Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Südwestmecklenburg Nebenbuhler brutal zugerichtet: Neun Jahre Haft gefordert
Mecklenburg Südwestmecklenburg Nebenbuhler brutal zugerichtet: Neun Jahre Haft gefordert
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:42 06.02.2019
Wegen versuchten Mordes hat die Staatsanwaltschaft neun Jahre Gefängnis für einen Mann aus Schwerin gefordert, der seinen Nebenbuhler mit einem Messer und einem Fischtöter angegriffen haben soll. Der Prozess wird am Landgericht Schwerin geführt. (Symbolfoto) Quelle: Jens Büttner / dpa
Schwerin

Wegen versuchten Mordes hat die Staatsanwaltschaft neun Jahre Gefängnis für einen Mann aus Schwerin gefordert, der seinen Nebenbuhler mit einem Messer und einem Fischtöter angegriffen haben soll. Der 44 Jahre alte Berufskraftfahrer habe den 39-Jährigen in dessen Haus in Banzkow bei Schwerin hinterlistig attackiert und den möglichen Tod seines Opfers in Kauf genommen, sagte die Anklagevertreterin am Dienstag am Landgericht Schwerin.

Bei dem Angegriffenen handelte es sich um einen sehr guten Freund des Angeklagten. Der 44-Jährige hatte vermutet, dass er ein Verhältnis mit seiner Ex-Freundin angefangen hatte, die er selbst zurückgewinnen wollte.

Tatort glich „einem Schlachtfeld“

Bei dem Angriff im Juli 2018 hatte der Angeklagte sein Opfer mutmaßlich mit sieben Schlägen auf den Kopf und 19 Messerstichen lebensgefährlich verletzt. Der Tatort habe „einem Schlachtfeld“ geglichen, sagte die Staatsanwältin. Das Leben des Opfers konnte mit einer mehrstündigen Notoperation gerettet werden.

Zwar habe der Angeklagte die Attacke beendet, als sein Opfer unter ihm gelegen sei, stark geblutet und ihn angefleht habe aufzuhören, sagte sie. Aber er habe ihm nicht geholfen, obwohl er damit habe rechnen müssen, dass sein Opfer sterbe. Deshalb bewerte die Staatsanwaltschaft die Tat als versuchten Mord.

Verteidigung geht von gefährlicher Körperverletzung aus

Nach Ansicht der Verteidiger konnte der Angeklagte jedoch glauben, dass das Opfer überlebt – weshalb es sich nur um eine gefährliche Körperverletzung handele. Schließlich habe der 39-Jährige noch aufstehen und einen Notarzt alarmieren können. Die Verteidigung plädierte für drei Jahre Haft.

Der Angeklagte hatte sich am Tatort festnehmen lassen. Vor Gericht versuchte er, sich bei seinem Opfer zu entschuldigen. Er bereue die Tat, stehe zu seiner Schuld und wolle die Verantwortung dafür übernehmen, erklärte er während des Prozesses. Das Urteil soll am Donnerstag verkündet werden.

Mehr zum Thema:

Brutale Attacke aus Eifersucht: Mann gesteht bei Prozessbeginn

Iris Leithold / dpa