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Südwestmecklenburg Sieben Jahre Haft nach Messerangriff auf mutmaßlichen Nebenbuhler
Mecklenburg Südwestmecklenburg Sieben Jahre Haft nach Messerangriff auf mutmaßlichen Nebenbuhler
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15:27 07.02.2019
In Schwerin ist das Urteil im Prozess gegen einen 44-Jährigen wegen versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung verkündet worden. Quelle: Markus Scholz/dpa
Schwerin/Banzkow

Wegen versuchten Mordes hat das Landgericht Schwerin einen 44 Jahre alten Mann zu sieben Jahren Haft verurteilt. Der Berufskraftfahrer aus Schwerin habe im Juli 2018 aus Eifersucht einen guten Freund in dessen Haus in Banzkow bei Schwerin mit einem Fischtöter und einem Messer angegriffen und dabei dessen möglichen Tod in Kauf genommen, befanden die Richter am Donnerstag. Der Angeklagte sei der Annahme gewesen, dass das 39-jährige Opfer ein Verhältnis mit seiner Ex-Freundin angefangen hatte. Weil Nachbarn rechtzeitig die Polizei alarmierten, konnte das Leben des Mannes mit einer Notoperation gerettet werden.

Die Staatsanwaltschaft hatte neun Jahre Gefängnis beantragt. Die Verteidiger plädierten auf gefährliche Körperverletzung und hielten drei Jahre Haft für angemessen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Angeklagter wollte „Traumfrau“ zurückgewinnen

Der Angeklagte hatte den Angaben zufolge 2017 eine langjährige Beziehung beendet, um mit der 29-jährigen Frau zusammen zu sein. Allerdings hielt diese Verbindung nicht lange. Dennoch hoffte der 44-jährige nach Erkenntnissen des Gerichtes, seine „Traumfrau“ zurückgewinnen zu können. Als er den Verdacht schöpfte, sie habe sich inzwischen einem seiner besten Freunde zugewandt, legte er sich eine Nacht lang vor dessen Haus auf die Lauer.

Nachdem die Frau das Haus verlassen hatte, schlich er sich in die Wohnung des arglosen Freundes und griff ihn mit den Gerätschaften aus seiner Anglerausrüstung hinterrücks an. Es entspann sich ein Kampf in der Wohnung und auf der Terrasse des Hauses, wobei der Angeklagte nach Angaben des Vorsitzenden Richters seinem Opfer mindestens sechs Schläge mit dem Fischtöter auf den Kopf versetzte und 19 Mal auf ihn einstach. Der Tatort habe „einem Schlachtfeld“ geglichen, berichtete die Staatsanwältin während des Prozesses.

Statt zu helfen wartete er vor dem Haus

Der Täter ließ zwar nach „zehn bis zwanzig Minuten“ von seinem Opfer ab, wie das Gericht erklärte. Aber da er wusste, dass die Verletzungen des 39-jährigen tödlich sein konnten, hätte er ihm Hilfe leisten müssen, um den Mordversuch wirklich abzubrechen, argumentierte das Gericht. Stattdessen wartete er vor dem Haus ab und ließ sich später von der Polizei widerstandslos festnehmen. Kurz vor Ende des Prozesses entschuldigte sich der 44-Jährige bei seinem Opfer. Er bereue die Tat, stehe zu seiner Schuld und wolle die Verantwortung dafür übernehmen, sagte er.

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RND/dpa

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