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Südwestmecklenburg Karin Strenz beteuert: Kein Geld aus Aserbaidschan erhalten
Mecklenburg Südwestmecklenburg Karin Strenz beteuert: Kein Geld aus Aserbaidschan erhalten
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05:56 03.05.2018
Die CDU-Bundestagsabgeordnete Karin Strenz (Archivfoto) Quelle: Jens Büttner / Dpa
Crivitz

Karin Strenz (50) erklärt sich gegenüber ihrer Partei. Nach einem kritischen Expertenbericht zur „Aserbaidschan-Affäre“ im Europarat und Korruptionsvorwürfen wendet sie sich in einem emotionalen Brief an andere CDU-Mitglieder. „Ich habe zu keiner Zeit Geld aus Aserbaidschan erhalten“, so Strenz. Geld für eine Beratertätigkeit – nach ihren Angaben 22 491 Euro – sei in den Jahren 2014 und 2015 „aus Nürnberg“ geflossen.

Strenz steht seit September 2017 in der Kritik, weil sie das Honorar von der Firma Line M-Trade des Aserbaidschan-Lobbyisten Eduard Lintner verspätet als Nebeneinkunft im Bundestag deklarierte. Der Expertenbericht kam jüngst zu der Einschätzung, sie habe die „besonderen Beziehungen“ Lintners zu Aserbaidschan nicht übersehen können. Daraus ergebe sich ein Interessenkonflikt. Laut Bericht hat die CDU-Frau auch nicht wie vereinbart an der Wahlbeobachtung im Kaukasusstaat teilgenommen, sondern sei beim Shoppen gesehen worden. Vertreter anderer Parteien forderten die Crivitzerin daher auf, ihr Bundestagsmandat zurückzugeben.

Strenz spricht von „Hetzkampagne“

Strenz spricht nun im Brief an Parteifreunde von einer „organisierten Hetz- und Schmutzkampagne“ gegen sich. Sie kündigt „die Wahrheit“ an – „ungefiltert und ohne Umschweife“. Sie habe „zu jeder Zeit“ offen und transparent aufgeklärt. Antworten auf konkrete Vorwürfe gibt der Brief dann allerdings nicht. Stattdessen schildert die CDU-Frau, wie sie versucht habe, im autoritär geführten Kaukasusstaat Kontakte zu knüpfen. Kostprobe: „Es war mir stets eine Herzensanliegen, dort vor Ort mit den Menschen ins Gespräch zu kommen und Brücken zu bauen.“

Was genau sie für Lintners Firma tat, beantwortet Strenz nicht. Gegenüber der OZ erklärte sie: Ihre Aufgabe sei „das Herstellen von Kontakten“ zu deutschen Unternehmen gewesen, die an „wirtschaftlichen Beziehungen im postsowjetischen Raum interessiert waren“. Details? Fehlanzeige.

Junge (SPD): Erklärung ist „hanebüchen“

Der Brief, den Karin Strenz Ende April aus ihrem Berliner Bundestagsbüro abschickte, löst verschiedene Reaktionen aus. In der CDU gibt es viele, die Strenz’ Handeln unter der Hand kritisch bewerten. Sie habe zugesagt, lückenlos aufzuklären, dies aber bis heute nicht getan. Der Brief sei „an Selbstmitleid und Dummheit“ kaum zu überbieten. CDU-Landeschef Vincent Kokert erklärt dagegen nur: „Ich bin nicht politischer Berater von Frau Strenz.“

Frank Junge, SPD-Bundestagsmitglied aus Wismar, appelliert an die CDU-Mitglieder: „Ich hoffe, dass sie den Finger in die Wunde legen.“ Denn Strenz’ Erklärung sei „hanebüchen“. Nichts habe sie bisher aufgeklärt.

Frank Pubantz

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