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Rostock Zwischen Schneefront und Saisonbeginn
Mecklenburg Rostock Zwischen Schneefront und Saisonbeginn
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00:00 20.03.2013
Hubert Gutmann (56) ist mit Multicar und Schiebeschild in der Gemeinde Graal-Müritz unterwegs. Erst vor Kurzem haben der Chef des Wirtschaftshofes und seine Leute neue Info-Tafeln (hinten) an den Strandübergängen angebracht. Quelle: schißler
Graal-Müritz

Der März-Winter bringt den Wirtschaftshof in Graal-Müritz in Bedrängnis. Die Männer vom Wirtschaftshof sitzen nun auf den Räumfahrzeugen, dabei wäre es nun viel wichtiger, die kommende Saison vorzubereiten. Bürgermeister Frank Giese (53) sah gestern schon die Schwierigkeiten, die auf den Wirtschaftshof zukommen: „Wir geraten in eine ziemliche Zeitnot, wenn das Wetter noch länger so anhält.“

Für Giese ist das ein Winter der Widersprüche. Einerseits haben die Graal-Müritzer bereits 49 neue Strandzugangsschilder aufgestellt, „mit denen wir den Gästen mehr Informationen über Notrufe, die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft, Hundestrand und nicht Nicht-Hundestrand geben, andererseits haben wir noch die Streuaufsätze auf unsere Fahrzeuge und die Schiebeschilder montiert.“ Für die kommenden Tage sieht Giese dann, „dass der Bürger alles auf einmal will.“ Es geht in Graal-Müritz ja nicht nur allein um die Strandschilder, „auch die Blumen in unseren Blumenkübeln müssen gepflanzt werden“, sagt Giese.

Aber der Chef seines Bauhofs Hubert Gutmann (56) hat schon die ersten Vorkehrungen getroffen. „Wir haben unseren Händler erst einmal gebeten, sie für uns aufzubewahren“, sagt er. Die Blumen könnten zwar Forst vertragen, „aber wie soll man sie nun in die Erde bekommen.“ Sollte es wirklich wärmer und frühlingshafter werden, wird das Pflanzen der Blumen vermutlich am wenigsten Zeit in Anspruch nehmen. „Wir haben die Blumenkübel schon in unseren Hallen mit Erde gefüllt, so dass wir nur noch zu pflanzen brauchen. Steigt die Sonne höher und schmilzt die Schneedecke, können auch die Bänke in den öffentlichen Anlagen aufgestellt werden. „200 Stück haben wir davon im Winter neu gestrichen“, sagt der Chef des Wirtschaftshofes.

Über die anderen Arbeiten konnten sich die Leute vom Wirtschaftshof und aus der Gemeindeverwaltung noch kein rechtes Bild machen. „Die übliche Radfahrten zu Beginn der Saison durch die Gemeinde konnten wir noch nicht machen“, sagt Frank Giese: „Es liegt und lag ja alles unter Schnee.“ Außerdem: „Bei so einem Wetter macht das Radfahren auch keine Freude.“

Aber im Stadtbauhof wissen sie, was jedes Jahr kommt. „Die Strandspielgeräte müssen aufgestellt werden“, sagt Hubert Gutmann, „und wir müssen die Matten in die Strandübergänge legen, die behindertengerecht ausgeschildert sind.“ Auf dem Arbeitsplan stehen dann auch wieder die Reparaturarbeiten an den Sandwegen, „und da dürfte nach Tauwetter noch einige Zeit das Wasser stehen“, ahnt Frank Giese. Nun ist die Belegschaft des Wirtschaftshofes aber vorerst mit Räumdienst beschäftigt. Und dabei haben sie allerhand Salz auf die Straße gebracht. „48 Tonnen hatten wir zuerst, dann haben wir noch einmal 24 Tonnen nachgeordert“, die werden gestreut, bis der Frühling da ist.

Winter drückte nicht auf Buchungszahlen
Dem Ostertourismus schadet der erneute Wintereinbruch offenbar nicht. Kati Helm (32), Verkaufschefin im Ifa-Hotel, sagte gestern: „Wir sind über Ostern zu 100 Prozent ausgebucht.“ Das Hotel hat 150 Zimmer. „Die Gäste meckern auch nicht, sie gehen spazieren“, hat Kati Helm beobachtet: „Man sollte den Kopf nicht in den Schnee stecken.“ Unter Schnee und Eis leiden auch nicht die Gästezahlen im Seehotel Düne in Graal-Müritz. „Unser Haus ist zu Ostern zu 80 Prozent belegt“, sagte Mitarbeiterin Anja Brüssow (31). Das sei auch schon an den vergangenen Wochenende so gewesen.

Überwiegend habe man Familienfeiern auszurichten gehabt. Und: „Es kommen wieder mehr Gäste aus den alten Ländern und der Umgebung.“

Michael Schißler

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