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Brandanschlag geplant? Spur führt in die rechte Szene

Schwerin Brandanschlag geplant? Spur führt in die rechte Szene

Nach Razzia in Schweriner Wohnungen: Verdächtige stehen offenbar in Kontakt mit NPD und AfD. Die Ermittlungen dauern an.

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Mehr als 700 Flüchtlinge sind derzeit in der Unterkunft in Stern Buchholz untergebracht. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts eines geplanten Brandanschlags.

Quelle: Jens Büttner/dpa

Schwerin. Gewalt von rechts: Die beiden Männer, die im Verdacht stehen, einen schweren Brandanschlag auf eine Flüchtlingsunterkunft in Stern Buchholz bei Schwerin geplant zu haben, stehen offenbar in Verbindung mit NPD und AfD. Dies legen Zeugenberichte und Fotos nahe. Laut einem Hinweisgeber beabsichtigten David B. (34) und Torsten S. (50) ein „zweites Lichtenhagen“ auszulösen, sagte Stefan Urbanek, Sprecher der Staatsanwaltschaft. Daher wurden am Mittwoch und Donnerstag ihre Wohnungen durchsucht (die OZ berichtete). Beide Männer seien der Initiative „Schwerin wehrt sich“ zuzuorden. Seit Jahresbeginn hat sich die Zahl der fremdenfeindlichen Straftaten gegenüber 2014 landesweit nahezu verfünffacht.

Die Polizei habe bei den Durchsuchungen diverses Beweismaterial gesichert, Computer, mehrere Mobiltelefone. „Die Datenträger werden derzeit ausgewertet“, so Urbanek. Einer der Männer habe der Polizei auch einen Munitionsgurt übergegeben. Ob ein Verstoß gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz vorliegt, werde geprüft. Zur Razzia kam es nach einem Hinweis aus dem Umfeld von B. und S. Mehrfach sollen diese die Flüchtlingsunterkunft in Stern Buchholz aufgesucht und Fotos gemacht haben. „Diese Fotos wurden in das Internet eingestellt“, so Urbanek.

David B. und Torsten S. sind keine Unbekannten in der rechten Szene. B. habe in Schwerin Proteste gegen die Flüchtlingspolitik organisiert. Auch bei Sonnenwendenfesten im Neonazi-Dorf Jamel sei er gesehen worden, berichten Insider. S. habe erst vor kurzem die NPD-Fraktion im Schweriner Landtag besucht. Er gilt auch als Strippenzieher früherer MVgida-Demos in der Landeshauptstadt.

Auch zur Alternative für Deutschland (AfD) bestehen Beziehungen. So marschierten S. und B. vor zwei Wochen mit einer Gruppe Rechter bei einer AfD-Demo in Schwerin mit (Foto). „Von der AfD hat das niemanden gestört“, erklärt Marc Brandstetter von der Initiative Endstation Rechts. MVgida und „Schwerin wehrt sich“ im Gleichschritt mit NPD und AfD? Die örtlichen Proteste „funktionieren alle als Finger an einer Hand“, so Brandstetter. „Die Frage ist: Wer ist die Hand, die dahinter steckt?“

Der Rechtsstaat werde gegen rechte Gewalt hart durchgreifen, sagt Innenminister Lorenz Caffier (CDU). „Dass eine Nähe von Pegida zur NPD besteht, ist für uns nicht neu.“ Er sieht sich im NPD-Verbotsverfahren bestätigt. Noch in diesem Jahr will das Bundesverfassungsgericht entscheiden, ob es zum Hauptverfahren kommt.

 



oz

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Rostock/Schwerin

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