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Terrorverdächtiger Syrer nie vom Bundesamt angehört

Berlin/Schwerin Terrorverdächtiger Syrer nie vom Bundesamt angehört

Yamen A. ist vor seiner Anerkennung als Flüchtling nie vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) befragt worden. Der 19-Jährige musste offenbar nur einen Fragebogen ausfüllen.

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Blick auf den Vorhof und den Eingang zum Bundesgerichtshof in Karlsruhe.

Quelle: Uwe Anspach/archiv

Berlin/Schwerin. Der terrorverdächtige Syrer Yamen A. ist nach einem „Spiegel“-Bericht vor seiner Anerkennung als Flüchtling nie vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) befragt worden. Er habe nur einen Fragebogen ausfüllen müssen, berichtete das Nachrichtenmagazin am Donnerstag. Der heute 19-Jährige war im Herbst 2015 nach Deutschland gekommen, wurde im April 2016 in MV als Flüchtling anerkannt und erhielt eine Aufenthaltserlaubnis für zunächst drei Jahre.

 

Das Fragebogenverfahren wurde laut Bericht zunächst bei Zehntausenden Syrern, Irakern und Eritreern angewandt, war wegen Sicherheitsbedenken von der großen Koalition aber abgeschafft worden. Zum Zeitpunkt der Entscheidung über den Asyl-Antrag des Syrers habe bereits die neue Regelung gegolten, wonach alle Asylbewerber wieder persönlich angehört werden mussten.

Das Bundesamt bestätigte dem Nachrichtenmagazin, dass dies bei A. nicht geschehen sei. Im Frühjahr 2016 habe es eine Übergangsphase gegeben. Wer den Fragebogen schon zugeschickt bekommen habe, sei nicht mehr zur Anhörung gebeten worden. Die Ausweispapiere des Syrers seien damals aber überprüft und für echt befunden worden, sagte eine Sprecherin.

Der Syrer war am Dienstag in Schwerin von Spezialkräften festgenommen worden. Er sitzt in Untersuchungshaft. Nach Erkenntnissen der Bundesanwaltschaft hatte er seit Juli einen islamistisch motivierten Bombenanschlag mit hochexplosivem Sprengstoff geplant und bereits konkret vorbereitet. Sein Ziel sei es gewesen, möglichst viele Menschen inmitten einer größeren Menschenansammlung zu töten und zu verletzen.

dpa

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