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Südwestmecklenburg Miese Masche bei Rentner (86): Gaunertrio erbeutet 39000 Euro
Mecklenburg Südwestmecklenburg Miese Masche bei Rentner (86): Gaunertrio erbeutet 39000 Euro
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05:34 08.09.2016
LKA-Sprecherin Synke Kern Quelle: Cornelius Kettler

Sie geben sich als Oberstaatsanwälte, Polizisten oder Schwiegersöhne aus: Betrüger haben jetzt in Schwerin mit der Masche des „Enkeltricks“ von einem 86-Jährigen 39000 Euro ergaunert – die gesamten Ersparnisse des Rentners. Und diese Fälle steigen in Mecklenburg-Vorpommern weiter stark an, teilt das Landeskriminalamt (LKA) mit. Im ersten Halbjahr 2016 gab es mit rund 300 Betrugsfällen die gleiche Anzahl wie im gesamten vergangenen Jahr. Die Opfer seien vor allem ältere Menschen, erklärt LKA-Sprecherin Synke Kern.

Sicherheitsexperten beraten Senioren

300 „Enkeltrick“-Fälle gab es bereits dieses Jahr in MV. Dazu gehören statistisch die Straftaten zum Nachteil älterer Menschen, wozu auch Gewinnspielbetrug oder Haustürgeschäfte gehören. Die Landespolizei setzt sogenannte Seniorensicherheitsberater ein.

In Schwerin überrumpelten drei Gauner den Rentner mit einem perfiden Trick: Zunächst gab sich jemand am Telefon als Schwiegersohn aus und bat um Bargeld, das er dringend brauche. Dann schaltete sich eine Frau, angeblich Polizistin, ins Gespräch ein, die die Daten des angeblichen Schwiegersohns überprüfen wolle – um einen „Enkeltrick“ auszuschließen. Anschließend holte ein Bote das Geld bei dem 86-Jährigen ab.

Allein in den vergangenen Tagen registrierte die Polizei in Schwerin acht „Enkeltrick“-Fälle. Meist blieb es dabei allerdings beim Versuch. So riefen bei einer 76-jährigen Frau kurz hintereinander angebliche Mitarbeiter eines Inkassounternehmens, der Staatsanwaltschaft und der Polizei an. Die Betrüger forderten die Frau auf, Schulden in Höhe von 6000 Euro auf ein türkisches Konto zu überweisen. Ein aufmerksamer Ladeninhaber roch jedoch den Braten und verhinderte den Betrug.

Doch die so einfache wie hochprofitable Masche zieht immer wieder. Die Anrufer durchforsten Telefonbücher nach alt klingenden Namen und geben sich am Telefon als in Not geratene Verwandte oder Freunde aus. Im Juli wurde so eine Rentnerin in Neubrandenburg um 42000 Euro betrogen, im Juni eine 85-jährige Schwerinerin um 30000 Euro. Viele Menschen seien aber inzwischen sensibilisiert und gehen „nicht auf die Forderungen der Täter ein“, erklärt LKA-Sprecherin Synke Kern. Dafür würden jedoch teils sehr hohe Summen erbeutet. Im vergangenen Jahr waren es in Mecklenburg-Vorpommern insgesamt 640000 Euro, in diesem Jahr bislang 180000 Euro.

Die Polizei warnt dringend davor, sich auf derartige Telefonate einzulassen: „Seien Sie skeptisch!“, heißt es. Bei Verdacht sollten sofort Vertrauenspersonen und die Polizei unter 110 informiert werden. Im Sommer war ein mutmaßlicher Hintermann einer „Enkeltrick-Mafia“ in Ungarn gefasst worden. Der 29-Jährige soll Millionen von gutgläubigen Senioren in Deutschland ergaunert und mit Ferrari, schicken Anzügen und Luxus-Apartments geprotzt haben. Angerufen wurden die Opfer aus zu „Callcentern“ umfunktionierten Wohnungen in Polen.

Axel Meyer

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