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Zwischen Achtelgeige und Isomatte

Kröpeliner-Tor-Vorstadt Zwischen Achtelgeige und Isomatte

Tag der offenen Tür im Volkstheater avancierte zum Spektakel bis weit nach Mitternacht.

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Ein Monolog zu Frida Kahlo mit Anna-Maria-Gesine Schreiber.

Kröpeliner-Tor-Vorstadt. Mit Freunden und Verbündeten inszenierte das Volkstheater am Sonnabend seinen ganz langen Tag der offenen Tür. Ein bemerkenswertes Spektakel in jeder Hinsicht. Selbst das drohende Gewölk am Himmel verführte nicht zum Orakel. „Wir haben alles im Griff“, versicherte der umtriebige Hans-Dieter Heuer. Voriges Jahr war er noch Tourist, nun ist er der Chef der Öffentlichkeitsarbeit am Theater.

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Ein Monolog zu Frida Kahlo mit Anna-Maria-Gesine Schreiber.

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Das Angebot wie geschaffen für ein kulturelles Happening für Zeitarbeiter: Morgens ab 11 Uhr bis spät in die Nacht, wenn nach der Party im TiS der letzte Fußgänger die Platane liebkost, war aber auch alles dabei, was seine Daseinsberechtigung mit überzeugenden Darbietungen unter Beweis stellte. Magisch anziehend als Chor im Allgemeinen und jeder für sich im Speziellen: „Nadefhda“ mit jiddischen, russischen und ukrainischen Liedern, die „Warnemünder Utkiekers“ (und 2015 haben sie 30-jähriges Jubiläum!) mit platt- und hochdeutschem Gesang, die Gruppe „Breitling“ als maritime Sangeshaudegen.

Und sonst so? Die Bühnenshow der einzelnen Sparten des Volkstheaters war ein Renner. Großer Saal voll, toll! Auf dem Theaterplatz ein Gewusel an Menschen. „Viele merken, dass es ihr Theater ist“, beobachtete Theaterpädagoge Erik Raab, der schon die Jüngsten mit ins Boot holte. Hier ins Piratenboot. In den Gemäuern des Großen Hauses spielten sich die Intermezzi ab. Auf der Bühne Anna-Maria-Gesine Schreiber mit einem Monolog zu Frida Kahlo, der große Peter Bause gelassen („Morgen Anatevka. Na und?“) als Memoirenpreisgeber seines Buches und als Mahner: „Wir haben Theater mehr als nötig!“. Im Foyer lieh Musikerin Christiane Pohl Interessierten („Sogar Erwachsene wollten sich ausprobieren“) ihre Achtelgeige zum Schnarren, Schnorzen, idealerweise zum Musizieren.

Derweil donnerte draußen die Hip-Hop-Formation der Tanzschule Schimmelpfennig aus Toitenwinkel (demnächst zehnjähriges Jubiläums-Hip-Hop) auf der Bühne. Begeisterung.

Auch bei Hans-Dieter Heuer. „Was wir für eine Unterstützung erfahren haben, das war unbeschreiblich. Für die Unterbringung unserer Gäste sind uns sogar Ferienbungalows, Gärten als Zeltplätze, dazu Isomatten angeboten worden.“

Theaterintendant Peter Leonard wertete den Andrang bei den vielfältigsten künstlerischen Offerten als „ein positives Zeichen für einen Neubeginn nach katastrophalen Zeiten“. Heuer sah im Trubel den Impuls: „Wir leben noch!“

Im Prinzip einte alle Beteiligten die Botschaft: Die Brotkörbe der Rostocker Kulturlandschaft hängen tief genug. Man muss sich ihrer nur bedienen.

Neue Ziele
Die Spielzeit des Volkstheaters ist nach bisherigem Stand finanziell nur bis zum Jahresende gesichert. Dennoch geht das Ensemble seine 119. Spielzeit unverdrossen mit ehrgeizigen Zielen an. Nach den Premieren dieses Wochenendes sind für September mit „Die kleine Meerjungfrau“ und „Till Eulenspiegel“ zwei weitere im Spielplan.


Die Norddeutsche Philharmonie eröffnet am nächsten Wochenende im Großen Haus mit drei Konzerten ihre Spielzeit.

 

Andreas Golz

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