park ansiedeln. Ein Punkt, dem der Präsident der Industrie- und Handelskammer, Claus Ruhe Madsen, zustimmt. „Wo Infrastruktur ist, sind auch Menschen“, sagt Madsen, der bei der Oberbürgermeister-Wahl kandidiert und unter den Zuhörern im „Haus 12“ war. Madsen stellt sich den Iga-Park als einen Ort mit vielen kulturellen Angeboten vor, wie Theater oder Freiluftkino. Außerdem sei auf dem Gelände ein „Diskussions-Zentrum“ für die Stadt möglich. Für den Streitpunkt mit Hunden und Radfahrer müsse jedoch ein Kompromiss gefunden werden, so Madsen.

Die Anwohner fordern eine bessere Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr. Auch sollte der Park besser beworben werden, gemeinsam mit dem Traditionsschiff „Dresden“.

Ende der Abschottung

Horn plädiert für ein Ende der „Abschottungspolitik“ und für ein sofortiges Handeln. Dem stimmte Ortsbeiratsmitglied Reiner Groß (UFR) zu: „Der Iga-Park sollte zeitgleich mit der Buga weiterentwickelt werden.“ Horn ginge es bei dem Zehn-Punkte-Plan nicht um große Inventionen, sondern um das Umsetzen der eigentlichen Idee des Parks: die Aufwertung des Plattenbaugebiets im Stadtviertel, so Horn.

Iga-Gelände kostete 62 Millionen Euro

110000 bis 120000 Besucher strömen pro Jahr in den Iga-Park; knapp 45000 davon gehen ins Museum. Bis 18 Uhr bekommen die Gäste täglich Einlass, danach werden die Eingangstore geschlossen. Spätestens 20 Uhr müssen die Besucher das Gelände verlassen haben.

Die Geschäftsführung der Iga Rostock 2003 GmbH teilen sich Matthias Horn und Kathrin Möller, Leiterin des Schiffbau- und Schifffahrtsmuseums.

Der Rostocker Iga-Park wurde einst für die Internationale Gartenbauausstellung 2003 gebaut. Das gesamte Ausstellungsgelände erstreckte sich damals auf rund 100 Hektar und entstand von 1997 bis 2003. Die Iga 2003, an der sich 31 Nationen beteiligten, zog 2,6 Millionen Besucher aus aller Welt an. Die Gesamtkosten des Geländes betrugen 62 Millionen Euro, jene des Messezentrums 32 Millionen Euro. Die Hauptfinanzierung übernahmen Stadt, Land und Bund.

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Sophie Martin

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