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Wismar 29 Azubis stärken Berufsschule Wismar
Mecklenburg Wismar 29 Azubis stärken Berufsschule Wismar
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00:05 06.12.2017
Bäcker, Tischler, Friseur, Kraftfahrzeug: Auf der Torte sind die Wappen der Handwerksinnungen abgebildet.

In den Räumen der Kreishandwerkerschaft am Turnerweg begrüßte Lehrlingswart Winfried Preuss jüngst die neuen Azubis der Kfz-Innung Nordwestmecklenburg. 29 junge Menschen beginnen in diesem Tagen in Autohäusern im Landkreis Nordwestmecklenburg und im Berufsschulzentrum Nord in Wismar ihre Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker.

Die Kfz-Innung Nordwestmecklenburg begrüßte ihre angehenden neuen Mechatroniker mit einem Plädoyer für das Handwerk

Noch im letzten Jahr war dieser Ausbildungsstandort gefährdet. Nur durch intensive Gespräche mit Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD) konnte eine Ausnahmegenehmigung zum Weiterbetrieb bis 2018 erreicht werden. Die Berufsschule stand wegen zu kleiner Klassen vor dem Aus.

Dementsprechend erfreut zeigte sich der Lehrlingswart über den Erfolg: „Wir hatten mehr Azubis zugesagt und mit unseren Mitgliedsbetrieben gesprochen, die zusätzliche Ausbildungsplätze geschaffen haben. Wir haben unseren Teil der Abmachung erfüllt“, betont Winfried Preuss. Einem Weiterbetrieb des Fachbereiches in Wismar stehe nach Ablauf der Genehmigung aus seiner Sicht nichts im Wege.

Autohaus-Inhaber Preuss wird in den kommenden Tagen das Amt als Lehrlingswart abgeben: Er wurde kürzlich zum Präsidenten des Kfz-Verbandes Mecklenburg-Vorpommern gewählt. Heute stellt sich sein Sohn Christian um die Nachfolge als Lehrlingswart zur Wahl.

Unter den Auszubildenden sind nicht nur autobegeisterte Männer. Mit Ann-Christin Freese und Verena Eckert haben sich auch zwei Mädchen für eine Ausbildung zum Mechatroniker entschieden. Eine sogar in der zweiten Generation. Verena: „Meine Mutter ist auch Mechatronikerin und sie meinte, wenn ich das machen will, dann soll ich es versuchen. Nur vor dem Englischunterricht habe ich ein bisschen Bammel, da ich nach der achten Klasse von der Schule abgegangen bin.“

Dafür, dass sie keine Angst vor dem Unterrichtsstoff haben muss, will Klassenlehrer Richard Leder sorgen: „Wir haben in Wismar die besten Voraussetzungen. Die Kfz-Innung hat uns erst vor Kurzem neues, modernes Werkzeug gesponsert und auch sonst sind wir technisch auf dem neusten Stand.“

Besonders stolz ist er auf die überdurchschnittlichen Erfolge seines Ausbildungszweiges. Während in anderen Innungsberufen bis zu 50 Prozent der Lehrlinge ihre Ausbildung vorzeitig abbrechen, erreichte Leder im vergangenen Jahr eine Abschlussquote von rund 80 Prozent. „Wir sind zuversichtlich, dass wir das wieder schaffen.“

Auch Vitali Rowjanko beginnt eine Ausbildung. Mit seinen 32 Jahren ist er einer der ältesten Lehrlinge. Er kam 2014 als Flüchtling aus der Ukraine und freut sich auf die zweite Chance. „Einen Deutschkurs habe ich gar nicht gebraucht. Die Sprache habe ich nebenbei bei einem Praktikum in einer Autowerkstatt gelernt“, erzählt er. Das Ziel, Kfz-Mechatroniker zu werden, hatte er dabei von Anfang an im Blick und bewies seine Zielstrebigkeit.

Mit vom Wismarer Bäckermeister Klaus Tilsen gebackenen Torten mit den Wappen aller Innungen wurde der Einstand der Auszubildenden gefeiert. Ihnen stehen nun dreieinhalb spannende Jahre bevor, in denen sie in den Ausbildungsbetrieben, dem Berufsschulzentrum Nord und zehn Wochen lang an einem Technikzentrum in Schwerin lernen werden.

Trotz der vergleichsweisen guten Lage bei den Kfz-Mechatronikern sind auch aktuell noch Ausbildungsplätze in diesem Bereich frei. Die Kreishandwerkerschaft hat dafür einen eigenen Ansprechpartner für die passgenaue Besetzung von Ausbildungsplätzen. Tobias Böse kann dabei helfen, den richtigen Ausbildungsbetrieb zu finden, auch kurzfristig und in anderen Berufszweigen.

Informationen zu freien Ausbildungsplätzen gibt es bei der Kreishandwerkerschaft. Ansprechpartner ist Tobias Böse. Er ist telefonisch erreichbar unter 03841/27 17 14 oder per Email unter tobias.boese@kh-mail.de

Beliebt und technisch anspruchsvoll

Kfz-Mechatroniker ist einer der beliebtesten Ausbildungsberufe, vor allem bei Jungen. Wie viele Berufe hat sich nicht nur die Bezeichnung, sondern auch das Anforderungsprofil stark verändert. Bis zur Jahrtausendwende gab es noch den Beruf des Autoschlossers. Aus den drei Berufen Kfz-Mechaniker, Kfz-Elektriker und Automobilmechaniker wurde der Kfz-Mechatroniker. Der neue Begriff macht den Qualitätssprung deutlich. Es geht heute neben all den handwerklichen Dingen, die ein Mechatroniker auch können muss, immer mehr um Elektronik.

Kfz-Mechatroniker diagnostizieren Fehler in den immer komplexeren mechatronischen Systemen im Fahrzeug, setzen diese instand und sorgen für Betriebssicherheit moderner Kraftfahrzeuge. Außerdem gehört das Nachrüsten von Fahrzeugen zu den Aufgaben eines KFZ-Mechatronikers.

Die Lehrzeit dauert in der Regel dreieinhalb Jahre. Technisches Verständnis ist Voraussetzung für diesen Beruf.

Christoph Wohlleben

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