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Knetkunst für Küche und Kaffeetafel

Schwerin Knetkunst für Küche und Kaffeetafel

Die Schweriner Designerin Nadja Bossert modelliert in ihrer „Confiserie“ Bestecke und Möbelknäufe aus Fimo.

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Nadja Bossert (34) betreibt in Schwerin eine „Knet Confiserie“. Aus Fimo formt die Designerin Möbelknäufe und Besteck.

Quelle: Dietmar Lilienthal

Schwerin. Nadja Bossert hat mehr als genug Knete. Soviel, dass sie daraus Designerstücke macht. Die 34-Jährige betreibt in Schwerin die „Knet Confisierie“. In ihrem Atelier am Ziegenmarkt modelliert sie aus Fimo kunstvolle Griffe für Salatbesteck, Eislöffel und Tortenheber.

Die Knetmasse hat es Nadja Bossert seit Kindertagen angetan. „Ich hab’ mein Spielzeug immer selbst gebastelt, das meiste aus Ton und Knete“, erzählt sie. Jahre später, im Studium, flammt die alte Liebe wieder auf. Als angehende Medienmacherin formt Nadja Bossert Knetgesichter für animierte Puppenspielfilme. Als die junge Frau nach ihrem Abschluss auf Weltreise geht, entdeckt sie, wie vielseitig Knete ist: Auf einem Kunsthandwerkermarkt in Russland findet sie Fimo-Blumen. Und ist sofort begeistert. Zurück in Mecklenburg probiert sie es selbst aus, doch es klappt nicht. Gesichter und Tiercharaktere gelingen hingegen auf Anhieb. Millefiori – sprich „tausend Blumen“ – nennt sich die trickreiche Technik, mit der die Designerin verschiedenfarbige Massen in unterschiedlichste Motive verwandelt. Dabei wird die Knetrolle quasi von innen nach außen aufgebaut und ist dann komplett vom jeweiligen Motiv durchzogen. Wird die Fimo-Wurst geschnitten, trägt jede Scheibe das gleiche Muster.

Zunächst formt Nadja Bossert auf diese Weise Schmuck und Accessoires. „Das war aber zu speziell und nur was für Liebhaber. Die meisten haben das eher in die Kinderecke gesteckt.“ Nadja Bossert denkt um, ersetzt den Comicstil durch grafische Muster, formt statt Möbelknäufen und Perlenarmbändern zunehmend Bestecke. Für Kinder verziert sie Gabeln und Löffel mit lustigen Fröschen oder Schildkröten. Essen soll schließlich Spaß machen. Ihrer Heimat Sibirien zollt sie mit Matroschka-Gesichtern Tribut. Den Kunden gefällt’s. Inzwischen vertreibt Nadja Bossert ihre Knetkunst nicht nur in ihrer Confiserie und online, sondern auch in Museumsshops und auf Kreativmärkten.

Von der Masse bis hin zum fertigen Gabelgriff sind rund 40 Handgriffe nötig. Eine Geduldsarbeit, die Nadja Bossert nicht nur Geld, sondern auch viel Freude einbringt. „Es erdet mich unheimlich, mit den Händen zu arbeiten.“ Beim Kneten lässt sie ihrer Kreativität freien Lauf und ist häufig selbst überrascht, was dabei entsteht. „Viele meiner Designes sind per Zufall entstanden“, sagt die 34-Jährige. Seit fünfeinhalb Jahren betreibt Nadja Bossert ihre „Knet Confiserie“ in Schwerin. Ihre Basteleien sind in dieser Zeit ein ganzes Stück erwachsener geworden. Die Liebe zum Fimo-Formen aber, die hat sie sich aus ihrer Kindheit bewahrt.

OZ

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