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Südwestmecklenburg Bootsunfall vor Usedom: Kaum Hoffnung, Gekenterten lebend zu finden
Mecklenburg Südwestmecklenburg Bootsunfall vor Usedom: Kaum Hoffnung, Gekenterten lebend zu finden
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13:30 31.10.2017
Die Polizei hat am Montag in Wolgast mit Booten und einem Hubschrauber nach einem vermissten Urlauber gesucht. Der Einsatz blieb am Montag ohne Erfolg. Quelle: Hannes Ewert
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Hagenow/Rostock/Wolgast/Schwerin

Einen Tag nach Sturmtief „Herwart“ wird das Ausmaß der Schäden in Mecklenburg-Vorpommern sichtbar. Ein 61-jähriger Jäger aus dem Emsland wurde am Montagvormittag in Prangendorf (Landkreis Rostock) tot aufgefunden worden. Nach Angaben der Polizei lag er unter einem umgestürzten Hochsitz. Die Situation am Fundort weise darauf hin, dass der Hochsitz durch Sturm „Herwart“ umstürzte und dabei den Mann unter sich begrub. Damit wäre der Jäger das vierte Todesopfer des Herbststurms in Deutschland.

Bootsunfall vor Usedom: Kaum Hoffnung, Vermissten lebend zu finden

Nach dem Bootsunglück im Sturm auf der Peene mit mindestens zwei Toten hat die Suche nach dem dritten Bootsinsassen bis Montagnachmittag keinen Erfolg gebracht. Der Hubschrauber wurde abgezogen, wie ein Polizeisprecher sagte. Es gebe kaum noch Hoffnung, den 48-jährigen Urlauber lebend zu finden. Die Sachsen waren am Sonntag trotz Warnung vor Sturmtief „Herwart“ mit einem kleinen Motorboot auf den aufgewühlten Peenestrom hinausgefahren und gekentert.

Trotz Sturm: Urlauber trugen keine Schwimmwesten

Zwei Personen konnten zunächst wiederbelebt werden, starben aber später im Krankenhaus. „Die beiden geretteten Personen trugen keine Schwimmwesten bei sich. Wir gehen davon aus, dass der Vermisste auch keine getragen hat“, sagt Jens Mattutat, Leiter der Wasserschutzpolizeiinspektion in Wolgast. Aus Sicht der Wasserschutzpolizei war das Verhalten der Urlauber unverantwortlicher Leichtsinn. „Bei den Wettervorhersagen und den Bedingungen zu diesem Törn aufzubrechen, ist nicht nachvollziehbar,“ sagt Mattutat.

Schwerin muss Waldfriedhof sperren

Die Stadtverwaltung Schwerin sperrte am Montag bis auf weiteres den Waldfriedhof, nachdem der Sturm am Sonntag dort mehr als 50 Bäume umgerissen hatte. „Wir sorgen zunächst einmal dafür, dass die Wege wieder begehbar sind“, sagte der stellvertretende Werkleiter des stadtwirtschaftlichen Dienstleistungsbetriebs SDS, Axel Klabe, am Montag. In manchen Baumkronen hingen noch große abgebrochene Äste, die herunterstürzen könnten. „Manche Bäume stehen schräg und können jederzeit umfallen. Es besteht Lebensgefahr.“ Die geplanten Beerdigungen sollen aber stattfinden.

Die Bahn hatte den ganzen Montag zu tun, um die wichtigen Strecken Schwerin-Hamburg und Berlin-Hamburg wieder flott zu bekommen. Nach Auskunft des Unternehmens verkehrten die Züge zwischen Hamburg und Berlin seit 15.00 Uhr wieder. Ab 17.00 Uhr sollte der Schienenverkehr auch zwischen Schwerin und Hamburg wieder normal rollen. Auf der vielgenutzten Pendlerstrecke war nach „Herwart“, der am Sonntag über den Nordosten gefegt war, ein Busnotverkehr eingerichtet worden.

Hausdach stürzt in Hagenow auf sieben Autos

In Hagenow (Landkreis Ludwigslust-Parchim) rissen Böen Teile eines Hausdaches herunter, das auf sieben parkende Autos stürzte. Verletzt wurde nach Polizeiangaben niemand. Bei Wittenburg rissen die Wurzeln eines umstürzenden Straßenbaumes ein zwei Meter breites und eineinhalb Meter tiefes Loch in die Fahrbahn. Zwischen Kühlungsborn und Heiligendamm war der Küstenradweg am Montag noch nicht passierbar; er musste freigeräumt werden. Allein im Landkreis Rostock hatte die Leitstelle am Sonntag 273 Feuerwehreinsätze registriert.

Innenminister dankt allen Helfern

Innenminister Lorenz Caffier (CDU) dankte den beruflichen und ehrenamtlichen Helfern, die am Sonntag Hilfe geleistet haben. „Solche Einsätze sind auch immer nicht ganz ungefährlich für die Einsatzkräfte selbst“, sagte er. Wieder einmal sei allen vor Augen geführt worden, wie sehr die Gesellschaft das Ehrenamt brauche. „Als Innenminister ist mir sehr bewusst, dass das ehrenamtliche Engagement zwar unentgeltlich, aber trotzdem nicht umsonst zu haben ist“, sagte Caffier. Eine angemessene Ausstattung müsse sichergestellt werden.

Auch am Montag erwies sich der Herbstwind als tückisch, obwohl er im Vergleich zum Vortag stark nachgelassen hatte. Zwischen Dierhagen und Wustrow auf der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst landete ein mit Obst und Gemüse beladener Lastwagen im Straßengraben, nachdem er von einer Böe erfasst worden war.

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