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172 verkaufte Stühle füllen Vereinskasse um 4860 Euro auf

Wismar 172 verkaufte Stühle füllen Vereinskasse um 4860 Euro auf

Rekordergebnis des Kunst- und Sozialvereins KaSo bei der 6. Stuhlparade in der Wismarer ABC-Straße

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Annelie Schimpke (28) aus der Hansestadt Wismar erwartet im Ende Juni ihr erstes Kind. Sie hat den idealen Sessel bei der Stuhlparade des Kunst- und Sozialvereins KaSo zum Stillen gefunden. Fotos (8): Nicole Hollatz

Wismar. Große Freude bei den, die die 6. Stuhlparade in der ABC-Straße organisiert haben. „Das war das beste Ergebnis bisher“, erzählt Karin Auerbach mit leuchtenden Augen. Am Sonnabend lud „ihr“ Verein KaSo Wismar e.V. - KaSo steht für „Kreativ arbeiten, Soziales organisieren“ - zur bereits 6. Wismarer Stuhlparade. Schon morgens um acht Uhr kommen die ersten Gäste. In der ABC-Straße stehen die Stühle auf beiden Seiten der Straße. In ihrer Gesamtheit ist das ein beeindruckender Anblick, wenn die parkenden Autos nicht dort parken würden.

OZ-Bild

Rekordergebnis des Kunst- und Sozialvereins KaSo bei der 6. Stuhlparade in der Wismarer ABC-Straße

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Aber der Anblick ist auch so schön - dank der 391 Stühle, die so aufgereiht in der Sonne glänzen. Angefangen vom einfachen Küchenstuhl, den man schon für 10, 20 Euro Spende haben kann, bis hin zu manch einem antiken Stuhl oder Designerstück, der entsprechend aufgearbeitet immer noch für eine vergleichsweise geringe Spende weg geht. Das Ergebnis überrascht dann doch alle: 4860 Euro sind zusammengekommen, das sind 172 verkaufte Stühle. „Wir sind ein von der EU gefördertes Projekt, das Geld macht die Hälfte unseres erforderlichen Eigenanteils aus", dankt Karin Auerbach.

Dabei zeigt sich erst am Sonnabendmorgen, wie viele Stühle die Aktiven im vergangenen Jahr aufgearbeitet haben. Denn die Stühle stehen sonst hoch gestapelt im Lager. Das Team muss mehrmals zählen, bis alle auf eine Zahl kamen. Mit ihrer Zahl hat Iris Rosehr aus Wismar Glück, sie schätzt, dass 402 Stühle im Lager standen und machte mit beim Schätzwettbewerb - ihre Schätzung ist am dichtesten dran. „Ich habe das erste Mal etwas gewonnen“, erzählt sie freudestrahlend. Als Preis darf sie sich - natürlich - einen Stuhl aussuchen. Sie entscheidet sich für einen älteren aus Holz mit edel grüner Sitzfläche. „Ich habe zu Hause sowieso ein gewisses Sammelsurium, weil ich das so mag. So passt der“, meint sie.

391 Stühle für den guten Zweck. Viele der Stühle waren eigentlich für den Sperrmüll gedacht, kamen als Spende beispielsweise aus dem Theater oder dem Krankenhaus. Dazu von zahlreichen privaten Spendern, die wissen, dass die Stühle bei dem sozialen Projekt besser aufgehoben sind als im Müll.

Monika Wieser gehört zum Team der Engagierten, die im KaSo die alten Stühle liebevoll und kreativ aufarbeiten. Seit 2008 ist sie mit Unterbrechung dabei. „Damit ich zu Hause raus komme“, so die gelernte Werkzeugmacherin, die zuletzt im Verkauf gearbeitet hat. Sie erzählt davon, was sie in den letzten Jahren alles gelernt hat, angefangen von den kreativen Techniken wie Filzen bis hin zur Arbeit in der Holzwerkstatt. Und sie ist „die“ Stuhlflechterin im Verein, gibt mit viel Geduld und Geschick so manch einem alten Stuhl eine neue stilvolle Sitzfläche. „Eine Woche arbeite ich an solch einem Stück“, berichtet Monika Wieser. Wie sie sich fühlt, wenn sie sieht, wie begehrt die Stühle bei den Wismarern sind? „Das ist Freude pur“, lacht sie. Auch Petra Heß (23) aus Lübow war die Freude anzusehen. Sie hat vier Sessel ergattert - aus den 1960-er Jahren in einem schicken Grün. „Die passen zu unserer Einrichtung“, strahlt sie. Diego Ohms aus Wismar freute sich über die vier schicken Stühle fürs Wohnzimmer: „Für 60 Euro insgesamt sind die geschenkt. Und wir haben damit was Gutes für Wismar getan.“

Nicole Hollatz

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