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Südwestmecklenburg Bewährungsstrafen in Dopingmittel-Prozess
Mecklenburg Südwestmecklenburg Bewährungsstrafen in Dopingmittel-Prozess
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18:59 29.10.2018
Symbolbild: Zwei Frauen aus Schwerin haben illegal Medikamente beschafft und diese unter Kraftsportlern verkauft. Quelle: dpa
Schwerin

Weil sie mit gefälschten Rezepten Medikamente gestohlen und als Dopingmittel verkauft haben, sind eine Arzthelferin und eine Apotheken-Angestellte zu Bewährungsstrafen verurteilt worden. Die 31 und 32 Jahre alten Angeklagten hatten gestanden, sich durch den Betrug und den Diebstahl zwischen 2012 und 2013 vor allem Aufputsch- und Wachstumsmittel besorgt zu haben, die sie in der Kraftsport-Szene zu Dopingzwecken veräußerten. Den Krankenkassen entstand dadurch ein Schaden in Höhe von knapp 370 000 Euro. Eine der beiden Frauen erhielt am Montag am Landgericht Schwerin ein Jahr und acht Monate auf Bewährung, die andere zwei Jahre.

Eine Frau gestand schon 2013

Die Apotheken-Assistentin hatte bereits ein Geständnis abgelegt, als der Betrug 2013 aufflog. Die Arzthelferin leugnete lange und bekannte sich erst am vorletzten Prozesstag zu den Vorwürfen der Staatsanwaltschaft. Es sei dem Gericht äußerst schwer gefallen, die Strafe noch zur Bewährung auszusetzen, sagte der Vorsitzende Richter. Der Arzthelferin wurde auferlegt, zusätzlich 240 Stunden ehrenamtlich in einem Pflege- oder Altenheim zu arbeiten.

Nach Erkenntnissen des Gerichts stahl die Arzthelferin die Rezepte, füllte sie mit Patientendaten aus und fälschte offenbar die Unterschrift des Arztes, bei dem sie in Schwerin arbeitete. Mit den falschen Rezepten bestellte die Apotheken-Assistentin die Medikamente über die Apotheke, bei der sie arbeitete, und schaffte sie beiseite, sobald sie geliefert wurden. Die Medikamente verkauften die beiden Frauen nach eigenen Angaben weit unter Ladenpreis auf dem Schwarzmarkt an Kraftsportler und Türsteher.

Krankenkasse fielen Kosten auf

Der Betrug flog auf, als den Krankenkassen die vom Durchschnitt deutlich abweichende Summe der Medikamentenkosten auffiel, die der Arzt pro Quartal verordnete. Interne Nachforschungen ergaben, dass Rezepte aus seiner Praxis eingelöst wurden für Patienten, die er nicht kannte. Fast alle der dubiosen Rezepte wurden zudem über die Apotheke abgewickelt, in der die Freundin der Arzthelferin arbeitete.

Iris Leithold