Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Rostock Zum Reinbeißen: Die ersten Erdbeeren
Mecklenburg Rostock Zum Reinbeißen: Die ersten Erdbeeren
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:32 04.05.2018
Angelika Sowa (l.) und Monika Paucka ernten die ersten Erdbeeren der Saison 2018. Quelle: Fotos: Ove Arscholl
Anzeige
Rövershagen

„Flair“ heißt sie, ist groß, rot, süß – die Erdbeere, die seit heute morgen in den Rövershäger Folientunneln geerntet und auf Karls-Erdbeerhof verkauft wird.

Das Früchtchen ist so ganz nach dem Geschmack von Robert Dahl, Chef des größten Obstbaubetriebes im Nordosten, der gestern zusammen mit Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) und Erdbeerprinzessin Josefine Krabbe offiziell die diesjährige Erdbeersaison eröffnet hat.

Auf 350 Hektar rund um Rövershagen reifen derzeit die saftigen, roten Früchte. In warmen Tunneln sind 40 Hektar mit Erdbeeren bestellt, unter Vlies gedeihen die Pflanzen auf 70 Hektar Fläche und der große Rest wächst im Freiland. Etwa 20 verschiedene Sorten werden bei Karls angebaut. Neu in der Angebotspalette sind „Sunsation“, eine Sorte aus England und „Quicky“, „die Sorte haben wir auf einer Messe entdeckt“, verrät Dahl.

Nur ein Tunnel mit acht Reihen, also insgesamt 4000 „Quickys“, wurden gepflanzt, sie zeigen sich schon in üppigem Grün mit gutem Fruchtansatz. Dahl schwärmt: „Die haben so ein gesundes Wachstum, wenn sie nun auch noch gut schmecken, das wäre perfekt.“ Ob die neuen Sorten bleiben, entscheidet zuerst natürlich der Chef, „aber auch die Kunden, die wir am Erdbeerhof testen lassen“, so Dahl. Eine „Neue“ von 2017, „Malling“, wurde abgewählt: „Die ging gar nicht“, berichtet Dahl. Auf 175 Hektar Fläche werden in der nächsten Woche die Erdbeeren für 2019 gepflanzt. „Die kommen auf jungfräulichen Boden, auf Felder, wo vorher keine Erdbeeren standen“, erklärt der Obstbauer. Die Flächen würden mit den Landwirten in der Nachbarschaft regelmäßig getauscht, so profitierten alle von einer guten Fruchtfolge.

Anbaufläche und Erntemengen sind in Mecklenburg-Vorpommern deutlich zurückgegangen, wie Minister Backhaus informiert. Rund 400 Hektar wurden 2017 landesweit mit Erdbeeren bestellt, 2016 waren es noch 791 Hektar. Geerntet wurde laut Backhaus dennoch „ein Spitzenertrag“, nämlich 5700 Tonnen, also 14 Tonnen je Hektar. „2017 war kein gutes Erdbeerjahr“, räumt der Minister ein und hofft, „dass wir das in diesem Jahr wieder wett machen können“.

Doch auch Karls hat auf seinen Feldern mit der Nässe zu kämpfen. Die meisten Pflanzen würden zwar auf Dämmen gepflanzt, die in Folie gehüllt sind und einen Bewässerungsschlauch verschluckt haben. „Da ist das Wasser nicht rangekommen“, ist Karls-Chef Dahl froh. Doch im Freiland haben den Pflanzen große Pfützen mächtig zugesetzt, „da müssen wir noch aufräumen vor der Ernte, die da sicher auch nicht so üppig ausfallen wird“, erklärt Dahl.

Für die nächsten Nächte ist Frost angesagt, davor müssen die sensiblen Pflanzen geschützt werden. Also haben die derzeit 156 Erdbeerhof-Mitarbeiter gestern Abend alle Felder in Blüte mit Vlies „zugezogen“. In den Tunneln wurden lediglich die Tore geschlossen, damit die Blüten ungestört zu Früchten werden können. Fleißige Hummeln helfen, bestäuben hier die Erdbeerblüten. „Pro Tunnel ein Volk a 200 Hummeln“, berichtet Dahl.

Bis September will Karls auf seinen Anbauflächen bis zu 7000 Tonnen Erdbeeren ernten. Begonnen haben die ersten polnischen Pflücker heute mit 400 Kilogramm „Flair“-Früchten für den Verkauf in Rövershagen. Eine 250-Gramm-Schale kostet 2,50 Euro. „Die heißen Tage kommen noch“, kündigt Dahl an, „da pflücken wir 100 Tonnen am Tag.“ Und dann werden die leckeren Erdbeeren natürlich auch preisgünstiger.

In der kommenden Woche sollen die ersten Verkaufsstände in Rostock beliefert werden. Den weiteren Fortgang bestimme dann die Sonne, betont Obstbauer Dahl. Insgesamt hat Karls in der Saison 400 Verkaufsstände, zumeist auffällig rot in Erdbeerform. Die stehen in ganz Mecklenburg-Vorpommern, Berlin, Brandenburg, Leipzig und Schleswig-Holstein. Das Unternehmen ist der größte Anbauer von Erdbeeren im Nordosten.

Gesunde Früchtchen

3,4 Kilogramm Erdbeeren verzehrt ein Deutscher pro Jahr. In Mecklenburg-Vorpommern wird deutlich mehr gegessen, hier verputzt jeder Einwohner im Jahr 4,2 Kilogramm der süßen Früchte. Die roten Beeren sind sehr gesund, haben mehr abwehrstärkendes Vitamin C als Zitronen und Orangen. Der hohe Kalzium-Gehalt schützt zudem die Knochen vor Osteoporose. Kalium und Magnesium schützen das Herz. Und bei 32 Kalorien je 100 Gramm Erdbeeren kann man so richtig reinhauen. Es gibt mehr als 600 verschiedene Sorten Erdbeeren und sie bestehen zu über 90 Prozent aus Wasser. Erdbeeren sind ein „Schlankobst“ und frisch so richtig lecker.

Doris Deutsch

Mehr zum Thema
Bad Doberan Kühlungsborns Wirtschaft breiter aufstellen - Stadt soll neue Gewerbeflächen ausweisen

In Kühlungsborn boomt die Wirtschaft, vor allem, weil der Tourismus floriert. Damit sich mehr Firmen anderer Branchen ansiedeln, soll die Stadt neue Gewerbeflächen ausweisen. Der CDU-Vorschlag wurde schon von zwei wichtigen Ausschüssen angenommen.

04.05.2018

Das für Mittwoch geplante Auslaufen der „Mein Schiff 3“ aus Southhampton verzögert sich wegen eines Todesfalls an Bord und wegen Wartungsarbeiten am Schiff.

04.05.2018

Die Profis beziehen Ende Juni ein Trainingslager in Baabe. Ein Testspiel gegen Blau-Weiß ist für den 26. Juni vereinbart.

04.05.2018

Für die Segler der Warnemünder Woche kommt ein Ponton

04.05.2018

Zahlreiche Gäste aus Wirtschaft und Gesellschaft beim Empfang im Apollosaal des Hauses

04.05.2018

Die Liebe zum Norden, zu eindrucksvollen Landschaften und zum Wasser ist es, was die beiden Hobbyfotografen Anja Giske und Jörg Asmus vereint.

04.05.2018
Anzeige