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Südwestmecklenburg IG Metall droht mit Streik
Mecklenburg Südwestmecklenburg IG Metall droht mit Streik
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20:13 16.06.2017
Die IG Metall ruft am Dienstag zum Erzwingungsstreik bei der Firma Schmitz Cargobull in Toddin auf (Symbolfoto). Quelle: Bernd Wüstneck
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Toddin

Ihr schärfstes Schwert will die IG Metall im Streit um die drohende Schließung des Toddiner Werks der Firma Schmitz Cargobull auspacken: einen Erzwingungsstreik, wie es ihn seit Jahrzehnten nicht in MV gegeben habe. Kommenden Montag sollen die Gewerkschafter im Unternehmen zu einer Urabstimmung gerufen werden. Stimmen sie zu, ruht ab Dienstag die Arbeit komplett.

Seit Wochen ringen Beschäftigte des Fahrzeugbauers um eine Lösung. Der Vorstand von Schmitz Cargobull will das Werk in Toddin bei Hagenow schließen. Am 1. September 2018 soll es soweit sein. Die Gewerkschaft fürchtet eine Verlegung der Produktion nach Gotha und Litauen (die OZ berichtete).

Betroffen wären 150 Mitarbeiter, sagt Stefan Schad, Chef der IG Metall für die Regionen Rostock und Schwerin. Davon 120 Festangestellte und 30 Leiharbeiter. „Viele Kollegen sind Mitte 50“, so Schad, sie seien von Beginn an, seit 26 Jahren, dabei. „Sie finden vermutlich keinen neuen Job mehr.“ Die IG Metall habe mehrfach versucht, das Gespräch mit dem Konzern zu einer besseren Lösung zu suchen. Bislang vergebens.

Der Vorstand von Schmitz Cargobull wolle das Vorhaben nun offenbar „quick and dirty“ – schnell und schmutzig – durchziehen. Daher sehe die IG Metall keinen anderen Weg, als zum Mega-Streik aufzurufen. Stimmt der IG-Metall-Vorstand in Frankfurt am Montag zu, könne alles sehr schnell gehen. Schmitz Cargobull reagierte bisher nicht auf eine OZ-Anfrage. Das Unternehmen stellt Auflieger für Lkw her. Es hat neben Toddin Werke in Berlin, Thüringen und Nordrhein-Westfalen, aber auch in Spanien, Russland und Litauen, beschäftigt rund 5700 Mitarbeiter. Der Jahresumsatz liegt nach eigen Angaben bei knapp 1,8 Milliarden Euro, Tendenz: stark wachsend.

Frank Pubantz

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