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Wismar 25 Jahre Mittwochsrunde: Unternehmer sprechen Klartext
Mecklenburg Wismar 25 Jahre Mittwochsrunde: Unternehmer sprechen Klartext
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00:00 28.04.2016
Uwe Steinhagen (3. v. l.) dankte Siegbert Eisenach (IHK), Minister a. D. Rolf Eggert, Landrätin Kerstin Weiss, Minister Harry Glawe und Senator Michael Berkhahn (v. l.) für die Unterstützung der Mittwochsrunde.
Wismar

Ein Unternehmernetzwerk, das viel in Wismar bewirkt hat und auf ganz Nordwestmecklenburg ausstrahlt, ist 25 Jahre alt: die Mittwochsrunde zu Wismar. Das Jubiläum feierten die Hansestädter gestern Abend gemeinsam mit weiteren Wirtschaftsvertretern. Auch Politiker sowie Entscheidungsträgern aus Verwaltungen, Verbänden und Vereinigungen gratulierten im Wismarer Rathaus.

Das Jubiläum feierten die engagierten Hansestädter gestern Abend gemeinsam mit Gästen aus Wirtschaft, Politik, Verwaltung, Verbänden und Vereinigungen im Wismarer Rathaus

„Das größte Verdienst der Mittwochsrunde war und bleibt die Integration der Menschen aus dem westlichen Teil Deutschlands in den östlichen und die gegenseitige Verständigung über die Lage des einen und anderen“, meinte Uwe Steinhagen (76). Der erste Sprecher des Wirtschaftskreises betonte: „Wir kommen ohne Regeln aus, haben aber Prinzipien. Es gilt das gesprochene Wort eines ehrbaren Kaufmanns.“ Parteipolitik und die Begriffe „Ossi“ und „Wessi“ seien tabu. „Wismar ist eine Stadt zum Leben und zum Arbeiten. Dies ist nur erreicht worden, weil hier untereinander kommuniziert wurde, Probleme auf dem Tisch kamen, sie gemeinsam mit Kommunalpolitikern ausdiskutiert und angepackt wurden“, so Steinhagen. „Wir haben Klartext gesprochen und immer wieder die Gespräche mit der Landes- und Kommunalpolitik gesucht und erfolgreich gefunden.“

Professor Dr. Rolf Eggert aus Wismar, der den Festvortrag vor etwa 140 Gästen im Bürgerschaftssaal hielt, machte Mut, sich den Herausforderungen der Globalisierung zu stellen. Der ehemalige Justiz- und Wirtschaftsminister von Mecklenburg-Vorpommern und einstige Präsident der Landeszentralbank Hamburg erinnerte an die Hanse, „ein Bündnis von ehrbaren Kaufleuten, die im gegenseitigen Interesse verlässlich handelten, sich an Regeln hielten und damit Vertrauen bei Partnern aufbauten — ganz in der Intention der Mittwochsrunde. Diese Wirtschaftspolitik führte zu Wachstum und Wohlstand und zu einer prosperierenden Entwicklung, auch in unserer Stadt.“

Harry Glawe (CDU), Wirtschaftsminister von Mecklenburg-Vorpommern, der schon mehrmals bei den Jahresempfängen der Mittwochsrunde zu Gast war und sich dabei auch so manchen kritischen Fragen stellen musste, versicherte: „Die Gesprächsrunden habe ich als sehr konstruktiv und fruchtbar empfunden. Manchmal wurde ich ganz schön gefordert. Für mich war und ist es wichtig, zu erfahren, wo der Schuh drückt und was die Politik tun kann, um die Rahmenbedingungen für unsere kleinen und mittelständischen Unternehmen weiter zu verbessern.“ Auch Landrätin Kerstin Weiss (SPD) verwies auf die „gepflegte, faire und offene Gesprächskultur“ und das soziale Engagement der Vertreter der Mittwochsrunde. Senator Michael Berkhahn (CDU) bezeichnete den Kreis als „Ideengeber“ und „Ratgeber“. „Ich möchte auf die ,Wirtschaftsrunde‘ in unserer Stadt nicht verzichten, um auch auf diesen Erfahrungsschatz zurückgreifen zu können“, so Wismars Bürgermeister Thomas Beyer (SPD).

Regelmäßiger Austausch

6Unternehmer trafen sich am 18. April 1991 nach einem Erfahrungsaustausch in der Großen Stadtschule noch in einer Gaststätte am Markt in Wismar. Die Wismarer Uwe Steinhagen, Hanjo Volster, Hans-Jürgen Wergin, Andreas Minks sowie Dirk Bergeest aus Hamburg und Klaus Völsen aus Lübeck plauderten und fassten den Entschluss, alle 14 Tage einen Unternehmerabend zu organisieren — die Geburtsstunde der Mittwochsrunde zu Wismar.

Die Treffen fanden zunächst bei Hans Wulf in der Gaststätte „To‘n Zägenkrog“ statt. 2006 zog die Runde in das Hotel & Restaurant „Wismar“, Breite Straße, um. Experten, auch aus der Politik, bereichern die Zusammenkünfte.

Im 25. Jahr des Bestehens der Mittwochsrunde — sie ist kein Verein, sondern ein loser Zusammenschluss von „Machern“ — stehen dem ersten Sprecher Uwe Steinhagen die Unternehmer Karlheinz Paetow und Raimund Kraft zur Seite. Für die Finanzen ist Gerd Rietdorf zuständig.

Von Norbert Wiaterek

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