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Südwestmecklenburg Mobbing-Ritual in Crivitz: Eltern erheben Vorwürfe gegen Rektor
Mecklenburg Südwestmecklenburg Mobbing-Ritual in Crivitz: Eltern erheben Vorwürfe gegen Rektor
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18:30 11.03.2019
ARCHIV - Viele Kinder haben Angst vor Mobbing und Gewalt. (Symbolbild) Quelle: Christian Charisius/dpa
Crivitz

„Wir sind froh, dass der Vorfall endlich zur Sprache kommt“, berichtet die Mutter eines Schülers der Regionalschule Crivitz (Ludwislust-Parchim) am Montagnachmittag. In der Kleinstadt bei Schwerin waren 30 Schüler vier Jahre lang an einem Mobbing-Ritual beteiligt. Beim sogenannten „Stängeln“ überwältigten mehrere Sechstklässler einen Fünftklässler und rieben seinen Intimbereich an einem Baum. Bereits im Oktober wurde der Fall einigen Lehrern und Eltern bekannt. Die Ostsee-Zeitung erfuhr vor wenigen Tagen davon. Nach Veröffentlichung meldeten sich mehrere Eltern anonym zu Wort.

Eine Mutter erhebt schwere Vorwürfe gegen den Rektor: „Das Thema ist einfach so zugedeckt worden. Ich hätte mir gewünscht, dass es eine Elternversammlung gibt und er uns über alles informiert. Ein Brief hätte ja auch schon gereicht.“ Sie erzählt, dass es die Eltern der Schule waren, die im vergangenen Herbst das Ausmaß des Rituals aufgedeckt hatten. „Es hat uns die Schuhe ausgezogen. Wo waren denn die Aufsichtskräfte?“

„Beteiligte Kinder nicht strafmündig“

Schulleiter Egbert Dähn hatte den Fall im Oktober bei der Polizei angezeigt, ein Strafverfahren wurde seitens der Staatsanwaltschaft jedoch nicht eröffnet. Alle beteiligten Kinder sind 10 bis 13 Jahre alt und nicht strafmündig – anders als die Lehrer und die Schulleitung.

Eine andere Mutter erläutert: „Das Ritual fand vier Jahre lang auf dem Schulgelände statt. Aber die Schulleitung wegen Verletzung der Aufsichtspflicht anzuzeigen, hat sich niemand getraut. Wir haben befürchtet, dass unsere Kinder dadurch Nachteile haben und gegängelt werden. Eine Anzeige kann man ja nicht anonym machen.“

Andreas Merklin, Direktor des Amtsgerichtes Ludwigslust, erklärt: „Mir war der Fall bisher nicht bekannt. Wenn die Staatsanwaltschaft konkrete Anhaltspunkte zu einer Verletzung der Aufsichtspflicht gehabt hätte, dann hätte sie auch ohne eine Anzeige ermitteln können.

Schulamt entsendet Schulpsychologen

Rektor Dähn wollte sich nicht äußern und verwies auf das Bildungsministerium als Ansprechpartner. Auch die Bürgermeisterin der Stadt Crivitz, als Vertreterin des Schulträgers, war für eine Stellungsnahme nicht zu erreichen. Ein Sprecher des Bildungsministeriums teilte mit, dass der Mobbing-Fall dem Staatlichen Schulamt Schwerin bereits bekannt war und am Montag, als Reaktion auf die Berichterstattung der Ostsee-Zeitung, ein Schulpsychologe nach Crivitz entsandt worden sei. Er solle nun vor Ort recherchieren, welche Hilfe benötigt werde.

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Juliane Schultz

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