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Prozess um Polizeieinsatz: Angeklagter widerspricht Vorwurf

Ludwigslust Prozess um Polizeieinsatz: Angeklagter widerspricht Vorwurf

Zivilfahrzeuge der Polizei keilen ein Auto ein, in dem sie einen Straftäter vermuten. Der Eingekeilte sagt, er hat nicht erkannt, dass es sich um Polizei handelte. Es wird geschossen. An mehr kann sich der Mann zum Prozessauftakt nicht erinnern.

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Der wegen des Vorwurfs der gefährlichen Körperverletzung und Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte Angeklagte (l.) neben seinem Anwalt Benjamin Richert (2.v.l.)

Quelle: Jens Büttner / Dpa

Ludwigslust. Zwei Jahre nach einem spektakulären Polizeieinsatz Hamburger Spezialkräfte in Lutheran bei Parchim mit einem Schwerverletzten hat der Prozess um die Geschehnisse begonnen. Der heute 29-jährige Angeklagte, dem bei dem Einsatz am 12. Februar 2016 ein Auge ausgeschossen wurde, bestritt zum Auftakt am Dienstag im Amtsgericht Ludwigslust den Vorwurf, mit seinem Wagen eine Sperre aus zivilen Polizeifahrzeugen durchbrochen und dabei einen Beamten verletzt zu haben. Kurz nachdem vermummte Beamte auf seinen am Straßenrand stehenden Wagen zustürmten, sei bereits auf ihn geschossen worden, sagte er. An mehr könne er sich nicht erinnern.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem jungen Mann vor, er habe fliehen wollen und dabei einen Beamten am Knie verletzt, als er ein Polizeifahrzeug rammte. Der Angeklagte sagte im Gericht, die Einsatzkräfte seien für ihn nicht als Polizisten zu erkennen gewesen.

Verwechslung mit fatalen Folgen

Das Hamburger MEK war dem Wagen des jungen Mannes über eine längere Strecke gefolgt und wollte eigentlich den per Haftbefehl gesuchten Besitzer des Wagens festnehmen. Sie vermuteten ihn fälschlicherweise als Beifahrer in dem Auto. Der Angeklagte hatte sich den Wagen, einen PS-starken Pickup, von dem Gesuchten geliehen.

Mehrere MEK-Beamte widersprachen der Darstellung des Angeklagten. Als dieser in Lutheran vor einem Fleischer-Geschäft hielt, hätten mehrere zivilen Polizeiwagen das Auto blockiert. Die Beamten hätten sich durch Rufe „Polizei, nicht bewegen“ zu erkennen gegeben. Darauf habe der Angeklagte Vollgas gegeben und einen Einsatzwagen gerammt. Einer der Beamten habe zudem eine Sturmmaske mit der Aufschrift „Polizei“ getragen. Nach zwei Warnschüssen sei ein gezielter Schuss auf den Fahrer abgegeben worden, worauf der Pickup zum Stehen gekommen sei.

Schütze verweigert Aussage

Der Polizist, der den gezielten Schuss abgab, verweigerte die Aussage. Gegen ihn läuft ein Ermittlungsverfahren, das allerdings vorläufig eingestellt ist, weil er sich nach Ansicht der Schweriner Staatsanwaltschaft nichts hat zuschulden kommen lassen. Der Verteidiger des Angeklagten sagte am Rande des Prozesses, er habe die Hamburger Polizei auf Schadenersatz, Schmerzensgeld und eine Rente in Höhe von insgesamt mindestens 90 000 Euro verklagt. Der Prozess wird am kommenden Dienstag fortgesetzt.

dpa

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Urteil gefallen
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