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Südwestmecklenburg Bei Afrikanischer Schweinepest droht Bauern Ernteverbot
Mecklenburg Südwestmecklenburg Bei Afrikanischer Schweinepest droht Bauern Ernteverbot
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16:08 08.06.2018
Bei einem Seuchenausbruch wird eingegriffen: Das betroffene Gebiet soll eingezäunt, alle darin lebenden Wildschweine getötet werden. Quelle: Jens Büttner
Schwerin

Sollte die Afrikanische Schweinepest ausbrechen, müssen Landwirte möglicherweise mit Ernteverboten rechnen. Das bestätigte das Schweriner Agrarministerium. Hintergrund: Auf Getreide-, Raps- und Maisfeldern halten sich häufig Wildschweine auf. Beim Mähen verlieren die Tiere ihre Deckung und fliehen. Damit bestehe die Gefahr, das Schweinepest-Virus weiterzuverbreiten.

Die Politik stellt jetzt die Weichen dafür, dass Behörden bei einem Seuchenausbruch „schnell und effektiv“ reagieren können. Auf Bundesebene müssten dazu Gesetze geändert werden. Die Bundesregierung habe dazu am Mittwoch den Entwurf von Änderungen des Tiergesundheits- sowie des Bundesjagdgesetzes beschlossen, hieß es aus dem Schweriner Ministerium. Konkret geht es um die Absperrung bestimmter Gebiete durch Zäune, die verstärkte Suche verendeter Tiere, die Einbeziehung „anderer Personen“ als der im Revier berechtigten Jäger sowie „in Ausnahmefällen“ auch die Jagd in Schonzeiten. Der Vizepräsident des Landesjagdverbandes, Michael Constien, hält das für sinnvoll. Er verweist auf einen Seuchenfall in Tschechien, bei dem so verfahren wurde. „Die Kernzone um die Ausbruch wurde eingezäunt, der gesamte Schwarzwildbestand darin erlegt.“

Kerstin Lenz vom Landestierschutzbund verweist jedoch darauf, dass „Wildschweine gar nicht das Problem“ bei der Ausbreitung der Schweinepest seien „sondern der Mensch“. Die flächendeckende Tötung von Muttersauen und Frischlingen ist aus Sicht der Demminer Tierschützerin „nicht zu akzeptieren“.

Auch der Wildökologe Sven Herzog hält vor allem „Reisende und Berufskraftfahrer“, die an ihren Schuhen und Reifen die gefährlichen Viren mitbringen, für Überträger der Afrikanischen Schweinepest. Außerdem seien Abfalltonnen eine Infektionsquelle für Wildschweine. Auf Rastplätzen werde bereits mehrsprachig davor gewarnt, Speisereste unachtsam zu entsorgen, teilt das Bundesagrarministerium mit.

Zum Ernteverbot meint Landwirt Thomas Kröchert aus Daberkow (Vorpommern-Greifswald): „Wenn wir nicht ernten dürfen, muss jemand den Verlust ausgleichen.“ Die Politik müsse klären, woher das Geld für Entschädigungen kommen soll.

Ehlers Elke

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